Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Skepsis vor dem Start
23. Oktober 2012 10:22; Akt: 23.10.2012 12:54 Print
Das grosse Zweifeln an Windows 8
von Peter Svensson, ap - Das neue Windows wird die Computerindustrie retten - da ist sich Microsoft sicher. Doch bei PC-Herstellern wachsen Zweifel, ob das Betriebssystem die Nutzer von Tablets weglocken kann.
Selbst Intel, das die Prozessoren für 80 Prozent der PCs weltweit herstellt, ist skeptisch. Der Vorstandsvorsitzende Paul Otellini erklärte, das neue Betriebssystem werde wohl keine grossen Auswirkungen auf die Umsätze haben. «Wir hatten bisher noch keine Gelegenheit einzuschätzen, wie die Konsumenten das in der PC-Welt annehmen werden», sagte Otellini in der vergangenen Woche in einer Telefonkonferenz mit Journalisten und Analysten über das neue Betriebssystem Windows 8 (siehe Infobox).
Bildstrecken Surface - das erste Microsoft-Tablet Was ist neu bei Windows 8Mit der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems Windows 8 am 26. Oktober vollzieht Microsoft einen radikalen Bruch. Das Programm soll den Nutzern von Microsofts PCs, Tablets und Smartphones einen einheitlichen Bedienkomfort bieten. Dafür müssen die Nutzer allerdings viele Arbeitswege neu lernen und Microsoft riskiert, seine Kunden zu verärgern.
Windows 8 ist die grösste Überarbeitung des Microsoft-Betriebssystems seit der Einführung von Windows 95 vor 17 Jahren. Statt dem bisher bekannten «Start»-Menu und den Icons präsentiert Windows 8 die Programme als Kacheln, die auch aktuelle Informationen anzeigen können. So zeigt die Kachel «Fotos» ein Bild aus der Sammlung des Nutzers. Die «Leute»-Kachel zeigt Bilder aus den Social-Media-Kontakten des Nutzers. Die Kacheln sind gross und auf dem Touchscreen leicht mit dem Finger zu treffen. Kleine Knöpfe, wie Einstellmöglichkeiten für die Lautstärke, sind zunächst versteckt und ermöglichen so einen klaren und übersichtlichen Bildschirm.
Mit Windows 8 soll der Computer schneller hochfahren als bisher, was Nutzer in ersten Tests bestätigten. Microsoft wirbt ausserdem mit längeren Akkulaufzeiten durch das neue System. Das Upgrade von Windows 7, Vista oder XP soll gut 50 Euro kosten. (ap) Nichts verpassen
Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.
www.twitter.com/20min_digital
Die Marktforscher von IHS iSuppli erwarten für dieses Jahr die Auslieferung von 349 Millionen PCs. Das wären ein Prozent weniger als der Rekord vom vergangenen Jahr. Auch wenn der Rückgang gering ausfällt, so ist es doch der erste seit 2001. In den USA gehen die PC-Verkäufe bereits seit zwei Jahren zurück.
Smartphones überholen PCs
Apple gelang es unterdessen, seit der Vorstellung des ersten iPads 2010 die Verkaufszahlen jedes Jahr zu verdoppeln. Zwischen April und Juni verkaufte Apple 17 Millionen der Tablets, während Hewlett-Packard (HP), der damals weltgrösste Hersteller von PCs, 13,6 Millionen Personal Computer auslieferte.
Smartphones, die bis zur Vorstellung des iPhones 2007 noch ein Nischendasein führten, verkauften sich im vergangenen Jahr besser als PCs - und das, obwohl die PC-Verkäufe ein Rekordhoch erreichten.
Ballmer glaubt an PC-Zukunft
Der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Steve Ballmer lässt sich nicht beirren. Der PC-Markt sei noch immer gross, sagte er im vergangenen Monat der «Seattle Times». «Und Windows 8 wird dieses Volumen noch vergrössern.»
Mit Windows 8, das Ende dieser Woche in den Verkauf kommt, reagiert der Konzern auf die populären Tablets. Das neue Windows wirft viele Konventionen der Vorgänger über Bord und präsentiert sich in einem neuen Look mit dem Ziel, die Nutzung auf Touchscreens zu vereinfachen. Die PC-Hersteller stellen gleichzeitig neue Laptops und Hybridgeräte vor, die auch als Tablets zu nutzen sind: entweder mit abnehmbaren oder mit klappbaren Bildschirmen.
Die Skepsis des Analysten
Der Citigroup-Analyst Hoe Yoo ist pessimistisch und glaubt nicht, dass das neue Betriebssystem die Wende bringt. Vielleicht werde das Programm ein «Nicht-Ereignis», das von den Käufern gar nicht beachtet werde, sagt er. Sein Kollege Brian White von Topeka Capital Markets erklärte, die taiwanischen Zulieferer verzeichneten bisher keine grösseren Vorbestellungen für Windows-8-PCs. «Die Stimmung in Bezug auf Windows 8 ist mehrheitlich negativ», sagte er nach Gesprächen mit den Zulieferern. «Wir glauben, dass die PC-Industrie auf ein gedämpftes Dezember-Quartal zusteuert.»
