Hands-on

21. Juli 2010 15:21; Akt: 21.07.2010 17:18 Print

Gut und günstig?

von Henning Steier - HTC bringt mit dem Wildfire ein auf den ersten Blick recht preiswertes Smartphone auf den Markt, dem nichts fehlt. Wo der Hersteller gespart hat, zeigt der Kurz-Test von 20 Minuten Online.

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Das HTC Wildfire ist für rund 450 Franken zu haben.

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Googles Nexus One, das erste Smartphone, welches der Suchmaschinenbetreiber auch selbst vermarktete, konnte sich nicht durchsetzen. An Entwickler wird es zwar noch ausgeliefert und einige Provider haben es weiterhin im Angebot. Einen Nachfolger wird es aber vorerst nicht geben. Gebaut wurde das Google-Handy von HTC. Das Unternehmen bringt nun hierzulande für rund 450 Franken das Wildfire auf den Markt. Es sieht auf den ersten Blick wie der kleine quadratischere Bruder des Nexus One aus. Von ihm hat es die Soft-Touch-Buttons, vom HTC Desire den optischen Sensor übernommen.

Edel und gut verarbeitet, liegt das Wildfire prima in der Hand und passt auch in kleinere Hosentaschen. Es wiegt rund 120 Gramm und misst 107 x 60 x 12 Millimeter. HTC hat seinem Gerät einen 3,2-Zoll-Bildschirm spendiert, welcher für Smartphones in der unteren Liga spielt. Und auch die Displayauflösung von 320 x 240 ist unterer Durchschnitt. Negativ bemerkbar macht sich das unter anderem beim Surfen. Um die Schrift auf Webseiten problemlos entziffern zu können, muss man zoomen. Immerhin kann man dies mit zwei Fingern tun - das Wildfire versteht Multitouch-Eingaben. Wer sich die virtuelle Tastatur anzeigen lässt, muss damit leben, dass sie zu viel Platz auf dem Display einnimmt. Insgesamt könnte der Touchscreen präziser reagieren.

Update auf Froyo möglich

Flash wird zwar nicht unterstützt, dafür immerhin Flash Lite. So kann man mit dem Smartphone die meisten Internetseiten vollständig betrachten. Bei zahlreichen Games und Videos muss der Browser aber auch passen - wie der Safari auf Apples iPhone. Wie im HTC Hero ist ein mit 528 Megahertz getakteter Prozessor verbaut. Erstgenanntes kommt zwar mit einem besseren Display, wird allerdings kein Update auf Android 2.2 (Froyo) erhalten, welches bei den meisten Geräten für gehörige Performancesprünge sorgen dürfte. Und die kann das Wildfire noch gut gebrauchen. Denn oftmals dauert es einige Sekunden, bis einfache Anwendungen gestartet oder simple Aufgaben ausgeführt werden. Android 2.1 wurde auf dem Wildfire wie bei vielen anderen Geräten des Herstellers mit der eigenen Oberfläche Sense kombiniert. Sie ist nach wie vor gelungen und macht die Bedienung leicht. Praktisch: Über das Tool Friendstream lassen sich alle neuen Beiträge von Freunden auf Facebook und auf Twitter übersichtlich verfolgen. Gut gefallen hat uns eine neue Funktion namens App Sharer. Wem eine Applikation gefällt, der kann den Link leicht und schnell per E-Mail oder SMS versenden. Auch das direkte Teilen über Twitter und Facebook ist möglich.

Einziges Manko des vorinstallierten Mediaplayers ist, dass er nur mit MP3- und WMA-Dateien zurechtkommt. Hier hätten wir uns zumindest noch die Unterstützung von AAC-Songs gewünscht. Der interne Speicher des Geräts ist mit übrig gebliebenen 150 Megabyte zu vernachlässigen. Immerhin lässt sich die Kapazität mit bis zu 32 Gigabyte fassenden microSD-Karten erweitern. Im Test reichte der Akku des Wildfire für sechs Stunden Gesprächszeit im UMTS-Modus - ein überdurchschnittlich guter Wert. Die 5-Megapixel-Kamera, immerhin mit LED-Blitz ausgestattet, liefert hingegen nur Bilder und Videos von durchschnittlicher Qualität. Zudem hätten wir uns eine schnellere Reaktionszeit gewünscht.

Fazit

Das HTC Wildfire ist als Einsteiger-Smartpone konzipiert. Im Vergleich zu den grossen Brüdern Desire und Nexus One muss man Abstriche beim Display und der Performance machen. Wer gelegentlich surft, soziale Netzwerke im Auge behält und E-Mails schreibt, für den sollte es vollkommen reichen. Für knapp die Hälfte bekommt man allerdings das Einsteiger-Smartphone Nokia 5230, das zwar eine schlechte Kamera hat, dafür aber die Gratis-Navigation Ovi Maps bietet, die im Gegensatz zu Googles Lösung ohne Internetanbindung und Datendownload auskommt.