Smart-Kameras

14. Dezember 2012 14:53; Akt: 18.12.2012 12:34 Print

Nur telefonieren kann man damit nicht

von O. Wietlisbach - Samsung und Nikon zeigen mit ihren ersten Android-Kameras, wie wir künftig fotografieren. Mit Touchscreen, Internetverbindung und Apps sind die Smart-Cams (fast) Alleskönner.

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Jetzt mit Android: Samsung bringt eine der ersten Kompaktkameras mit mit Googles Mobile-Betriebssystem Android. Die Galaxy Camera ist allerdings mehr wuchtig als kompakt - für die Hosentasche ist sie zu gross. Dafür hat sie andere stärken, die wir in der Diashow zeigen. Der 4,8 Zoll grosse Touchscreen bedeckt die ganze Rückseite. Fotos können wie bei einem Smartphone mit dem Touchscreen geschossen und mit zwei Klicks über Facebook, Twitter oder Instagram geteilt werden – bloss ist die Bildqualität markant besser. Mit Android als Betriebssystem stehen die gleichen 700'000 Apps wie bei Android-Smartphones zur Verfügung. Die Samsung-Kamera kann sich über WLAN oder Mobilfunk mit dem Internet verbinden. Der Test zeigt, dass beispielsweise das Versenden oder automatische Hochladen von Fotos in den Onlinespeicher Dropbox bestens klappt. Für ambitioniertere Fotografen steht der Experten-Modus bereit, der von der Blende, über die Helligkeit bis zur Belichtungsdauer dem Fotografen freie Hand lässt. Die Bedienung ist angenehm einfach. Für Einsteiger stehen mit einem Klick zahlreiche Modi wie Makro, Landschaft, Panorama oder Nachtmodus zur Auswahl. Die Galaxy Camera ist zwar nicht länger als das Samsung Galaxy S3, aber selbst für eine Kompaktkamera ziemlich dick und mit 300 Gramm eher schwer geraten. Nachtaufnahme mit der Galaxy Camera (links) und einem Smartphone der neuesten Generation (HTC One XL) Auch Nikon gehört zu den Pionieren im Bereich der Smart Cameras. Die Coolpix S800c läuft mit dem veralteten Android 2.3, ist aber billiger als die Galaxy Camera und schiesst mindestens so gute Fotos. Das Display der Nikon Coolpix S800c ist mit 3,5 Zoll (entspricht dem iPhone 4S) deutlich kleiner als das 4,8 Zoll grosse Display in der Galaxy Camera (entspricht dem Galaxy S3).

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Brauchen Fotokameras wirklich einen Touchscreen und Apps? Wer sich schon mal mit einer internetfähigen Kamera ohne Touchscreeen herumgeärgert hat, kennt die Antwort. Samsung und Nikon gehören zu den ersten Anbietern von Smart-Cameras mit Googles Android-Betriebssystem. Wir haben uns die Zukunft der Kompaktkameras angeschaut.

Kameras mit Internetverbindung gibt es seit einiger Zeit. Ohne Touchscreen war es allerdings mehr Qual als Spass, die geknipsten Fotos online zu teilen oder per E-Mail zu versenden. Bei der neusten Smart-Camera-Generation mit Android ist die Bedienung über den Touchscreen hingegen kinderleicht. Wer bereits ein Smartphone besitzt, fühlt sich sofort zuhause.

Zwar haben auch Smartphones eingebaute Kameras, die zumindest bei den
Topmodellen mittlerweile recht gut sind. Doch nun kommen Zwittergeräte aus der anderen Richtung: Die Samsung Galaxy Camera und die Nikon Coolpix S800c sind Digitalkameras, die wie die meisten Smartphones mit Android laufen und für die hunderttausende Apps bereitstehen.

Die eierlegende Wollmilchsau

Mit den Smart-Cameras kann man auch im Web surfen, Musik hören, YouTube-Videos schauen, «Angry Birds» spielen oder über Skype telefonieren. Da auf beiden Kameras ein vollwertiges Android läuft, hat man quasi eine eierlegende Wollmilchsau. Quasi, denn obwohl die Galaxy-Kamera über eine Micro-SIM-Karte verfügt und auch Lautsprecher und Mikrofon besitzt, lässt sich damit nicht telefonieren. Die Smart-Cameras haben dafür andere Stärken.

Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Kameras liegt auf der Hand: Fotos können wie bei einem Smartphone via Touchscreen geschossen und mit zwei Klicks über Facebook, Twitter oder Instagram geteilt werden – bloss, dass die Bildqualität markant besser ist. Wer will, kann die Fotos auch automatisch in einen Online-Speicher wie Dropbox oder Google hochladen.

Zusätzlich stehen den Hobbyfotografen hunderte Bildbearbeitungs-Apps zur Verfügung, die im Android App-Store namens Google Play heruntergeladen werden können. Etwas veraltet ist bei der Nikon Coolpix die Android-Version 2.3. Smartphone-Spezialist Samsung ist bei seiner Galaxy Camera mit Android 4.1 weit aktueller.

Mit WLAN und 4G überall vernetzt

Android-Kameras können mit einem Google- und Dropbox-Konto verbunden werden. Alle Apps, die man bereits auf seinem Android-Smartphone installiert hat, erscheinen so wie von Geisterhand auf der Smart-Camera. Das Gleiche gilt für Fotos, die auf Googles Fotoalbum Picasa oder dem sozialen Netzwerk Google+ gespeichert sind.

