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27. Januar 2011 11:50; Akt: 27.01.2011 13:15 Print

Feedback statt Verkaufszahlen

Der Absatz von Smartphones mit Windows Phone 7 soll weiterhin schleppend verlaufen. Ein bei Microsoft Verantwortlicher flüchtet sich in Marketingphrasen.

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Schleppender Start für Windows Phone 7 (Bild: Keystone/ted S. Warren)

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Laut einem Bericht von bloomberg.com hat Microsoft im abgelaufenen Quartal rund zwei Millionen Kopien von Windows Phone 7 ausgeliefert. Smartphones mit dem neuen Betriebssystem sind in Europa seit dem 21. Oktober und in den USA seit dem 8. November 2010 erhältlich. Apple hatte im Quartal etwa 16 Millionen iPhones abgesetzt. Hinzu kommt, dass ausgelieferte Betriebssystem-Kopien nicht verkauften Geräten entsprechen.

Dementsprechend wurde Greg Sullivan, Senior Product Manager bei Microsoft, von Bloomberg auch so zitiert: «Die Kundenzufriedenheit liegt laut unseren Erhebungen bei 93 Prozent und die Markenbekanntheit wuchs um 22 Prozentpunkte auf 66 Prozent.» Microsoft messe den Erfolg eher anhand des Kunden-Feedbacks, anstatt auf reine Verkaufszahlen abzustellen. Mittlerweile sind rund 6500 Anwendungen für Windows Phone 7 erhältlich. Zum Jahresende waren es 5000 gewesen. In Apples App Store sind knapp 300 000 und in Googles Android Market etwa 200 000 zu Apps zu finden. Laut Sullivan werden die Quartals-Verkauszahlen steigen. Eine Prognose gab er allerdings nicht ab.

LG unzufrieden

Mitte Januar hatte LGs Marketing-Chef James Choi einige Gründe angegeben, warum die Verkaufszahlen von WP7-Smartphones hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Seiner Meinung nach lässt sich das Betriebssystem eine Spur zu einfach bedienen. Er befürchtet, dass WP7-Smartphones deshalb «für Technikbegeisterte nach ein bis zwei Wochen ein bisschen langweilig werden können.» Als weiteren möglichen Grund für die schlechten Verkaufszahlen nennt er den Preis. Er ist der Überzeugung, dass der Absatz deutlich ansteigen könnte, sobald WP7-Smartphones auch im mittleren und unteren Preissegment angeboten würden. Diese Massnahme lasse sich zurzeit aber noch nicht umsetzen, da die hohen Hardware-Anforderungen seitens von Microsoft dies nicht zulassen würden. Ob LG neben dem Optimus 7 und dem Quantum weitere WP7-Modelle auf den Markt bringt, wollte Choi nicht verraten. Fest stehe aber, dass Windows Phone 7 nicht aus dem Portfolio gestrichen werde.

Im Dezember hatte Microsoft bekannt gegeben, dass in den ersten sechs Wochen seit dem Marktstart rund 1,5 Millionen Geräte abgesetzt wurden. Apple soll laut in den ersten drei Wochen nach Verkaufstart rund drei Millionen iPhone 4 verkauft haben. Bei Google ist die Rede von 300 000 Android-Handys die täglich aktiviert werden. Allerdings ist bei letztgenannten bislang nicht bekannt, ob es sich dabei um neue Geräte handelt. Denn es könnten auch jene gezählt werden, die mit einem neuen Google-Account verknüpft werden, wenn sie beispielsweise den Besitzer wechseln.

(hst)