Grünere IT

13. September 2011 07:30; Akt: 13.09.2011 20:53 Print

Google setzt auf MeerwasserGoogle setzt auf Meerwasser

Rechenzentren sind Stromfresser, die rund um die Uhr mit kalter Luft gekühlt werden müssen. Dass es auch anders geht, stellt Google in Finnland unter Beweis.

(Quelle: youtube.com/googlegreen)
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Google ist ein Unternehmen, das viel Wert darauf legt, gut zu sein. Immer mal wieder auftauchenden Bedenken, dass die Rechenzentren riesige Mengen an Energie verbrauchen, und dass das nur schlecht für unseren Planeten sein könne, ist das Unternehmen nun in einer ausführlichen Stellungnahme entgegengetreten.

Hart kritisiert

Googles Umweltbilanz geriet schon 2009 durch einen Bericht in der britischen Zeitung «The Sunday Times» in den Fokus. Darin wurde die Behauptung aufgestellt, dass durch die Suche bei Google grosse Mengen an Treibhausgasen freigesetzt würden. Bei einer einzigen Suchanfrage werde so viel Kohlendioxid frei wie um einen Wasserkessel zum Kochen zu bringen, hiess es.

Google wies dies entschieden zurück und die Zeitung akzeptierte dann auch die Angaben des Unternehmens, wonach der Energieaufwand für eine Suchanfrage 35 Mal geringer sei als in dem Artikel behauptet. Aber jener Beitrag und andere immer wieder geäusserte Befürchtungen, dass die riesigen Rechenzentren durch den hohen Energiebedarf schädlich für unser Klima sind, führten dazu, dass Google eine ausführliche Untersuchung zur Energiebilanz in Auftrag gab.

Zahlen veröffentlicht

Im offiziellen Firmen-Blog wurden die Ergebnisse nun in der vergangenen Woche erstmals öffentlich gemacht. Demnach verbrauchte Google im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Kilowattstunden an Strom. Das entspricht ungefähr dem, was 207 000 US-Haushalte in einem Jahr verbrauchen.

Das ist zwar nur etwa die Hälfte von dem, was die grossen Öl-, Auto-, Chemie- und Stahlkonzerne verschlingen, macht Google aber trotzdem zu einem grossen industriellen Nutzer von Energie, wie der Experte John Hughes erklärt.

Erneuerbare Energien

Google hatte über Jahre ein grosses Geheimnis aus seinem Stromverbrauch gemacht, um der Konkurrenz keine Anhaltspunkte über das rasante Wachstum des Internetriesen zu geben. Über die Server von Google laufen nicht nur die Anfragen der Suchmaschine, sondern auch Videos der Tochter Youtube, der E-Mail-Dienst Gmail und das neue soziale Netzwerk Google+.

Um die Auswirkungen auf das Klima zu verringern, kauft Google schon seit einiger Zeit Strom aus erneuerbaren Energiequellen und investiert selbst stark in Wind- und Sonnenenergie. Zudem wird auf die Effizienz der Rechenzentren geachtet.

Wasser vom Meerbusen

Das Teuerste beim Betrieb von Computer-Rechenzentren ist die Kühlung und Google geht diesbezüglich neue Wege, um die Kosten und den Energieverbrauch zu senken: Die neueste Server-Farm hat der Konzern direkt dort gebaut, wo es kalt ist, in Finnland. Der Umbau einer alten Papiermühle kostete 200 Millionen Euro, wie das "Wall Street Journal" am Montag berichtete. Zur Kühlung der Rechner trägt nicht nur die kalte Luft bei: Die Google-Techniker haben ein bestehendes Kühlsystem modifiziert, das sich Wasser aus dem finnischen Meerbusen holt.

«Sie sind besorgt, und das ist auch gut so, dass die Menschen glauben, dass sie mehr Energie verbrauchen, als sie es tatsächlich tun», sagt Noah Horowitz, ein US-Wissenschaftler des Natural Resources Defense Councils, das sich mit Energieeffizienz beschäftigt.

