Rechtschreibung ade

13. März 2012 00:00; Akt: 18.03.2012 23:18 Print

Bündner vergoogeln sich am häufigsten

von Hans Peter Arnold / Zora Schaad - Rechtschreibung ist Glückssache. Eine Analyse von deutschen Such-Eingaben bei Google zeigt: Bei Bündner Usern schleichen sich die meisten Fehler ein.

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«Standart» statt «Standard» oder «Gradwanderung» statt «Gratwanderung»: Bei deutschen Begriffen hauen die Internetnutzer aus Graubünden am häufigsten daneben, wie eine Auswertung falsch geschriebener Google-Suchwörter von 20 Minuten ergab. Hinter dem Bündnerland folgen der Thurgau, Solothurn und Luzern.

«Der Deutschunterricht ist bei uns nicht schlechter als in anderen Kantonen», verteidigt sich der Bündner Sekundarlehrer Stefano Anotta. Danny Bazell vom Bündner Amt für Volksschule und Sport vermutet: «Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz, das mag einen Einfluss auf die erhöhte Fehlerquote haben. In den romanischen Gegenden etwa wird Deutsch erst ab der dritten Klasse unterrichtet.»

Peter Müller von der Schweizer Orthographischen Konferenz hat Verständnis für die Schwierigkeiten: «Sprache ist nicht durchgehend logisch, es gibt viele Ausnahmen. Selbst für Fachleute ist die deutsche Rechtschreibung nicht einfach.» Bei englischen Suchwörtern ändert sich das Bild nicht wesentlich: Hier nimmt Thurgau den letzten Platz ein, gefolgt von Graubünden, Basel-Land und Solothurn. Auch wenn Suchbegriffe in Deutsch, Französisch und Englisch ausgewertet werden, bleibt dem Kanton Thurgau nur der letzte Platz (siehe Box). Über eine gute Rechtschreibekompetenz – und zwar unabhängig von der Sprache des Suchbegriffs – verfügen die Kantone Genf, Freiburg und Zug.

So verbessern Sie Ihre Rechtschreibung

Insgesamt am wenigsten Fehler machen die Genfer. In der französischen Sprache sind sie zwar nur im Mittelfeld platziert, dafür schneiden sie in Englisch und Deutsch überdurchschnittlich ab. Überhaupt fällt auf, dass sich die «typischen Fehler» bei Menschen aus einem anderen Sprachraum weniger einschleichen. Vermutlich werden die Begriffe sorgfältiger eingetippt oder aufgrund hoher Unsicherheit ins Google-Suchfeld kopiert.

In die Analyse flossen Daten von 2004 bis heute. Bemerkenswert: Seither ist die Fehlerquote dank Verfeinerungen und Selbstkorrektur der Google-Tools bei deutschen und französischen Begriffen um einen Drittel gesunken. Wer auch ohne technische Unterstützung sattelfester werden möchte, dem empfiehlt Peter Müller vor allem eins: «Möglichst oft gute Texte lesen, so entsteht Rechtschreibkompetenz.»

Sehen Sie sich die Top-Ten der häufigsten Fehler in der Bildstrecke oben an.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philip C. am 14.03.2012 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Glas sittzen tuht solte nich Stein verfen...

    Ich finde es witzig, dass ausgerechnet 20 Min. einen Artikel über Rechtschreibung schreibt. Bei euch hat praktisch jeder Artikel schreibfehler. Ich hab schon 100 Screenshots von euren tollen Artikeln. Schickt doch eure Journalisten und SDA kopierer mal in einen Deutschunterricht. Wäre sehr wünschenswert.

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  • Nachdenklicher am 13.03.2012 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich!!!

    Solche Erhebungen sind meines Erachtens sehr bedenklich! Aus Datenschutzgründen ist das eine Grauzone! Auf dem Netz ist niemand anonym und es durchaus denkbar, dass auf diese Weise z.B. in anderer Menschengruppen analysiert werden könnten. Vielleicht gibts ja bald ein Rating von Schulen...? Zudem sagt eine solche Statistik wenig über die Rechtschreibung aus, höchstens, dass man unter dem Googlestress des "mal-schnell-Reintippens" oft unüberlegte Fehler macht... wer schon nicht???

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  • I.L. am 13.03.2012 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant...

    finde ich das Google offensichtlich regional unterscheiden kann. Mich nähme ja Wunder wie genau die von Google gesammelten Daten sind. Lassen sich dies eweiter auf Bezirke oder gar Gemeinden runterbrechen???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tinu am 15.03.2012 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Gründe für Fehler

    Schon mal daran gedacht, dass es noch mindestens zwei weitere Gründe gibt, warum etwas falsch geschrieben wird beim googeln? Zum einen gibt es am PC oft flüchtigkeitsfehler die einem beim Schreiben nicht auffallen. Zum andern wird manchmal auch etwas extra falsch geschrieben. Schreibt man einen häufigen Fehler extra in die Suche, findet man auch Seiten, auf denen der Autor der Seite, diesen Fehler selber gemacht hatte.

  • Marc am 14.03.2012 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Rechtschreibung bei Google

    Warum sollte man sich beim "googeln" die Mühe machen, auf die Rechtschreibung zu achten? Das Richtige Ergebnis erscheint,egal ob richtig oder falsch geschrieben. Ich persönlich mache mir beim "googeln" zumindest keine Gedanken über die Rechtschreibung der Suchanfrage

  • Massi am 14.03.2012 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daten

    Dieser Bericht ist wieder ein Beweis dafür, dass Datenschutz nicht mehr existiert. Somit könnte man sogar die Daten benutzen und denen die zu oft Fehler im Google eingeben gezielt Deutschkurse anbieten, und sogar in der Nähe des Users.

  • Philip C. am 14.03.2012 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Glas sittzen tuht solte nich Stein verfen...

    Ich finde es witzig, dass ausgerechnet 20 Min. einen Artikel über Rechtschreibung schreibt. Bei euch hat praktisch jeder Artikel schreibfehler. Ich hab schon 100 Screenshots von euren tollen Artikeln. Schickt doch eure Journalisten und SDA kopierer mal in einen Deutschunterricht. Wäre sehr wünschenswert.

    • Amediesli Rotstift am 15.03.2012 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wer Glas......

      ... da koennen Sie sich gleich auch selbst anmelden: Schreibfehler ist ein Substantiv und wird gross geschrieben. Schoenen Tag noch!

    • meme am 15.03.2012 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Sie haben soeben ein Internet für den Leserkommentar des Tages gewonnen!

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  • Erwin am 14.03.2012 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlerquote

    Das merkt man leider auch bei vielen kommentaren. 10 fehler bei 20 worten sind keine seltenheit.