Microsoft plant Werbekampagne für eine Milliarde Dollar
Die Analystin Mary Jo Foley von der Grossbank UBS zeigte sich ebenfalls skeptisch. Sie verwies auf das vollständig neue Design von Windows 8. Dieses könne entweder zu einem grossen Erfolg werden, oder die Nutzer verwirren und verprellen. Zu sagen ist allerdings, dass den Nutzern für Büroarbeiten auch mit Windows 8 die bekannte Oberfläche mit dem Desktop zur Verfügung stehen wird.
Microsoft wird die Einführung des neuen Betriebssystems mit einer Werbekampagne im Umfang von einer Milliarde Dollar begleiten - der grössten in seiner Geschichte. Diese Kampagne sei von grosser Bedeutung, um die Nutzer von der neuen Steuerung zu überzeugen und das Interesse an PCs neu zu wecken, schrieb sie.
Ein Schuss in den Ofen?
«Ich mache mir grosse Sorgen, dass Microsoft sich vielleicht spektakulär in den Fuss schiesst», sagte der Vorstandsvorsitzende der Software-Firma Cera Technology, Michael Mace. Windows 8 sei so radikal anders, dass viele Windows-Nutzer, die nicht technikbegeistert seien, möglicherweise verzweifeln könnten.
Die PC-Hersteller waren mit grossen Hoffnungen in das laufende Jahr gestartet. Leichte Laptops, die sogenannten Ultrabooks, sollten die Umsatzzahlen beflügeln. Doch die Geräte sind noch immer teuer und konnten der wachsenden Beliebtheit von Smartphones und Tablets nichts anhaben.
Jetzt wollen die PC-Hersteller Windows 8 für sich nutzen, doch das wird nicht einfach, wie Patrick Moorhead von der Forschungsfirma Moor Insight erklärte. Einen PC mit einem Touchscreen auszurüsten sei teuer, während die Geräte gleichzeitig mit den deutlich günstigeren Tablets konkurrierten. Neue Features für die klassischen PCs mit Maus und Tastatur gibt es kaum.
«Als Nutzer fragt man sich: Warum soll ich dieses neue Notebook kaufen, wenn mein altes Notebook alles kann, was ich benötige? Stattdessen kaufe ich ein neues Telefon oder ein Tablet», erklärte Moorhead.
Ich habe das Windows 8 auch getestet und bin zum Schluss gekommen, dass es unbrauchbar ist. Der Spagat zwischen Betriebssystem für PC und Tablet ist total misslungen. Es bietet weder für PC noch für Tablets eine geeignete Oberfläche. Und zu guter letzt wird es auch für Server eingesetzt, wo diese Metro Oberfläche keinerlei Sinn macht. Schade um den Aufwand. – Remy G
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 225 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















Ich bin gespannt!!!
Als langjähriger AppleUser (beruflich) bin ich sehr gespannt auf Win 8. Ich kann die Überlegungen von Microsoft gut nachvollziehen, bin aber dennoch skeptisch, ob ein OS wirklich funktioniert, das auf Tablet, wie auf Desktops gleich aussieht... Was aber für mich sicher ist: Das Zielpublikum eines Tablets ist nicht dasselbe, wie das eines Desktops und darum bin ich bei Surface äusserst skeptisch! Desktops werden im ProBereich immer wichtig sein, da bin ich mir sicher, alleine schon wegen der Komponentenfreiheit... hoffentlich merkt das Apple auch! Bin jedenfalls sehr neugierig auf Win 8!!
Windows bleibt Windows.
Dank bekannten Nachteilen immer-noch nur auf dem Desktop wirklich brauchbar (Mobile & RT sind da der Totalflop). Auf den Server der Welt läuft hauptsächlich Linux (Anteil bei 90% und mehr), und da wo das Apple OS (übrigens ebenfalls UNIX basierend) nicht installiert ist (Flugschreiber, Settopbox, smarttv, radios, mobiles..) ist meist auch eine Linuxbasieren Firmware oder gar ein komplettes OS installiert. Und wiso das ganze? Tja OpenSource kann das was Microsoft nicht bieten kann. Offene Standards, flexible Kernel, und Verzicht auf Lizenzkosten.
W8 wird eine Totgeburt sein
Es gab (95) Windows 98, (NT,W2k), ME (XP) Vista und (W7) Windows8, alles (Erfolge) flops. Auf jeden Erfolg ein Flop. Windows 7 wird XP ablösen, und zwar für lange, lange Zeit. Derweil wird 9 und 10 vorübergehen. Microsoft versucht die EierlegendeWollMilschSau, ein OS für alles. Den Fehler hat Apfel nicht gemacht. iOS und OS sind nicht das selbe und sollen es auch nicht. Der PC wird nie verschwinden, vielleicht der Notebook. Tablets und Smartphones sind gut für mobile Anwendungen, aber nichts fürs Office. Ein ERP oder CAD auf einem Tablet? Jau...