IFA

06. September 2010 09:55; Akt: 19.10.2010 15:24 Print

So könnte Google TV aussehen

Zum Jahresende sollen die ersten Fernseher mit dem Angebot des Suchmaschinisten erhältlich sein. Auf der IFA hat Sony einen Ausblick gegeben.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
Sony gab auf der IFA 2010 in Berlin einen Ausblick auf Google TV. Quelle: Engadget.com Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Zum Thema
Fehler gesehen?

Geräte mit Google TV zeigte Sony auf der Internationalen Funkausstellung zwar nicht, dafür aber auf einem Fernseher das obige Video. Der Technologie-Blog Engadget.com hat es abgefilmt. Der zweiminütige Clip zeigt unter anderem wie YouTube, Google Maps und Picasa auf dem Fernseher genutzt könnten.

Erste Geräte mit Google TV werden noch für dieses Jahr erwartet. Sie sollen mit einem Atom-Chip von Intel ausgestattet werden und offene Software wie das Betriebssystem Android und den Browser Google Chrome benutzen. Videoinhalte aus dem Web sollen in hoher Bildqualität wiedergegeben werden. Auch Applikationen, die im Android Market zur Verfügung stehen, sollen integriert werden. Externe Tastaturen und Android-Smartphones sollen sich über WLAN mit der Google-Hardware koppeln lassen. Ein Partner ist dabei das Schweizer Unternehmen Logitech. Sony ist aber nur einer von vielen Herstellern, der Internet und Fernsehen verschmelzen will. Nur zwei Beispiele: Philips bietet seit längerem seine Lösung Net TV an, Samsung geht davon aus, dass 30 bis 50 Prozent seiner in zwei Jahren verkauften Fernseher einen Internetzugang haben.

Google: Nur die Relevanz zählt

In einem Blogeintrag hat Google bekannt gegeben, dass der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Texas überprüft, ob der Suchmaschinist Treffer anderer Unternehmen systematisch benachteiligt, also weiter unten anzeigt. Google-Jurist Don Harrison wies die Vorwürfe von Unternehmen wie Foundem, TradeComet und myTriggers zurück. Nur die Relevanz einer Website sei ausschlaggebend für ihre Gewichtung.
Harrison wies überdies darauf hin, dass zwei der Beschwerdeführer von Anwälten vertreten werden, die auch für Microsoft tätig sind. Die Redmonder haben mit Bing eine eigene Suchmaschine und arbeiten seit kurzem mit Yahoo zusammen. Daher ist Microsoft der schärfste Rivale Googles, wenngleich der Bing-Yahoo-Markanteil sich weltweit noch bei etwa zehn Prozent bewegt. Google verzeichnet rund 85 Prozent aller Suchanfragen.

Wie Ende Februar bekannt wurde, prüft die Europäische Kommission die Beschwerden von drei Unternehmen gegen Google. Der Betreiber der weltgrössten Internet-Suchmaschine soll gegen das Wettbewerbsrecht verstossen haben. Drei Internet-Firmen aus Frankreich und Grossbritannien werfen Google vor, sie im Ranking zu benachteiligen, weil sie eine Konkurrenz zu dem Marktführer darstellen. Bei den Beschwerdeführern handelt es sich um eine französische Suchmaschine für Rechtshilfe, eine britische Preisvergleich-Suchmaschine und das zu Microsoft gehörende Portal Ciao from Bing. Google erklärte, es sei zuversichtlich, den Wettbewerbshütern nachweisen zu können, dass seine Geschäftspraktiken in Einklang mit dem europäischen Wettbewerbsrecht stünden.

Sammeklage wegen Buzz abgewendet

Im Februar hatte Google seinen Dienst Buzz gestartet, der von Beginn an mit Datenschutzproblemen Schlagzeilen machte: Nachrichten wurden per Standardeinstellung öffentlich gemacht und mit «Auto-Follow» wurde automatisch eine Liste mit Followern aus dem privaten Gmail-Adressbuch generiert. Google reagierte prompt und schlägt mit «Auto-Suggest» den Usern seitdem beim ersten Einloggen eine Auswahl mit Kontakten vor, mit denen man über Buzz verbunden sein kann. In den USA drohte dem Unternehmen wegen Verletzungen der Privatsphäre trotzdem noch eine Sammelklage. Diese hat Google nun durch Zahlung von 8,5 Millionen US-Dollar an einen Datenschutz-Fonds abgewendet, wie arstechnica.com berichtet.

Seit längerem gibt es Gerüchte, Google Music, das cloudbasierte Song-Angebot des Suchmaschinenanbieters, stehe vor dem Start. Nun erhalten Spekulationen neue Nahrung: Wie Reuters schreibt, soll Andy Rubin, Googles Vice President of Engineering, mit einigen Plattenfirmen verhandeln. Google Music könnte damit im Dezember 2010 starten. Einen offiziellen Kommentar des Unternehmens gibt es bislang nicht.

Lesen Sie auch bei unserem deutschen Partner stern.de: Google - Die Web-Macht

(hst)