Übernahme von ITA

02. Juli 2010 10:28; Akt: 02.07.2010 11:27 Print

Verreisen mit Google

Google hat den nächsten Wachstumsmarkt für sich entdeckt: Das Online-Geschäft mit Flugtickets - und investiert 700 Millionen US-Dollar darin.

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Laut Google wird bereits heute jedes zweite Ticket übers Internet gekauft. Daran will Google künftig mitverdienen.

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Das Unternehmen ITA Software, für das Google komplett in Cash bezahlt, wertet Flugreise-Informationen aus. Der Internetriese will selbst keine Flugreisen verkaufen. Er gibt aber ganze 700 Millionen Dollar aus, um den Software-Spezialisten zu kaufen. Dem Geschäft dürfte eine harte Prüfung durch amerikanische Wettbewerbshüter bevorstehen, da Google damit eine Schlüsselposition bei der Suche nach passenden Flugreisen im Internet gewinnt.

Die Reise-Anbieter machen sich grosse Sorgen, seit es im April erste Medienberichte über Gespräche zwischen ITA und Google gegeben hatte. Dem «Wall Street Journal» zufolge sollen Expedia sowie die Wettbewerber Kayak, Travelport und Amadeus in den vergangenen Monaten gemeinsam versucht haben, ITA vor Google wegzuschnappen. Die von wenigen Aktionären kontrollierte Firma liess sie aber allesamt abblitzen. Die bisherigen Eigentümer sollen eine Milliarde Dollar verlangt haben, Google habe aber den Preis gedrückt. Der hohe Kaufpreis zeugt unmissverständlich davon, dass Google mit glänzenden Geschäftsaussichten in diesem Bereich rechnet. Bereits heute werde knapp jedes zweite Flugticket online gekauft, betonte Google-Managerin Marissa Mayer.

Desktop-App für Google Voice

Google Voice dürfte es schon bald als Desktop-App geben, schreibt das IT-Newsportal techcrunch.com und zeigt ein exklusives Testvideo:

(Quelle: techcrunch.com)

Der Suchmaschinenanbieter hatte im November 2009 des Skype-Konkurrenten Gizmo5 übernommen. Mittels der App lässt sich der Dienst direkt vom Rechner aus benutzen. Mit Google Voice brauchen die User nur eine Nummer. Sie sind damit auf dem Handy, zu Hause oder bei der Arbeit erreichbar. Der Kunde bestimmt, bei welchem Anrufer welches Gerät angesteuert wird. Wenn etwa Freunde anrufen, läutet auf Wunsch sowohl das Heim-Telefon als auch das Handy. Wenn der Nachbar mal wieder nervt, wird er direkt auf Google Voicemail umgeleitet. Die hinterlegten Nachrichten können in diesem Fall telefonisch oder per Computer abgehört bzw. in Form einer E-Mail gelesen werden. Wer den Job oder das Handy wechselt, wird auch weiterhin auf der gleichen Nummer erreichbar sein. Das Versenden von Rundmails mit den neuen Koordinaten entfällt somit. Seit dem 22. Juni ist Google Voice in den USA frei verfügbar. Zuvor war eine Einladung nötig.

Mehr Geld für homosexuelle Mitarbeiter

Google-Mitarbeiter profitieren von allerei Benefits. So bezahlen sie etwa nichts für Speis und Trank während der Arbeit und Mitarbeiterinnen haben das Recht auf fünf Monate Muttetschaftsurlaub bei vollem Salär. Neu hinzugekommen ist, dass Google homosexuellen Mitarbeitern zusätzlich unter die Arme greift, schreibt die New York Times. Verheiratete Homo-Paare müssen in den USA mehr Steuern zahlen, als heterosexuelle Paare. Im Schnitt betrage die Differenz rund 1069 US-Dollar pro Jahr. Diese Mehrkosten will Google künftig übernehmen.

(mbu/sda)