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06. Januar 2011 12:10; Akt: 06.01.2011 13:12 Print

Google muss SMS-Bugs beheben

Der Internet-Konzern bestätigt, dass Android-Handys Kurznachrichten an falsche Empfänger senden. Mit einem Update sollen gleich mehrere Probleme gelöst werden.

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Nun ist eine beunruhigende Meldung für Android-User offiziell bestätigt worden: Die Smartphones mit dem von Google entwickelten Betriebssystem haben in vereinzelten Fällen mit bedenklichen Software-Fehlern zu kämpfen. Unter bislang nur teilweise geklärten Umständen gelangen scheinbar korrekt verschickte Kurznachrichten (SMS) an falsche Empfänger.

Auf der Website der Android-Entwickler berichten die Programmierer, dass gleich zwei Software-Fehler identifiziert wurden. «Fortunately, we have fixes for both of them.» Sprich: Die Fachleute arbeiten fieberhaft an der Lösung der Probleme. Zeitpunkt und Form, in der die entsprechenden Reparatur-Updates verbreitet werden, sind offen. Optimal wäre wohl ein Bugfix, der automatisch per Android Market an alle Anwender ausgeliefer wird.

Laut Android-Website sind folgende Bugs identifiziert worden:

1. In sehr seltenen Fällen sei eine SMS tatsächlich an falsche Absender geschickt worden. Es habe eine Zeit gedauert, bis die Android-Entwickler diesen Fehler nachvollziehen konnten, heisst es.

2. Häufiger kommt anscheinend ein Problem beim Öffnen von Kurznachrichten vor. Anstatt des gewünschten SMS wird ein falsches geöffnet. Dies könne vorallem dann passieren, wen man auf eine vorhandene SMS tippt, während die Messaging-App noch nicht vollständig geladen ist.

Wenn der User das Öffnen der «falschen» Nachricht nicht bemerkt und direkt auf Senden klickt, wird eine falsche SMS verschickt. Auch von diesem Problem seien nicht sehr viele User betroffen, heisst es auf der Android-Website.

Warten aufs Update

Die Android-Entwickler empfehlen, mit dem Öffnen einer SMS zu warten, bis das SMS-Programm vollständig geladen ist. Ausserdem wird empfohlen, vor dem Abschicken einer SMS noch mal auf den Bildschirm zu schauen und die Empfängeradresse zu kontrollieren. Dieser gut gemeinte Hinweis vermag die User nur teilweise zu befriedigen, wie ein Blick auf die Kommentare zeigt. Tatsächlich können sie erst aufatmen, wenn das Software-Update erfolgt ist.

Viele betroffen?

Abschliessend lassen die Android-Entwickler verlauten, dass sie nicht mit dauerhaften bzw. hartnäckigen Schwierigkeiten («persistent Problems») rechnen. Es werde aber nach weiteren Bedienungs-Abläufen gesucht, die einen solchen SMS-Bug auslösen können.

Wie viele Android-User in der Schweiz bisher betroffen waren, ist nicht bekannt. Nach einem Bericht zur Verwirrung um den SMS-Bug hatten sich mehrere Leser bei 20 Minuten Online gemeldet und Probleme beklagt.

Google Schweiz wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die oben erwähnte Mitteilung auf der Android-Entwicklerwebsite.

Hinweis: Wer herausfinden möchte, ob eigene SMS falsch verschickt wurden, kann dies laut Heise Online in der SMS-App tun. Beim langen Drücken auf eine gesendete SMS öffnet sich ein Kontextmenü. Unter «Nachrichtendetails anzeigen» zeigt Android die tatsächliche Telefonnummer des Empfängers.

(dsc)