Test

20. Juli 2010 15:01; Akt: 03.08.2010 11:34 Print

Endlich Ruhe?

von Henning Steier - Lärm, Stromverbrauch und Konnektivität: Die Xbox 360 S ist angetreten, viele Fehler ihrer Vorgängerin vergessen zu machen. Ob ihr das gelingt, hat 20 Minuten Online ausprobiert.

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Die neue Xbox 360 ist ab sofort für 369 Franken zu haben.

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Nicht alle Technologieunternehmen hören auf ihre Kunden. Und dass Microsoft dies bei seiner neuen Xbox 360 Slim getan hat, ist auch nicht selbstverständlich. So könnte man zumindest angesichts der Laufgeräusche der Vorgängerversion witzeln. Für 369 Franken ist die kürzlich auf der Spielemesse E3 in Los Angeles gezeigte Konsole nun auch hierzulande erhältlich.

Für sein Geld bekommt man zusätzlich ein Composite-Kabel und einen schwarzen Controller - passend zur Farbe der Konsole. Insgesamt ist die Xbox 360 etwa 30 Prozent kleiner als ihre Vorgängerin. Ebenso ins Auge sticht das wesentlich kleinere Netzteil. In die Frontseite sind wie gewohnt zwei USB-Buchsen integriert, auf der Rückseite findet man nun zwei mehr als zuvor: drei. Kleiner Wermutstropfen: Die Anschlüsse müssten ein bisschen weiter auseinander angebracht sein, denn so kommen sich grössere USB-Sticks ins Gehege.

Nicht jede Festplatte passt

Und noch zwei sinnvolle Ergänzungen haben die Redmonder ihrer Konsole spendiert: eine Toslink-Buchse und ein internes WLAN-Modul. Ein solches musste man bislang separat kaufen. Die 250 Gigabyte fassende Festplatte lässt sich problemlos austauschen - allerdings nicht gegen handelsübliche Modelle wie bei Sonys PlayStation 3. Es liegt nahe, dass Microsoft hier wohl eigene Hard Disks anbieten wird, die wahrscheinlich nicht besonders preiswert sein werden, weil die Redmonder sich ihr Monopol erhalten haben. Alte Festplatten lassen sich überdies über Adapterkabel anschliessen, die es ebenfalls von Microsoft gibt.

Wer auf seiner alten Xbox 360 gern etwas abstellt, sollte dies bei der neuen Version nicht mehr tun. Denn der schwarze Klavierlack bekommt schnell Kratzer und Schmutz ist leicht sichtbar. Zudem werden die Lüftungsschlitze schnell heiss, so dass man der Konsole genügend Freiraum gewähren sollte. die neue Xbox 360 hat nur noch einen Lüfter, die Vorgängerin hatte zwei. Wie erwähnt, hat es Microsoft geschafft, die Konsole deutlich leiser arbeiten zu lassen - wenngleich das DVD-Laufwerk durchaus weniger Geräusche machen könnte. Insgesamt erreicht die Xbox nun in etwa den Geräuschpegel eine PlayStation 3. Und noch eine gute Nachricht: In fünf Vergleichen massen wir im Durchschnitt einen um etwa 20 Prozent geringeren Stromverbrauch als bei der alten Xbox 360.

Die Arbeitsgeschwindigkeit der Konsole hat sich nicht verändert. Denn in ihr stecken immer noch drei mit 3,2 GigaHertz getaktet PowerPC-Kerne von IBM. Zum Hochfahren brauchte die neue Xbox 360 allerdings in fünf Versuchen durchschnittlich dreissig Prozent mehr Zeit, was am integrierten WLAN-Modul liegen könnte.

Fazit

Die neue Xbox 360 ist viele ihrer Kinderkrankheiten losgeworden. Sie ist kleiner, hat eine akzeptable Festplattengrösse und ein integriertes WLAN-Modul. Zudem verbraucht sie viel weniger Strom und ist leiser. Wir vermissen allerdings weiterhin ein Blu-ray-Laufwerk, welches Sonys PlayStation 3 bietet. Wer sich eine Xbox 360 kaufen möchte und die Wahl zwischen dem jetzt viel günstigeren alten und dem neuen Modell hat, sollte sich für letzteres entscheiden.