TabCo präsentiert Grid 10

16. August 2011 13:20; Akt: 17.08.2011 11:39 Print

Viel Getöse um «revolutionäres» TabletViel Getöse um «revolutionäres» Tablet

von Daniel Schurter - Eine geheimnisvolle Firma versprach, den Markt aufzumischen. Jetzt ist die Katze aus dem Sack – auf die Enthüllung folgt Ernüchterung.

(Quelle: youtube.com/Kritiker3000)
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«Ganz ehrlich ... neben dem lächerlichen Vortrag des CEO voller Übertreibungen, schlechtem Englisch und teilweise bereits vorhandenen Features, die als 'neu' verkauft wurden, war nichts dabei, was mich auch nur annähernd überzeugen könnte, dieses Produkt zu kaufen.»

Dieses Zitat eines enttäuschten Android-Nutzers bringt die Stimmung nach dem Internet-Event vom Montag auf den Punkt.

Mysteriöse Werbekampagne

Dabei hatte doch alles so gut angefangen. Mit witzig gemachten YouTube-Videos war über Wochen die Spannung geschürt worden. In mehreren der mit beträchtlichem Aufwand erstellten Filme wurde auch der Tablet-Marktführer Apple aufs Korn genommen. Eine bis dahin unbekannte Firma namens TabCo versprach, am 15. August, Punkt 18 Uhr, eine Sensation zu präsentieren. Im Vorfeld wurde heftig spekuliert in den Foren, welcher (grosser) Name wohl dahinter stecke. Sollte es gar Nokia sein?

Das Geheimnis ist gelüftet: Hinter TabCo verbirgt sich die kleine Singapurer Firma Fusion Garage, die sich in der Vergangenheit bereits als Tablet-Herstellerin versucht und sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Dem «Joojoo»-Tablet, das in den USA noch vor dem iPad auf den Markt kam, war kein Erfolg beschieden. Der Verkauf wurde Ende 2010 eingestellt.

Blanke Enttäuschung?

Jetzt versucht man sich erneut im hart umkämpften Markt der Tablets und Smartphones. Der Joojoo-Nachfolger heisst Grid 10 und wurde am Montag im «Live-Stream» vorgestellt, zusammen mit dem Grid 4, einem Smartphone. Der CEO von TabCo, Chandrasekar Rathakrishnan, hatte einen Auftritt in einer grossen Halle, ohne Publikum, dafür mit eingespieltem Applaus.

Der im Vorfeld erzeugte Hype sei «in blanke Enttäuschung» umgeschwenkt, findet der deutsche Blog «Android PIT» angesichts der technischen Daten des Grid-Tablets. Das ist ein hartes Urteil, kann sich das Grid 10 doch durchaus mit der Konkurrenz messen.

Das 690 Gramm leichte Grid 10 ist mit einem 10,1-Zoll-Display ausgestattet. Die Auflösung beträgt stolze 1366 x 768 Pixel. Im Innern werkelt der Dual-Core-Prozessor Nvidia Tegra II, der mit 1,2 Gigahertz getaktet ist. Die Speicherkapazität beträgt 16 Gigabyte, beim Arbeitsspeicher (RAM) muss sich der Nutzer mit 512 Megabyte begnügen. Neben einer reinen WLAN-Variante, die für rund 500 US-Dollar erhältlich sein wird, gibt es auch eine 3G-Variante für etwa 600 US-Dollar.

Warum ein neues Betriebssystem?

Während der Vorstellung des Grid 10 kritisierte der TabCo-Chef, dass es der Konkurrenz an Innovationskraft mangle. Er verteilte Seitenhiebe an die Platzhirsche Google (Android) und Apple (iOS). Einigermassen überraschend basiert aber auch das Grid-Tablet auf dem Android-Betriebssystem.

Die von Google zur Verfügung gestellte Plattform wurde weiterentwickelt und mit einer neuen Benutzeroberfläche versehen. Grid OS bietet dem Nutzer eine in alle Richtungen erweiterbare Oberfläche namens Grid (Gitter), auf der sich alle Apps rasch und bequem ansteuern lassen. Man muss also nicht vom Home-Screen aus durch verschiedene Seiten blättern. Allerdings setzt das Ganze eine schnelle Internetverbindung voraus, wie Kritiker bemängeln.

Und die Apps?

Weil das Betriebssystem Grid OS auf Android aufbaut, laufen auf dem Grid 10 alle Android-Apps. Den offiziellen Android Market gibt es zwar nicht, dank einer Kooperation mit Amazon aber Zugriff auf den Android App Store des bekannten Online-Händlers. Ausserdem werde TabCo einen eigenen App-Laden names «Grid Shop» starten, kündigte der CEO an.

Grid OS basiert zwar auf Android. Doch beim textbasierten Suchen kommt nicht die Google-Suche zum Einsatz, sondern der Konkurrenzdienst Bing aus dem Hause Microsoft. Ob das Sinn macht, bezweifeln verschiedene Kommentatoren im Netz.

Neben dem Grid-Tablet wurde auch noch ein Grid-Smartphone vorgestellt, das mit der Android-Weiterentwicklung läuft. Das Grid 4 soll 395 US-Dollar kosten und ebenfalls im vierten Quartal 2011 verfügbar sein. Zunächst nur in den USA.


Update 17. August

Die Fachleute von «Engadget» haben bereits Hand angelegt ans Grid-Tablet. Sie schreiben in ihrem Testbericht von grossem Potenzial und einer einzigartigen «User Experience», die das Gerät biete. Ob das genüge, um Apple und den anderen Tablet-Herstellern gefährlich zu werden, sei allerdings zu bezweifeln.

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  • pany am 23.08.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Android ohne GOOGLE ??

    Was ist das für eine Firma, die Android so ferig macht und dabei ist alles von Android... Für was will ich ein "Android-Tablet" bei dem alle guten Google Sachen rausgeschmissen wurden. Nix für mich!!!!

  • Mariie am 22.08.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nur negativ?!?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur schlechte Kritik gehagelt hat... Sonst hätten die das ja wohl kaum auf den Markt gebracht - irgendwas muss neu und anderst sein (siehe z.B. Kommentar von frapSo). Manchmal fehlt mir bei euch einfach die Meinung der Gegenpartei!

  • Daniel am 21.08.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ding

    sieht aus wie das Ipad.... wo bleibt Apple mit der Klage?

    • Ricardo P. am 23.08.2011 23:55 Report Diesen Beitrag melden

      Apple und die Klagen

      Apple klagt nicht wegen Produktpiraterie, sondern nur um der Konkurrenz und dessen Käufer ans Bein zu pinkeln. Das Galaxy Tab z.B. hat nicht eine einzige Gemeinsamkeit mit dem iPad und die Klage wird auch keinen Erfolg haben. Jedoch werden sich während dieser Zeit zehntausende Leute statt dem Galaxy Tab ein iPad oder zum Glück eher das deutlich bessere Acer Iconia A500 kaufen. (Schreibe diesen Beitrag mit dem Acer, imo das beste Tablet, obwohl das Galaxy Tab punkto Gewicht und Display besser wäre).

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