Ärger im Netz

14. März 2013 09:27; Akt: 14.03.2013 10:54 Print

Google killt den RSS-Reader

Trotz treuer Nutzerschar wird Google Reader dichtgemacht. Der Internet-Konzern verdient kein Geld mit dem praktischen Service und will sein soziales Netzwerk Google+ besser etablieren.

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Auf den Google Reader greifen auch viele RSS-Apps für Smartphones und Tablets zurück. Nun müssen sich die Nutzer nach einer Alternative umsehen. (Bild: AP Photo/Mark Lennihan)

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Millionen Internet-Nutzer, die auf den RSS-Dienst Google Reader als Nachrichtenticker vertrauen, werden sich zum Sommer eine Alternative suchen müssen. Google macht den 2005 gestarteten Service am 1. Juli dicht.

Spekuliert wurde schon lange darüber, nun haben sich die Befürchtungen bewahrheitet. Die Zahl der Nutzer sei gesunken, hiess es am Mittwoch zur Begründung in einem Blogeintrag von Google. Auf den Google Reader greifen auch viele RSS-Apps für Smartphones und Tablets zurück, um den Nachrichtenfluss zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren. Beschwichtigend heisst es vom Internet-Konzern: Man werde die Daten exportieren können, um zu einem anderen Dienst umzuziehen.

Nach der Ankündigung schlugen die Wellen hoch im Internet. Die Enttäuschung der RSS-Fans ist riesig und sie verschafften ihrem Ärger via Twitter Luft. Mit einer Online-Petition soll Google aufgefordert werden, den Entscheid rückgängig zu machen.

Praktischer Nachrichtenticker

Mit RSS (Really Simple Syndication) kann man neuen Inhalten auf Websites folgen, ohne sie jedes Mal neu aufrufen zu müssen - die neuen Einträge tauchen in einer Art Nachrichtenticker auf. Google eroberte mit seinem kostenlosen Reader schnell einen grossen Teil des Marktes.

Mit der Ausbreitung von Twitter und Facebook wurden die RSS-Ströme allerdings für viele Nutzer weniger wichtig. Google versucht zudem, mit Google+ ein eigenes Online-Netzwerk zu etablieren. Gegenüber dem US-Blog The Next Web packte ein ehemaliger Google-Mitarbeiter aus. Google Reader sei schon immer stiefmütterlich behandelt worden innerhalb des Unternehmens. Geld habe man damit nicht direkt verdient, das sei auch nicht das Ziel gewesen. Mit dem Aufkommen von Google+ sollte das Teilen von Inhalten über das soziale Netzwerk erfolgen.

RSS hat aber gerade deswegen eine treue Anhängerschaft, weil man interessante Quellen im Internet verfolgen kann, ohne Social Media zu nutzen.

Es zeichnet sich eine Alternative ab

Wie das deutsche IT-Portal heise.de festhält, zeichnet sich eine Alternative zum Google Reader ab. Der RSS-Reader feedly, der bislang ebenfalls auf Google Reader gesetzt hat, könnte in die Lücke springen. Offenbar arbeiten die feedly-Entwickler an einem entsprechenden Service. Dies geht aus einem Blogeintrag hervor. So soll man die abonnierten RSS-Feeds auch nach dem 1. Juli ohne Einschränkungen weiternutzen können. Und zwar im Webbrowser, aber auch mit der Android-Plattform sowie Apples iOS.

Kommentatoren weisen darauf hin, dass es immer gefährlich sei, sich auf nur einen einzigen Anbieter zu verlassen. Das Ende von Google Reader dürfte viele Nutzer in dieser Ansicht bestärken. Fakt ist: Der Internet-Konzern könnte bei jedem seiner populären, durch Werbung finanzierten Gratis-Dienste den Stecker ziehen. Jederzeit.

(dsc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David Spörri am 14.03.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bald kein Google mehr für mich

    Ist so ziemlich das letzte Produkt von ihnen, dass ich fleissig verwende. Schade, Google Reader hat(te) neben Webinterface die meisten Optionen an Apps auf jeder Platform. Danach wird mein Google Konto aussterben. Danke für die guten Platformen.

  • Charlie B. am 14.03.2013 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Yes, feedly!

    Benutze die "feedly" App auf iOS schon länger, ist echt genial und super gemacht! Und macht auch die Apps von 20min und tagesanzeiger überflüssig die mit Werbung nur so triefen!

  • X-rated am 14.03.2013 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Google nicht so "open" wie behauptet

    Google hat auch aktuelle Ad-Blocker aus dem Google Play Store entfernt. Hier wird also auch gegen Software-Hersteller vorgegangen. Ein Verhalten das immer Apple angekreidet wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oli K. am 14.03.2013 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Wenn das mal nicht Ironie ist. Diese Nachricht habe ich durch die App Reeder, ein Google-Reader Client gelesen. Ich finde es sehr schade das Google diese gute Tool abschaltet. Ich bin mir aber sicher, dass eine Alternative kommen wird.

  • Benjamin G. am 14.03.2013 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Google Currents

    Google Currents zeigt diesselben Abos an wie Reader und favorisieren ist ebenfalls dort möglich, aber das ist leider nur als App verfügbar. Würde dies gern auch auf dem Desktop lesen können.

    • Simon M. am 14.03.2013 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      Currents

      Currents ist lange nicht so praktisch wie ein guter RSS Reader. Und Feedly ist vom Design her nahezu gleich schön.

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  • X-rated am 14.03.2013 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Google nicht so "open" wie behauptet

    Google hat auch aktuelle Ad-Blocker aus dem Google Play Store entfernt. Hier wird also auch gegen Software-Hersteller vorgegangen. Ein Verhalten das immer Apple angekreidet wird.

  • David Spörri am 14.03.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bald kein Google mehr für mich

    Ist so ziemlich das letzte Produkt von ihnen, dass ich fleissig verwende. Schade, Google Reader hat(te) neben Webinterface die meisten Optionen an Apps auf jeder Platform. Danach wird mein Google Konto aussterben. Danke für die guten Platformen.

  • vitaSvizra am 14.03.2013 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    BING

    Wie wär's denn mit Bing News von Microsoft? Ist ja auch im Suchen-Sektor die grösste Alternative...

    • A.R. am 14.03.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Bing News ist nicht annähernd sowas.

      Anscheinend nicht verstanden um was es hier geht was... es geht um einen RSS Reader und nicht einfach eine News Seite.

    • Simon M. am 14.03.2013 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      News!=RSS

      Es geht nicht um News das ist ein anderer Dienst.

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