Verpatzter Start

15. Februar 2010 11:00; Akt: 15.02.2010 11:40 Print

Google reagiert auf Kritik an Buzz

Noch keine Woche ist vergangen, seit der Social-Networking-Dienst Buzz an den Start gegangen ist. Die User sehen ihre Privatsphäre verletzt und protestierten lauthals. Nun sah sich Google zum Handeln gezwungen.

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«Auto-Suggest» anstelle von «Auto-Follow»: Neu soll den Usern beim ersten Einloggen eine Auswahl mit Kontakten vorgeschlagen werden, mit denen man über Buzz verbunden sein kann.

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«Wir haben schnell festgestellt, dass wir nicht alles richtig gemacht haben. Euer Feedback haben wir laut und deutlich vernommen und arbeiten seit dem Start von Google Buzz rund um die Uhr an der Behebung der geäusserten Bedenken», schreibt Google-Manager Todd Jackson im offiziellen Gmail-Blog. Er spricht damit die in Foren und Blogs geäusserten Bedenken betreffend der Verletzung der Privatsphäre an (20 Minuten Online berichtete). Stein den Anstosses ist die Tatsache, das Nachrichten per Standardeinstellung öffentlich gemacht werden und dass mit «Auto-Follow» automatisch eine Liste mit Followern aus den privaten Gmail-Adressbuch generiert wird. Dies hat nun Google geändert und schlägt stattdessen mit «Auto-Suggest» den Usern beim ersten Einloggen eine Auswahl mit Kontakten vor, mit denen man über Buzz verbunden sein kann.

Ausserdem wird neu darauf verzichtet, Inhalte aus Picasa-Fotoalben und Google Reader automatisch mit Buzz-Kontakten zu verknüpfen. In den Einstellungen zum persönlichen Gmail-Konto findet man neu den Tab Buzz. Hier lässt sich der Social-Networking-Dienst auf Wunsch mit einem Link ganz deaktivieren. Zurzeit wurden die Anpassungen allerdings noch nicht umgesetzt, dies soll aber «in den nächsten Tagen» noch gemacht werden.

Wie ernst es Google mit den angekündigten Verbesserungsmassnahmen meint, ist allerdings fraglich. Denn nach wie vor wird per Standardeinstellungen öffentlich gemacht, wenn man auf Buzz folgt, bzw. wer einem folgt. Das IT-Portal businessinsider.com hegt deshalb so seine Zweifel an Googles Massnahmen: «Wenn Google wirklich daran interessiert wäre, die Privatsphäre der User zu schützen, wären diese Follower-Listen standardmässig privat.»

(mbu)