Government Request Tool

21. April 2010 11:44; Akt: 22.04.2010 10:34 Print

So oft klopften Ermittler bei Google an

Der Suchmaschinist hat eine Seite ins Netz gestellt, auf der man nachschauen kann, in wie vielen Fällen staatliche Stellen Auskunft über Nutzer verlangt haben oder Inhalte löschen wollten.

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Google: Government Request Tool präsentiert.

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David Drummond, Chefjurist von Google, hat im firmeneigenen Blog das Government Request Tool vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Webseite, auf welcher der Suchmaschinenanbieter zeigt, wie viele Anfragen zur Löschung von Inhalten aus Google-Diensten und zur Herausgabe von Nutzerdaten es von staatlichen Stellen gab. Bislang sind die Informationen nur für das Jahr 2009 verfügbar. Die Schweiz liegt mit unter zehn Löschungswünschen und 42 Fällen, in denen Daten von Usern verlangt wurden, auf dem 17. von 20 Rängen beziehungsweise auf dem viertletzten Platz der Liste mit 42 Ländern. In den FAQ gibt Google allerdings zu bedenken, dass man die Angaben allenfalls als Trendwerte sehen sollte. Ein Grund: Sie beziehen sich nur auf auf Fälle, in denen Kriminalität der Grund für die Regierungswünsche war. Wie viele der Gesuche Google abgelehnt hat, gab man nicht an.

Dieser Schritt in Richung mehr Transparenz passt zu einem Brief der Datenschutzbeauftragten von zehn Ländern an Googles Chef Eric Schmidt. In dem Schreiben, welches unter anderem von Vertretern aus Deutschland, Kanada und Frankreich unterzeichnet wurde, werden Google schwere Fehler beim Panorama-Dienst Street View und dem jüngst gestarteten Kommunikations-Tool Buzz vorgeworfen. Zwar habe das Unternehmen bei letzterem reagiert und die Lücken beseitigt, dennoch habe man unter anderem folgende Forderungen an Google: Der Anbieter soll sicherstellen, dass nur ein Minimum an Daten gespeichert wird. Die Standardeinstellungen sollten so gewählt sein, dass am wenigsten Daten freigeben. Usern sollte es leicht gemacht werden, ihre Accounts zu löschen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür, welcher Google wegen Privatsphäreproblemen von Street View vors Bundesverwaltungsgericht gebracht hat, ist nicht unter den Unterzeichnern.

Allerdings erfüllt der Suchmaschinenanbieter bereits einen Teil der Forderungen von Thürs Kollegen. So hatte man im November mit Google Dashboard eine Schaltfläche für den Google-Account eingeführt, über die man sich anzeigen lassen kann, welche Daten Google von einem gespeichert hat. Surfer können überdies Informationen direkt löschen und sich Datenschutzbestimmungen diverser Google-Dienste auf einer Seite anzeigen lassen. Im September hatte Google die Data Liberation Front gestartet. Auf der Webseite werden entsprechend nicht nur Tipps gegeben, wie man seine eigenen Daten bei Google importieren kann, sondern auch, wie man sie von dort wieder entfernt. Ausserdem wird Usern geraten vorab zu überprüfen, ob man auf Seiten Daten exportieren kann und was das kostet.

(hst)