Geld sparen mit Viber

20. Juli 2011 13:31; Akt: 20.07.2011 13:31 Print

Wer noch (teure) SMS schreibt, ist selbst schuld

Neu können auch Android-Nutzer mit der Viber-App kostenlos chatten und telefonieren. Das Ganze funktioniert auch abseits von jedem WLAN - hat aber seine Tücken.

Das Werbevideo der Entwicklerfirma. (Quelle: youtube.com/viberapp)
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Kennen Sie Viber? Eine geniale App fürs Smartphone - allerdings nicht aus Sicht der Mobilfunkprovider. Swisscom und Co. gehen dadurch Einnahmen aus dem lukrativen SMS-Geschäft verloren.

Mit Viber können iPhone-Nutzer bereits seit geraumer Zeit kostenlos Kurznachrichten schreiben und miteinander telefonieren. Jetzt steht die Gratis-App auch allen Android-Nutzern zur Verfügung. Eine Beta-Version ist vorgängig von 50 000 Nutzern auf Herz und Nieren getestet worden.

Die Viber-App kann aus dem Android Market heruntergeladen werden. Telefonanrufe und Kurznachrichten sind ausschliesslich zu anderen Viber-Smartphones möglich. Das heisst, es ist ratsam, möglichst viele der eigenen Kontakte zu Viber einzuladen.

Zugriff auf Daten

Um Viber nutzen zu können, muss man der App vorgängig den Zugriff auf das Adressbuch erlauben und sich mit der eigenen Mobilfunknummer beim Anbieter (Viber Media Inc.) registrieren. Das ist kinderleicht und klappt innert Sekunden. In den Nutzungesbestimmungen heisst es, eine Kopie der im Adressbuch gespeicherten Kontakte (Telefonnummern und Namen) werde auf dem Server des Unternehmens gespeichert. Dort seien sie absolut sicher, heisst es. Und sobald man den Dienst deaktiviert, werden laut den Angaben zum Datenschutz auch die persönlichen Informationen wieder gelöscht.

Trotzdem wurden in der Vergangenheit kritische Stimmen bezüglich Datenschutz laut. Gefordert werden klare Vorschriften, um die Daten-Sammelwut der App-Anbieter einzuschränken.

Tiefere Handyrechnung

Auch Telefonieren lässt sich dank Viber gratis - abgesehen von den Internet-Kosten. Das Ganze funkioniert mit Voice over IP (VoIP), das heisst die Telefonverbindungen kommen über das mobile Internet zustande. Der Schweizer Vergleichsdienst Comparis.ch hat im Frühjahr eine interessante Rechnung vorgestellt. Demnach lässt sich mit Apps wie Viber, Skype oder WhatsApp die Handyrechnung bis zu einem Viertel reduzieren. Bei SMS-Vielschreibern dürfte es einiges mehr sein.

Wichtig zu wissen: Wenn man über Viber telefonieren will, sollte eine WLAN-Verbindung genutzt werden. Sonst könnte es wegen der grossen Datenmengen, die bei einem Gespräch übertragen werden, zu unliebsamen Überraschungen bei der nächsten Handyrechnung kommen.

Kurznachrichten sind datenmässig verschwindend klein. Das heisst, auch Vielschreiber können abseits von jedem WLAN unbeschwert loslegen. Der Comparis-Experte kam übrigens zu einem positiven Fazit: Da bei den meisten Smartphone-Abos ein ausreichend grosses Datenvolumen in der monatlichen Grundgebühr inklusive sei, könne man tatsächlich von Gratis-Anrufen und Gratis-SMS sprechen.

Zusätzliche Features

Im Vergleich zur iPhone-App hat die Android-Version noch einige zusätzliche Features zu bieten. So gibt es einen Vollbild-Modus, wenn ein Anruf eingeht. Textnachrichten werden in Pop-up-Fenstern angezeigt und dann kann Viber in den Voreinstellungen als Haupt-Tool für Anrufe festgelegt werden.

