Frontalangriff

29. Juni 2011 11:44; Akt: 29.06.2011 14:46 Print

Google macht auf FacebookGoogle macht auf Facebook

Einmal mehr versucht der Suchmaschinenriese sich als Social Community zu etablieren. Platzhirsch Facebook braucht sich vorerst aber noch nicht zu fürchten.

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Google+: Kampf dem «Freundschaftsbrei».(Quelle: YouTube/Google) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Am Dienstag stellte Google-Manager Vic Gundotra mit Google+ ein neues soziales Netzwerk vor, das den Informationsaustausch mit Freunden und Bekannten erleichtern soll. Mit «Buzz» wurde schon einmal versucht, in dieser Richtung Fuss zu fassen. Der Suchmaschinenriese hatte dabei aber eine Bauchlandung erlitten. Mit Google+ soll dies nicht mehr passieren.

Gegenüber Facebook soll es den Vorteil bieten, bestimmte Dinge nur mit ausgewählten Kontakten zu teilen. Google nennt diese Funktion «Circles». «Man steht zu unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichen Beziehungen. Das Problem ist, dass heute jeder im Web den Stempel 'Freund' aufgedrückt bekommt, und das Teilen von Inhalten unter diesem Freundschaftsbrei leidet», schreibt Vic Gundotra im offiziellen Firmenblog. Dass die Nutzer von Facebook auch Freundes-Gruppen erstellen können, wurde von ihm wohl wissentlich nicht erwähnt.

Kontakte werden importiert

Einen grossen Startvorteil bietet Google den Usern, indem beim Aufbau des eigenen sozialen Netzwerks nicht bei null gestartet werden muss. Sämtliche Kontaktdaten aus dem persönlichen Gmail-Adressbuch werden importiert.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Facebook: Mit Google+ werden Videochats in grösseren Gruppen ermöglicht. Wer die Kamera lieber ausgeschaltet lassen will, kann über die integrierte Chatfunktion «Huddle» mit ausgewählten Gruppen in Kontakt treten. Neu ist auch «Sparks». Dabei handelt es sich um eine Art Newsreader, in den Themen eingespeist werden, die den User interessieren könnten.

Google+ steht zunächst nur einer begrenzten Anzahl von Testern zur Verfügung und befindet sich noch im Betabetrieb. Wann es für alle freigegeben wird, ist noch nicht bekannt.

MySpace vor dem Aus

Während Google den Eintritt ins Social-Web angekündigt hat, steht das Urgestein MySpace angeblich vor dem Aus. Wie die Nachrichtenagentur AP aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben will, soll die zu Rupert Murdochs Medienkonzern gehörende Social Community noch diese Woche verkauft werden. Der Verkauf des Netzwerks, das in den vergangenen drei Jahren nur herbe Verluste machte, werde vermutlich die Entlassung der Hälfte der zuletzt noch 500 Mitarbeiter zur Folge haben, hiess es weiter. Medienberichten zufolge soll der Preis bei 20 bis 30 Millionen Dollar liegen.

Wie auch immer der Preis aussehen mag, er zeigt, wie sehr das Netzwerk, das einst ein aussichtsreicher Konkurrent von Facebook war, in den vergangenen Jahren an Popularität verloren hat. News Corp hatte MySpace 2005 für 580 Millionen Dollar übernommen. Und vor vier Jahren verkündete News Corp-Chef Murdoch noch, dass MySpace einmal eine Milliarde Dollar Umsatz machen werde. In diesem Jahr wird es nur ein Fünftel davon sein.

Wie die Marktbeobachtungsfirma comScore Inc. meldete, hatte die Website von MySpace im Mai 74 Millionen Besucher, das waren 32 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Facebook wuchs im gleichen Zeitraum um 26 Prozent auf 1,1 Milliarden Besuche, Twitter hatte 139 Millionen, das war ein Anstieg um 54 Prozent.

(mbu/dapd)

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  • A. Kipfer am 01.07.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr zufrieden mit Google+

    Bin Google+ bereits ausgiebig am testen und bin begeitstert. Finde das design und die usability einiges angenehmer als be Facebook. Zudem hat sich Facebook mit diversen Dingen wie z.B. der berechtigung SMS auf Android Geräten zu lesen, sehr unbeliebt gemacht. Würde gerne wechseln. Hoffe genügend Leute machen diesen Wechsel mit. Die Google+ Apps für Android sind auch welten besser als jene von Facebook. Natürlich ist noch nicht alles perfekt bei Google+ aber es ist ja auch noch ne Beta.

  • Jeremy Prescott am 01.07.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Google Plus >= Facebook

    bin bereits bei google+ dabei und muss sagen, es ist wirklich geil! Konzeptuell ist es sehr genau durchdacht und intuitiv. Natürlich ist es viel einfacher für "El Goog" bei facebook zu schauen wie es gemacht wurde, um es dann verbessert umzusetzen. Facebook will aber keine privatsphäre! Google gibt sie einem bei jeder bearbeitbaren Info oder bei Posts direkt, anstatt die Einstellung irgendwo fast unauffindbar vom User zu verstecken. Und Posts sind nicht default mässig auf Publik, wie bei Facebook. Facebook hat aber immernoch mehr Funktionalität. Wie wird Facebook reagieren? The war has started

  • Manuel K. am 30.06.2011 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook bleit der Riese

    Wer sich mal ein bisschen über die Privatsphäreneinstellungen auf Facebook informiert, merkt, dass man auch dort Status, Fotos, Videos und mehr nur einem oder mehreren "Circles", auf Facebook Gruppen genannt, freigeben kann. Google möchte den Leuten eine einfache Möglichkeit geben, Dinge mit ihren Freunden und der Familie zu teilen. Das hat Facebook ja schon längst vorgelegt. Und wer immer noch am Datenschutz/Privatsphäre zweifeilt, soll mal ein bisschen googeln und wird sehen, dass Google auch Kritik betreffend Datenschutz/Privatsphäre bekommt. Ich denke kaum, dass Google+ den Riesen Facebook übertrumpfen kann, da sich die User schon mit dieser Plattform vertraut gemacht haben und sich denken, für was (nochmals) zu einer anderen Plattform wechseln, die fast die gleichen Funktionen wie Facebook aufweist?