Kinect

23. November 2010 12:13; Akt: 23.11.2010 12:56 Print

Kurswechsel bei Microsoft

IT-Cracks nutzen die controllerlose Steuerung für die Xbox 360 für ihre eigenen Zwecke. Microsoft drohte anfangs mit juristischen Schritten, gibt sich inzwischen aber gelassen.

Die Designer Emily Gobeille und Theo Watson haben einen Riesenvogel geschaffen, der sich über Kinect steuern lässt.(Quelle: YouTube)
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Seit anfangs November wird Microsofts Sensor Kinect in Europa verkauft. Kaum gestartet hatte der Spanier Héctor Martín Cantero seinen quelloffenen Treiber für Kinect vorgestellt, der die Bilder von Farb- und Tiefenkamera des Sensors auswertet. Die Reaktion von Microsoft kam prompt: «Wir dulden keine Modifikationen unserer Produkte. In Kinect wurden zahlreiche sowohl hardware- wie auch softwarebasierte Sicherheitsfunktionen integriert, die verhindern sollen, dass Dritte die Technologie verändern. Microsoft wird diese Techniken weiterhin optimieren und mit Strafverfolgungsbehörden kooperieren, um Kinect vor unerlaubten Modifikationen zu schützen», kommentierte ein Sprecher die Aktion.

Mittlerweile haben eine ganze Reihe von Drittentwicklern Anwendungen aller Art für Kinect programmiert. So zeigte etwa Oliver Kreylos, wie man mit Kinect einen Raum in 3D rekonstruieren kann. Dazu werden die von Microsofts controllerlosen Steuerung gemachten Bilder mit Daten des Tiefensensors kombiniert. Und die Designer Emily Gobeille und Theo Watson haben einen Riesenvogel geschaffen, der sich über Kinect steuern lässt (siehe Video).

Bei Microsoft hat man inzwischen wohl eingesehen, dass man die Kreativität der Entwickler nicht mit der Androhung juristischer Schritte entgegentreten kann. Gegenüber dem US-Blog cnet.com sprachen Microsoft-Manager von «inspirierenden» Szenen. Zudem sei das Interface von Kinect bewusst nicht geschützt worden.

(mbu)