Das nächste grosse Ding

26. November 2012 21:59; Akt: 27.11.2012 09:09 Print

Surfen wir bald alle mit Smartbrillen?

von Daniel Schurter - Die Zukunft des Smartphones könnte auf der Nase liegen. Nicht nur Google und Microsoft treiben die Entwicklung von Datenbrillen voran. Doch die neuartige Technologie hat ihre Tücken.

Dieses Google-Video datiert vom Juni 2012, die Datenbrille könnte 2014 in den Handel kommen. Von Microsofts Datenbrille existieren lediglich Skizzen. (Quelle: youtube.com/GoogleDevelopers)
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In Zukunft zücken wir nicht mehr das Smartphone, um unterwegs Informationen abzurufen, zu fotografieren und Kurznachrichten zu verschicken. Diese und viele weitere Funktionen könnte eine unscheinbare Brille übernehmen. Dank neuster Technik reagiert sie auf mündliche Anweisungen oder Gesten. Die gewünschten Informationen werden direkt vor dem Auge des Nutzer eingeblendet, als Zusatz zum realen Geschehen. Dies nennt sich Augmented Reality.

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Während Google unter dem Codenamen Projekt Glass an einer Display-Brille für den Alltag arbeitet, will sich Microsoft offenbar auf ausgewählte Situationen im Leben der Nutzer konzentrieren. Dies legt ein kürzlich publik gewordener Antrag beim US-Patentamt nah, wie die BBC berichtete.

Das im Mai 2012 eingereichte Begehren bietet Einblicke in die Pläne des Software-Riesen aus Redmond. Demnach soll die Microsoft-Brille nicht dauerhaft getragen werden, sondern nur an Live-Events. Der Nutzer könnte beispielsweise während einem Fussballspiel im Stadion die Zwischenresultate von anderen gerade laufenden Partien mit der Brille abrufen. Diese Zusatzinformationen würden so eingeblendet, dass der Blick aufs Spielfeld freibleibt.

Minikamera filmt

Fachleute gehen davon aus, dass praktisch alle grossen Tech-Konzerne an entsprechenden Projekten arbeiten. Ob Google, Microsoft, Sony, Apple oder auch weniger bekannte Unternehmen: Die Internet-fähigen Smartbrillen könnten das nächste grosse Ding nach dem Zeitalter der Smartphones sein. Angesichts des globalen Patentkriegs rund um Smartphones erscheint es nichts als logisch, dass die Unternehmen auch bei den Smartbrillen aufrüsten.

Die Prozessoren werden immer kleiner und leistungsfähiger. Wenn der Rechner nicht im Brillengestell Platz hat, ist eine Zwischenlösung denkbar, mit einem Gerät am Handgelenk, dem Gürtel oder versteckt in der Tasche. Was allen gemeinsam ist, dürfte die ins Brillengestell integrierte Minikamera sein. Denn ohne Kamera erhält der Rechner keine Informationen, was rund um den Nutzer gerade passiert.

Schweizer Datenschützer hat Bedenken

Hier eröffnen sich allerdings neue Problemfelder, deren Konsequenzen noch gar nicht absehbar sind. Wer sich eine Smartbrille auf die Nase setzt, tut dies freiwillig. Sobald der Nutzer die eigenen vier Wände verlässt, dürfte es kompliziert werden. Wie weiss ich, ob mich der Brillenträger vis-à-vis im Tram nicht gerade heimlich filmt?

20 Minuten Online hat den obersten Datenschützer der Schweiz, Hanspeter Thür, um eine Stellungnahme gebeten. Thür, der in diesem Jahr einen Teilsieg gegen Google Street View errungen hat, hebt warnend den Finger: «Mit solchen Datenbrillen dürfen im öffentlichen Raum keine Aufnahmen mit Personendaten gemacht und schon gar nicht veröffentlicht werden. Das bedeutet, wenn Personen auftauchen, müssen die Aufnahmen unterbrochen oder Bereiche ohne Personen anvisiert werden. Es sei denn, es liege eine Einwilligung vor.»

Dass wir so schnell alle mit einer Smartbrille herumlaufen, erscheint aus dieser Perspektive eher unwahrscheinlich.

(Quelle: youtube.com/Google)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.B. am 27.11.2012 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Live-Events?

    Ja aber hallo? Wenn man die Brille nur an Live-Events tragen kann wo ist da dann der Sinn. Ein Smartphone kann ich überall und zu fast jeder Zeit bei mir haben. Also die Idee muss noch viel ausgereifter werden. Zudem ist die Brille dann sehr wahrscheinlich noch Schweineteuer.

  • dz78 am 27.11.2012 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Unnööööööötig!!!

  • ministerium für information am 26.11.2012 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    jedem seine persönliche black box

    glaube nicht das ich mal ne brille tragen werde um ununterbrochen infos zu haben, habe mir ja die augen gelasert um nicht ein störendes gestell auf dem kopf zu haben. was hingegen kommen wird sind kameras die das geschehen um und mit einem aufnehmen. gründe können sicherheit im öffentlichen bereich sein und versicherungen. wenn es dann mal obligatorisch ist eine persönliche black box bei sich zu haben, fehlt nur noch eine fernsteuerung. die kameras können in kleidern, in schmuck oder auch sogar im körper implantiert sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • S. Lutz am 29.11.2012 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsgewinn

    Solche brillen währen auch ein Plus für die sicherheit, so könnte man zum Beispiel, Navigations und Geschwindigkeitsdaten auf die Brille projezieren, so dass man die Augen immer auf der Strasse hat. Man könnte auch Assistenzsysteme, wie sie in Luxsusautos vorhanden sind, projezieren, dass man die Daten auch sieht, wenn man nicht gerade auf die Anzeige sieht. Auch könnte man so ein erschwingliches Blackbox System realisieren, die im falle eines Unfalls, den Ablauf aus der Sicht des Fahrers aufzeigen kann. Und so die Polizeiarbeit, massiv erleichtert, und bessere Urteile zur folge hat.

  • Auto_Fahrer am 28.11.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Na Bravo

    Das wird ja toll :-( Autofahrer die im Netz während der fahrt surfen oder Filme schauen.

  • smithy am 28.11.2012 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blödsinn?

    an alle die hier schreiben... sie würden nie...das it doch schwachsinn... usw. wollen wir wetten das jeder auf diesen Technikzug aufsitzen wird? ist doch immer so bei neuem zeugs, zuerst mal.abstreitten und dann voll drauf abfahren

  • Micheal C. am 28.11.2012 02:17 Report Diesen Beitrag melden

    konservative hinterwaeldler

    haha so viele von euch hier die nie eine veraenderung wollen... die welt veraendert sich, gewoehnt euch dran

  • Jens am 27.11.2012 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Wer braucht so eon blödsinn? Die heutigen Handys reichen völlig aus.