«Freed Multimedia-Player»

01. September 2009 10:23; Akt: 01.09.2009 18:00 Print

Nasenvelo ade

Das Lausanner Unternehmen nvp3D bringt einen mobilen Player auf den Markt, mit dem sich 3D-Filme ohne Brille anschauen lassen. Wie gut man damit in neue Dimensionen vorstösst, zeigt der Kurz-Test von 20 Minuten Online.

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Bild: nvp3D

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Auf den ersten Blick erinnert der «FreeD Multimedia-Player» an einen digitalen Fotorahmen. Und natürlich kann er auch 2D-Bilder anzeigen. Doch er kann noch mehr: Für 450 Franken bekommt man ein portables Gerät, mit dem man sich 3D-Clips und -Bilder ohne Brille oder Stereoskop anschauen kann.

Webseite bietet Filme gratis an

Angeboten wird der Player vom Lausanner Unternehmen nvp3D, welches sich mit 3D-Dokumentarfilmen einen Namen gemacht hat. Wer das Gerät kauft, kann sich auf freedvision.com einige Filme gratis auf den Rechner laden und sie dann per USB-Kabel auf den Player übertragen. Mitgeliefert wird eine 2-Gigabyte-SD-Karte. Im Kurz-Test von 20 Minuten wurde eine WiFi-Funktion schmerzlich vermisst, dank der man direkt ins Netz gehen und die Kurzfilme herunterladen könnte. Ausserdem kommt die erste Generation des Geräts ohne Touchscreen zum Kunden, was ebenfalls für Abzüge bei der Bedienbarkeitsnote sorgt. Firmen-Boss Philippe Nicolet kündigte gestern vor Journalisten in Zürich aber an, dass diese beiden Funktionen bei einem eventuell im November erscheinenden zweiten Player nachgerüstet würden. «Technisch ist das kein Problem, wir wollten bloss die Kundenreaktionen auf das erste Gerät abwarten», sagte Nicolet.

Insgesamt ist der Player solide verarbeitet, die Bedienung ist intuitiv. Ein Akku-Test liess sich in der Kürze der Zeit nicht machen, der Anbieter gab eine Laufzeit von 1,5 Stunden an. Die Erfahrung zeigt, dass Herstellerangaben oft übertrieben sind. Aber selbst 1,5 Stunden wären für ein mobiles Gerät definitiv nicht ausreichend. Im Kurz-Test wurden die vier angeschauten 3D-Filme auf dem 7-Zoll-Monitor ruckelfrei wiedergegeben. Hatte man den Betrachtungswinkel gefunden, machte das Gucken grossen Spass, vor allem die Tierfilme erzeugten ein reales Gefühl räumlichen Sehens.

Fazit

Für den Erfolg des «FreeD Multimedia-Players» dürfte entscheidend sein, dass die zwei grössten Mängel, weder WiFi noch Touchscreen, behoben werden. Darüber hinaus wird es darauf ankommen, ob ausreichend Filme zur Verfügung gestellt werden. Nicolet nannte als Ziel einen neuen Clip pro Woche. Zum 3D-YouTube wird freedvision.com damit nicht werden. Erotik-Fans erteilte er übrigens eine Absage: Es habe zahlreiche Anfragen von Pornofilmproduzenten gegeben, welche er allesamt abgelehnt hätte. «Ich bin nicht prüde, aber 3D ist fast eine Art Philosophie, die ich nicht durch derartige Inhalte zerstören möchte», sagte Nicolet. Stattdessen sah er im Gespräch einen grossen Markt bei Liveübertragungen in 3D. Diese könnten in der Tat interessant werden. Dazu müsste nvp3D aber das Akku-Problem lösen, denn wer im Park ein 3D-Fussball-Match schauen wollte, käme mit dem aktuellen Player nicht weit.

(hst)