Projekt Babel

10. April 2013 14:25; Akt: 07.05.2013 15:13 Print

Google plant iMessage auf Steroiden

Die Hinweise auf einen mächtigen neuen Messaging-Dienst aus dem Hause Google verdichten sich. Bringt der Internet-Konzern einen WhatsApp-Killer heraus?

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Mitte Mai könnte Google einen plattformübergreifenden Messenger vorstellen. (Bild: AP Photo/Mark Lennihan)

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WhatsApp ist praktisch und um Welten günstiger als herkömmliche SMS. Doch der populäre Messenger hat einen grossen Haken: Der Austausch von persönlichen Nachrichten, Bildern und Videos ist grundsätzlich nur über Smartphones (mit dazugehöriger Handynummer) möglich.

Neben WhatsApp ist auch iMessage von Apple zu einem veritablen SMS-Killer herangewachsen. Allerdings steht der kostensparende Messaging-Dienst nur für Apple-Nutzer zur Verfügung, auf iPhones, iPads, iPods und Mac-Computern.

Da käme ein neuer Service, der die Vorteile von WhatsApp und iMessage vereint, gerade richtig. Und genau dies könnte Google schon sehr bald aus dem Hut zaubern. Derzeit verdichten sich die Gerüchte über einen mächtigen neuen Messaging-Dienst für Mobilgeräte und Desktop-Rechner. Der Codename lautet angeblich Google Babel, wie erste im Web aufgetauchte Screenshots zeigen.

Das Killerargument

Babel soll die zahlreichen Chat-Dienste, die Google bereits anbietet, zu einem einzigen Dienst zusammenfassen. Der neue Service sei so etwas wie «iMessage auf Steroiden», meint der US-Blog The Verge zu den vielversprechenden Möglichkeiten. Das Killerargument wäre die Unabhängigkeit von einem bestimmten Gerätetyp oder einem einzelnen Betriebssystem.

Google Babel liesse sich auf den am meisten verbreiteten Smartphones, Tablets und Computern nutzen, egal ob Android, Windows, Apples iOS oder OS X. Der neue Dienst soll den Gerüchten nach eng mit den bestehenden Google-Diensten wie Gmail und Google+ verzahnt werden. Als Nutzer könnte man in jedem Programm auf das immer gleiche Chat-Fenster zugreifen: Die empfangenen und gesendeten Nachrichten würden zudem automatisch synchronisiert.

Präsentation im Mai?

Erst kürzlich hat WhatsApp ein Übernahmegerücht dementiert. Demnach wird Google den Messenger-Marktführer mit geschätzten 400 Millionen Nutzern nicht schlucken. Muss der Internet-Konzern ja auch gar nicht, wenn er bereits eine eigene Lösung am Start hat. Laut Gerüchteküche könnte Babel Mitte nächsten Monat anlässlich der Google-Entwicklerkonferenz I/O präsentiert werden.

Was den Vergleich mit Apple betrifft, gelte es allerdings noch eine technische Hürde zu nehmen, hält The Verge fest. Die iMessage-App ermöglicht auch das Versenden von herkömmlichen Kurznachrichten. Es sei fraglich, ob Google Babel diese SMS-Integration gleich zum Start bieten werde.

(dsc)