YouTube, Gmail und Co.

01. März 2012 18:07; Akt: 01.03.2012 18:07 Print

So schützt man sich vor Googles Datenhunger

von Daniel Schurter - Die umstrittenen Datenschutz-Bestimmungen von Google sind ab sofort in Kraft. Wir zeigen, was es aus Sicht der Internet-Nutzer zu beachten gilt.

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Google hat auf den 1. März neue «Spielregeln» eingeführt. Nun kann der US-Konzern die Nutzerdaten aus populären Diensten wie YouTube, Gmail und Co. verknüpfen und daraus Profile erstellen. Wir zeigen, wie man die Datenschutz-Einstellungen überprüfen - und verschärfen kann. Der einfachste und effektivste Tipp: nicht einloggen! Um YouTube, die Google-Suche oder Google Maps zu nutzen, muss man nicht (mit dem Google-Konto) angemeldet sein. Wenn man nicht angemeldet ist, werden keine personalisierten Daten gesammelt. Google selbst informiert auf seiner Website umfassend über die Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre. gehts zur Übersicht der Datenschutz-Tools. Das sogenannte Dashboard ist die Steuerzentrale jedes Google-Nutzers, in der alle mit einem persönlichen Google-Konto verknüpften Dienste aufgeführt sind. Aus Sicherheitsgründen muss man sich erneut anmelden. findet man die Links zu den Datenschutzbestimmungen und hier können die Besitzer eines Google-Kontos die Einstellungen für Google Kalender, Google Mail, Picasa und weitere Dienste ändern. Bei aktiviertem Webprotokoll speichert Google unbeschränkt alle Suchanfragen und alle von den Treffer-Seiten aufgerufenen Websites. Gemäss Voreinstellung ist die Protokollierung aber deaktiviert (Bild). können alle bisher angefallenen Webprotokoll-Daten vom Nutzer entfernt werden. Gleichzeitig wird die Protokollierung «angehalten». Google platziert mit seinem Adsense-Werbesystem Anzeigen. kann man die personalisierte Werbung abschalten. Allerdings wird dabei nur ein Cookie deaktiviert. Auch die personalisierten Werbeanzeigen bei der Google-Suche in Google Mail können deaktiviert werden. Eine dauerhafte Deaktivierung der personalisierten Werbung ist mit einem Browser-Plugin möglich. zu finden. Auch nicht-angemeldete Google-Nutzer werden bei ihrem Tun im Web erfasst und mit personalisierter Werbung «bedient». Dafür werden Server-Protokolldaten ausgewertet, die bis zu 18 Monate gespeichert werden. Entziehen kann man sich, indem man einen Proxy-Dienst nutzt, wie berichtet. Viele Webseiten setzen Google Analytics ein, um Nutzerdaten auszuwerten. Google stellt eine Erweiterung zur Verfügung, mit der sich das Datensammeln verhindern lässt. Das (im Beta-Stadium) gibts für Chrome, Firefox, Internet Explorer, Opera und Safari.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die neuen Datenschutz-Regeln von Google gelten für alle Nutzderdaten, die ab dem 1. März auf den Google-Servern gespeichert werden. Kurz gesagt kann der US-Konzern die Daten aus allen Produkten verknüpfen. Das betrifft praktisch alle populären Dienste, die gratis zur Verfügung gestellt werden, von Gmail bis YouTube. Ausgenommen sind lediglich der in der Schweiz nicht verfügbare Bezahldienst Google Wallet, das digitale Buchangebot Books sowie der Web-Browser Chrome und das Linux-Betriebssystem Google Chrome OS.

Nicht mehr nutzen?

Wer keine persönlichen Daten preisgeben will, muss dies auch nicht tun, oder? Jon Leibowitz, der Leiter der US-Handelsaufsicht FTC, brachte es in einem Interview auf den Punkt: Google lasse den Nutzern eine ziemlich brutale Entweder-oder-Entscheidung. Entweder man nutzt die Google-Produkte und erklärt sich einverstanden mit den diktierten Bedingungen – oder man lässt es. Das Problem: Dienste wie Gmail oder YouTube gehören bei vielen zum unverzichtbaren Alltag.

Doch es gibt auch noch eine andere Möglichkeit. Den goldenen Mittelweg. Wie bei einem Motor kommt es auf die Feinjustierung an. Es gibt zahlreiche Regler, sprich Einstellungen, mit denen der Datenhunger von Google in Zaun gehalten werden kann. In der Bildstrecke haben wir die wichtigsten praktischen Tipps zusammengestellt (siehe oben).

