Android 1.5

27. Mai 2009 13:34; Akt: 27.05.2009 18:52 Print

Mehr als magische Surfmomente?Mehr als magische Surfmomente?

von Henning Steier - In wenigen Tagen kommt auch in der Schweiz offiziell ein Google-Handy in die Läden. 20 Minuten Online hat überprüft, ob das HTC Magic seinem Namen gerecht wird.

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Ein genauer Termin steht noch nicht fest, aber Anfang Juni soll das HTC Magic hierzulande auf den Markt kommen. Es wird von Swisscom, Sunrise und Orange angeboten. Ohne Vertrag werden für das Gerät mit Googles Betriebssystem Android 1.5 rund 800 Franken fällig. Das erste Handy mit Android ist T-Mobiles G1, welches aus Deutschland von Digitec in die Schweiz importiert wurde und ohne Abonnement 600 Franken kostete.

Was die Hardware angeht, hat sich beim Magic im Vergleich zum G1 kaum etwas getan. Beide Quadband-Smartphones kommen mit einem 3,2-Zoll-Touchscreen, der eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln bietet. Ausserdem sind HSDPA, WLAN, Bluetooth 2.0 und USB 2.0 an Bord. Im Lieferumfang ist eine microSD-Speicherkarte mit acht Gigabyte enthalten. Theoretisch könnte man auch eine 32-Gigabyte-Karte hineinstecken, bislang sind aber nur solche mit 16 Gigabyte erhältlich.

Keine QWERTZ-Tastatur mehr

Von aussen betrachtet, gefällt uns das Magic viel besser als sein Vorgänger. Die billig wirkende Aufmachung des G1 ist verschwunden, das neue Gerät ist mit 15 Millimetern immerhin drei Millimeter dünner als T-Mobiles Smartphone. Der wichtigste Unterschied ist die nun fehlende QWERTZ-Tastatur, die wir im Test aber nicht vermissten. Denn das virtuelle Keyboard liess sich auch mit überdurchschnittlich grossen Fingern problemlos nutzen. Auch gut: Im Gegensatz zu Apples iPhone bietet das Magic taktiles Feedback, also eine leichte Vibration nach jeder Eingabe, was die Bedienung grundsätzlich angenehm macht. Das Feature lässt sich natürlich auch abschalten.

Kritische Besitzer eines Apple-Handys bemängeln immer wieder die dürftige Kamera. Da werden sie sich mit Magic-Nutzern einig sein, denn auch dieses Smartphone liefert durchschnittliche Bilder, an Zusatzfunktionen wie automatischen Weissabgleich oder Aufnahmemodi wurde auch bei der zweiten Version des Google-Geräts gespart. Immerhin: Das iPhone hat statt einer 3,2- nur eine 2-Megapixel-Kamera und keinen Autofokus. Was uns wirklich gestört hat: Es dauerte bis zu vier Sekunden, ehe man ein Foto schiessen konnte.

Das Magic ist wie sein Vorgänger als Surfmaschine konzipiert und hier spielt es seine Stärken vollends aus. Der Browser lässt sich auch unter Android 1.5 intuitiv bedienen, kann nach wie vor mehrere Seiten gleichzeitig präsentieren. Auch Zoom- und Scroll-Funktion machten uns wirklich Spass. Ein grosses Manko wurde allerdings nicht beseitigt: Wer eine Internetadresse eingeben will, muss dies über eine Extra-Schaltfläche tun. Ungeübte Nutzer dürften einige Zeit brauchen, bis sie das verstehen. Denn erwartungsgemäss klickt man in die Adressleiste des Surfprogramms, um dort dann eine URL einzutippen.

Kopfhörerwechsel schwierig

Im Test überzeugte uns das Handy mit guter Sprachqualität. Die Akkuleistung ist beispielsweise mit etwa drei Stunden Gesprächszeit im GSM-Modus allerdings nur Durchschnitt. Immer wichtiger für viele Nutzer ist ein guter Musikplayer, hier hat das HTC-Handy aber deutliche Schwächen. Denn der Equalizer lässt sich nicht verschiedenen Arten von Musik anpassen. Zudem sind die mitgelieferten Kopfhörer von unterdurchschnittlicher Qualität. Ersatz zu finden ist aber nicht so einfach, denn HTC verbaute auch bei diesem Handy keine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, in die Standard-Ohrhörer passen.

Wer schon immer davon träumte, sein Smartphone zum mobilen Büro zu machen, dem legt das HTC Magic einige Hürden in den Weg. Wer es mit Outlook synchronisieren möchte, benötigt nach wie vor eine Zusatzsoftware, die man sich zwar gratis aus Googles Android Market herunterladen kann. Komfort ist jedoch etwas anderes. Gleiches gilt für das Anzeigen von beliebten Dateiarten wie PDF- oder Word-Dokumenten. Grundsätzlich macht ein Google-Account vieles wie die Synchronisation von Adressdaten einfacher, aber eben nicht alles ohne Umwege möglich, wie die obigen Beispiele zeigen.

Fazit

Multitouch können wir auf absehbare Zeit nicht bei Konkurrenten von Apple erwarten, denn die Kalifornier haben darauf das Patent. Daher lassen wir diesen Punkt in unserer Mängelliste unbeachtet. Was dem HTC Magic aber definitiv fehlt, sind eine bessere Kamera sowie ein leichterer Abgleich mit Standard-Tools wie Microsofts Office-Familie. Ansonsten gibt es kaum etwas zu bemängeln - zumal es jedem selbst überlassen ist, das Gerät mit Anwendungen aus dem Android Market selbst aufzubohren.