Während sich die Nikon lediglich über WLAN mit dem Internet verbindet, kann in die Samsung eine SIM-Karte gesteckt werden, um auch unterwegs Fotos auf Facebook hochzuladen, zu mailen oder im Web zu surfen. Der Test mit der etwas klobigen Galaxy Camera zeigt, dass das Versenden oder automatische Hochladen von Fotos in den Onlinespeicher Dropbox über die Mobilfunkverbindung bestens klappt. Und der Haken? Mit aktivierter Internetverbindung (WLAN/Mobilfunk) ist der Akku schneller leer, als dem Fotografen lieb ist.

Einfache Bedienung - mittelmässige Kameras

Die Kamera-App wird wie bei Smartphones mit einem Klick auf das entsprechende Icon geöffnet. Bei der Galaxy Camera lassen sich alle Foto-Einstellungen über das 4,8 Zoll grosse Display (entspricht einem grossen Smartphone) auswählen. Für Einsteiger stehen zahlreiche Modi wie Makro, Landschaft, Panorama oder Nachtmodus zur Auswahl. Für ambitionierte Fotografen steht der Experten-Modus bereit, der von der Blende über die Helligkeit bis zur Belichtungsdauer dem Fotokünstler freie Hand lässt. Die Bedienung ist selbst im Experten-Modus angenehm einfach, zusätzlich werden für alle Einstellungen Tipps eingeblendet.

Anders als Handykameras haben beide Android-Kameras ein hochwertigeres optisches Zoom-Objektiv und einen relativ grossen Sensor. Beim Modell von Samsung ist das Zoom 21-fach, bei der Nikon 10-fach. Beide Kameras haben einen 16-Megapixel-CMOS-Sensor in der Grösse von 1/2,3-Zoll. Bei beiden Modellen handelt es sich um gute, aber nicht herausragende, Kompaktkameras. Das Mega-Zoom der Samsung überfordert beispielsweise den Bildstabilisator deutlich, das Resultat sind verwackelte Bilder.

Trotzdem: Wer sich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera ähnlich überfordert fühlt wie in einem Flugzeug-Cockpit, aber mit seiner Smartphone-Kamera nicht zufrieden ist, könnte mit den neuen Smart-Cameras glücklich werden.

Die Nikon ist im Online-Handel ab rund 300 Franken, die Samsung ab rund 500 Franken erhältlich.

Mitarbeit: Felix Raymann

(Quelle: SnackTV)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter hoffmann am 15.12.2012 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abgerundete ecken

    abgerundete ecken endlich hat apple wieder einen grund samsung zu zeigen wer hier besser ist. wieso kopieren alle apple.

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  • Leon aus Basel. am 14.12.2012 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nikon und Cannon sind besser.

    Ich bleib bei meiner Nikon D800.

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  • SwissHomer am 14.12.2012 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt nicht ins Haus vorerst

    Wer braucht das schon. Fotografieren ist ein Hobby und eine Muse. Es entspannt mich ungemein und ist ein befriedigendes Gefühl wenn ich am Abend jeweils die guten Bilder anschauen kann. Bedingt natürlich Vorbereitung und ist nicht immer einfach. Auch wenn ich mit neuer Technik augestattet bin so etwas werde ich nicht kaufen, warum? A) Zu teuer und B) Schlechte Bildqualität. Richtige Fotos machen nur DSLR Kameras und auch da gibt es selbstverständliche riesige Unterschiede

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jonathan bühler am 17.12.2012 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    So ein chabis

    Also stopp einmal ich 16(j) bin sozusagen mit technik aufgewachsen aber trotzdem finde ich man soll es nicht gleich übertreiben damit. Wenn man fotos gut machen will soll man Sich eine Spiegelreflex oder Digicam kaufen. Wer hingegn mit Apps und sowas Bilder machen will soll sich ein gute Handy kaufen. Ich habe selber eine gute Kamer und ein Handy. Das ist viel besser auch qualitativ.

  • Johannes am 17.12.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    einfach sein lassen

    Kann man nicht einfach einmal ein Produkt so sein lassen, wie es eigentlich ist. Ich will doch mit einer Kamera nur Photos machen und nicht noch ins Internet und Nachrichten lesen, Spiele spielen etc. Folglich kommt mir so etwas nicht ins Haus!

  • Roberto am 16.12.2012 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Apple

    Und nächstes Jahr kommt iCam und jeder braucht es und feiert es als Innovation..

    • Tim am 17.12.2012 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja... 

      beim iPhone hats geklappt... und (nicht weitersagen) das Ding WAR eine Innovation!!

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  • Tim am 16.12.2012 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ob man sowas braucht?

    Nö! brauchts nicht!!

  • peter hoffmann am 15.12.2012 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abgerundete ecken

    abgerundete ecken endlich hat apple wieder einen grund samsung zu zeigen wer hier besser ist. wieso kopieren alle apple.

    • Hans F am 16.12.2012 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Du.

      Dein Kopf hat auch abgerundete Ecken.

    • Kurt am 16.12.2012 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Guter witz

      Weil apple in ein paar jahren auch kameras macht und dann erfunden hat

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