Die Entwicklerfirma spricht von über 12 Millionen aktiven Nutzern - insgesamt haben sich in den letzten 30 Tagen 20 Millionen Smartphone-Besitzer registrieren lassen. Diese Zahl dürfte rapide steigen - inzwischen wird auch eine Viber-App für Blackberry-Smartphones in Aussicht gestellt.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • danny meier am 20.07.2011 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    überfällig, Danke!!

    Ach die Telekom-Firmen sind doch selber Schuld. Die verschlafen doch den Trend wie einst die Musikindustrie. Wer so dreist ist und über Jahre -.20 pro SMS verlangt darf sich nicht wundern..

    einklappen einklappen
  • David Mele am 21.07.2011 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz "ohne Gummi"

    Die Adressbuchdaten werden benutzt, damit auch die Verknüpfung zu den Usern erstellt werden kann, die man selbst im Adressbuch hat und die einen selbst ebenfalls haben. In der Schweiz ist klar, geht es um Datenschutz, wird geschriehen. Man blickt zurück auf Debatten wie Google Streetview u.s.w. Ich bezweifle dass auch nur die hälfte der User, die hier nach Datenschutz schreien zu Hause ihr eigenes Netz sinnvoll absichern

  • marcial am 20.07.2011 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wer schreibt noch herk. SMS?

    Whats App ist am meisten verbreitet. Ich brauche bei minem iPhone das Standart SMS Programm nur noch für meine Mutter, die ist die einzige die noch kein iPhone hat :-) habe auch ein paar Kollegen die HTC Geräte besitzen mit denen klappt es auch. Selber schuld wer noch kein Smartphone hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • David Mele am 21.07.2011 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz "ohne Gummi"

    Die Adressbuchdaten werden benutzt, damit auch die Verknüpfung zu den Usern erstellt werden kann, die man selbst im Adressbuch hat und die einen selbst ebenfalls haben. In der Schweiz ist klar, geht es um Datenschutz, wird geschriehen. Man blickt zurück auf Debatten wie Google Streetview u.s.w. Ich bezweifle dass auch nur die hälfte der User, die hier nach Datenschutz schreien zu Hause ihr eigenes Netz sinnvoll absichern

  • Dani K am 21.07.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp / GTalk vs Swisscom

    WhatsApp ist auf Android das erste Jahr gratis (Siehe: Menü -> Einstellungen -> Account Info)... danach kostet die App ca. 1.10 Fr. Was sich aber sicherlich lohnt, bei SMS-Kosten von 0.15 Fr. pro 160 Zeichen (Swisscom). Neben Whatsapp benutze ich noch oft Google Talk... kein Wunder das Swisscom nun das 1GB Abo verteuert und dafür pro SMS weniger verlangt.... dagegen werde ich mich beim nächsten Handy-Kauf wehren, oder den Anbieter wechseln!

  • Dommy am 21.07.2011 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    VoIP mit Adressbuchkopie???

    Um VoIP zu nutzen muss man normalerweise keine Kopie eines ABuchs auf irgendwelche Server ablegen. Hier ist doch schon ganz klar wohin die Reise geht, wird alles verkauft und dann bekommt man (und die Kontakte natürlich auch) irgendwelche Dinge geschickt! Und allein wenn man nur einmal dann nicht aufpasst, ist man mehr Geld los als man spart! Wenn ich sparen will, dann schreib ich weniger SMS/telefoniere weniger, vielleicht hilft auch auch ein banales Treffen mit Freunden mal wieder viel mehr in unsere ach so tollen "Social Media" Generation!

  • Joseph am 21.07.2011 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht: tönt gut, zockt dich aber ab!

    Viber tönt gut, aber Kassensturz &co. Haben herausgefunden, dass die alle deine Daten abhören und klauen Deshalb: auf eigene gefahr

  • Absender am 21.07.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Uninteressant

    Ich finde Whatsapp und Viber uninteressant. VoIP ist mit den schweizer Abos kaum günstiger. Whatsapp finde ich überflüssig. Wer mich kostenlos erreichen will, kann mir eine eMail schicken. Der Vorteil ist, dass Mail wirklich auf allen Platformen funktioniert und nicht nur auf 4.