WLAN-Datenerfassung

15. Mai 2010 23:51; Akt: 16.05.2010 01:09 Print

Google gibt schweren Fehler zu

von Michael Liedtke, AP - Der Internet-Gigant Google hat sich dafür entschuldigt, dass in den vergangenen vier Jahren weltweit persönliche Daten aus öffentlichen WLAN-Netzen gesammelt wurden. Dies wurde auch in der Schweiz getan.

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(Bild: Keystone)

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Der Vorfall ist dem Suchmaschinenkonzern sichtlich peinlich. Auf das Problem sei man erst durch Hinweise des deutschen Verbraucherschutzministeriums aufmerksam geworden. «Uns ist klar, dass wir schwer versagt haben», erklärte einer der Cheftechniker von Google, Alan Eustace. Auch in der Schweiz sind persönliche Daten aus öffentlichen WLAN-Netzen gesammelt worden, wie ein Google-Sprecher am Samstag gegenüber Radio DRS bestätigte.

Die Erfassung der Daten sei unabsichtlich erfolgt, betonte Google am Freitag. Es werde alles getan, damit sich so etwas nicht wiederhole. «Die Aufrechterhaltung des Vertrauens der Menschen ist grundlegend für alles, was wir machen», erklärte Eustace im Firmen-Blog. «In diesem Fall haben wir das nicht geschafft.»

«Der Vorgang ist alamrierend»

Das Bundesverbraucherministerium will es nicht darauf beruhen lassen. «Nach den uns bisher vorliegenden Informationen ist Google über Jahre offenbar illegal in private Datennetze eingedrungen», hiess es am Samstag in einer Erklärung des Ministeriums. Der Vorgang sei alarmierend. Datenschutz sei für Google offenbar noch immer ein Fremdwort ist. Google müsse endlich offenlegen, welche Daten für den Dienst Street View «erfasst, gespeichert, vernetzt und vermarktet werden».

Hintergrund ist, dass Google in den vergangenen Jahren Fragmente von E-Mails und Surf-Daten erfasste, wenn die Kommunikation über öffentliche WLAN-Netze erfolgte. Gesammelt wurden die Daten mit Google-Fahrzeugen, die für den Dienst Street View Bilder von Strassenansichten machten. Dabei wurde auch registriert, ob sich WLAN-Netze in der Nähe befinden. Was Google nach eigenen Angaben nicht wusste, war, dass zudem noch eine experimentelle Software eingesetzt wurde, die die über die öffentlichen WLAN-Netze gesendeten Daten sammelte, wenn das Google-Fahrzeug gerade in Reichweite war. Es seien aber immer nur kleinste Fragmente gewesen, da die Erfassungsgeräte fünf Mal in der Sekunde den Kanal wechselten, hiess es.

Alle gesammelten Informationen sollen gelöscht werden

Google betonte, die gesammelten Daten seien weder in der Suchmaschine noch in anderen Diensten verwendet worden. Sie würden komplett gelöscht, sobald das Einverständnis der Regierungen der 30 betroffenen Länder vorliege. Google deutet damit an, dass dem Unternehmen bewusst ist, dass mit dem wenn auch unabsichtlichen Sammeln der Daten auf jeden Fall eine ethische Grenze überschritten wurde.