Behörden zeigen sich besorgt

Vor rund einem Monat hat Google die neuen Datenschutz-Regeln vorgestellt (20 Minuten Online berichtete). Seither ebbt die öffentliche Kritik nicht mehr ab. Die Bestimmungen sind äusserst komplex und die Änderungen für die Nutzer laut Experten gravierend, aber kaum zu durchschauen. Die europäischen Datenschützer zeigten sich beunruhigt und haben dem US-Unternehmen einen umfangreichen Fragenkatalog zugestellt. Zudem wurde gefordert, die Einführung der neuen Regeln zu verschieben. Google lehnte dies allerdings ab.

Der US-Konzern verfolgt laut eigenen Angaben mehrere Ziele: Angepriesen werden die Neuerungen in erster Linie als Vorteil für die Nutzer. Je mehr Google über die Nutzer wisse, desto besser der Service, beziehungsweise die «User Experience». Ausserdem geht es um viel Geld. Die rund um die Gratis-Dienste geschalteten Anzeigen können noch präziser auf die Nutzer ausgerichtet werden. Und je besser eine Werbung passt (und angeklickt wird), umso besser das Geschäft.

Mit Material der Nachrichtenagentur AP

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Liebe Alltagsnutzer. Wer die neuen Bedingungen gelesen hat (so wie ich), der weiss, dass ihr euch nicht fürchten müsst. Der Sinn liegt im Anpassen der Werbung -und zwar genau der Werbung, die ihr in gleicher Menge eh erhaltet (nur halt eben nicht auf euch zugeschnitten). Ein 0815-Benutzer hat keinen Grund diese Dienste nicht weiter vollständig zu Nutzen (ausgeschlossen politische Gründe). Ich wäre um sachliche Berichterstattung sehr dankbar, da ein normaler Benutzer nicht selber beurteilen kann, ob diese Bedingungen Sinn ergeben oder nicht. – Ruedi M.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal Flunder am 01.03.2012 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Habe heute alle meine Google Dienste wie youtube usw gekuendigt und den Account geloescht.

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  • Jürgen am 01.03.2012 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmacherei

    Was ist denn eigentlich so schlimm wenn Google weiss was ich gerne unternehme oder mit wem ich zu tun habe? Klar, sie nutzen bzw. verkaufen es für Werbezwecke. Aber was ist denn so schlimm daran, wenn ich Werbung bekomme für Sachen, die mich interessieren? Ist doch besser als bspw. Werbung für Bettwäsche wenn mich das überhaupt nicht interessiert. Ich sehe dabei durchaus auch einen Nutzen. Deshalb verstehe ich diese Panikmacherei nur begrenzt..

  • holzmichl1954 am 02.03.2012 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Google ist zu mächtig!

    Konsequenz: Ich habe google für einmal als Startseite gelöscht und mich für startwebseite bzw. yahoo entschieden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daten Müller am 03.03.2012 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals die korrekten Daten angeben

    Eine noch sinnvollere Methode ist, wie es eigentlich seit es das Internet gibt normal sein sollte, einfach falsche Daten verwenden, niemals eigene Daten eingeben! Datenmüll schaffen

  • Dani aus Brasilien am 02.03.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Daten werden so oder so gespeichert.

    Gute Tipps oben, doch die Deaktivierung der personalisierten Werbung heisst noch nicht das keine persönliche Daten gespeichert, und dann doch irgendwie verwendet werden.

  • Zweckpessimist am 02.03.2012 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Lösung

    Firefox mit den Addons Ghostwry und Noscript - schon hat die Datensammelei ein Ende.

  • nixname am 02.03.2012 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Oh mein Gott

    Was haben alle hier zu verbergen? Ich hatte mit Google nie Probleme. Google ist keine Polizei.

    • auchkeinname am 03.03.2012 22:35 Report Diesen Beitrag melden

      Aber...

      Aber die Polizei (jedenfalls die U.S.-amerikanische) hat vollen Zugriff auf Googles Daten...

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  • Googler am 02.03.2012 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo??

    Ich bin der Meinung, dass all die kostenlosen Google Produkte wirklich nützlich sind. Und hey, auch Google braucht Geld und das ist nunmal zu 80% durch Werbeeinnahmen abgedeckt. Leute, mal ehrlich, ihr postet euer ganzes Leben auf Facebook aber beklagt euch, wenn ihr personalisierte Anzeigen bekommt? Verkehrte Welt...

    • Andreas Wolfgang am 02.03.2012 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Da ich sowieso von allen Seiten mit Reklame zugemüllt werde, ist mir personalisierte Werbung eh viel lieber. Da seh ich wenigstens das was mich interessiert. Also bitte Google, weiter Daten sammeln, dann verschwindet vielleicht auch diese blöde Kinoreklame rechts auf dieser Seite :-)

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