Werbung für Cloud-Computing

Eine allgemeine Verbesserung der Energiebilanz erhoffen sich Firmen wie Google oder Microsoft auch dadurch, dass sie vor allem bei Geschäftskunden und Unternehmen weiter für das Cloud-Computing werben. Dabei werden Datenspeicherung und auch die Bearbeitung vom einzelnen Computer in grosse Rechenzentren irgendwo auf der Welt verlagert. Das sei deutlich effizienter, als wenn jede Firma das auf ihren eigenen Rechnern erledige, erklärt Jonathan Koomey von der Stanford Universität.

Energiesparen beim Suchen

Zudem verweist Google darauf, dass eine Suche nach einem bestimmten Thema im Internet immer noch energieeffizienter sei, als in eine Bibliothek zu fahren und dort in Büchern nachzusehen. Auch andere Experten bestätigen, dass es weit umweltfreundlicher ist, sich ein Video im Internet anzusehen, als eine DVD zu kaufen, die erst hergestellt, verpackt, transportiert und verkauft werden muss.

(dsc/dapd)

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  • Luca Bornhauser am 13.09.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Noch effizienter?

    Hmm ist doch cool wenn eine so grosse Firma wie Google auf grüne Energie setzt. Kleiner Vorschlag an Google: Wechselt die Startseite von Weiss auf Schwarz, dann spart die ganze Welt eine Menge Strom.

    • Dani Zürcher am 14.09.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Überholte Aussage

      Leider stimmt diese Aussage nicht mehr. Heutzutage gibt es sogut wie keine CRT Röhrenbildschirme mehr. Bei diesen wurde tatsächlich für schwarz kein Strom gebraucht. Auf einem LCD Monitor spielt dies aber keine Rolle dieser wird komplett von einer Leuchtstoffröhre (LEDs bei einem LED Display) beleuchtet. Diese leuchtet auch wenn der Bildschirm schwarz ist. Auf den Stromverbrauch hat dies keinen Einfluss mehr

    • Martin am 19.09.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      Aber sicher doch

      Der LED, LCD Schirm muss sowohl für schwarz wie auch weiss beleuchten. Und für weiss deutlich mehr als für schwarz. Auch heute noch würd das einen gewissen Spareffekt haben. Nur Plasmas benötigen für schwarz so gut wie keinen Strom.

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  • fernando reust am 13.09.2011 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Google setzt auf Meerwasserkühlung...

    Trotzdem muss mehr Qualität ins Netz, der grosse Müll von all dem "Nichtssagenen" muss kosten.

  • thurgauer am 13.09.2011 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Cloud : Ich bin doch nicht bloed !

    Jeder Nutzer der Cloud muss sich vor Augen halten dass seine privaten/geschäftlichen Dokumente und Daten irgendwo sein können und dann für sich entscheiden ob er das will. Ich für meinen Teil will das nicht.

    • E.F. am 13.09.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Daten sind das Geld der Zukunft

      Ich habe ähnliche bedenken. Jedoch wird das wahrscheinlich nicht anderst wie bei einer Bank. Die weis auch, wieviel Geld Du hast, was Du verdienst, deine ganzen Personalien und noch viel mehr, von dem Du nicht annimmst, dass Sie dies wissen.

    • Ralf Jülch am 13.09.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Sind ja eh nicht sicher

      Ja, aber zeig mir den Netzadministator, der sagen kann, er sei sich Hunder Prozent sicher, dass niemand auf ihr System zugreifen könne. Was auf Servern gespeichert wird, ist so oder so unsicher (da Angreifbar und Hauptangriffsziel) Ich bin davon überzeugt, dass unsere Daten in der Cloud sicherer liegen als auf den Servern zuhause. Da die Cloud durch absolute Profis gesichtert wird, während in kleineren Firmen irgendwer irgendwie wurschtelt!

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