Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Game-Ratgeber
12. Dezember 2012 19:16; Akt: 12.12.2012 19:37 Print
«Elterliche Aufsicht ist der beste Jugendschutz»
von Oliver Wietlisbach - Für Grosi, Gotte und Götti: Der Verband Schweizer Gamer hilft gute Videospiele zu finden. GameRights-Präsident Thomas Riediker über Kinderwünsche, Spieleflut und Elternpflicht.

Die Gamer-Vereinigung GameRights hilft Eltern mit einem Weihnachtsführer spannende Spiele für Kinder zu finden. (Bild: Colourbox/Fotomontage)
Seit drei Jahren informiert GameRights über Videospiele, die man Kindern sorglos schenken kann. Im Online-Weihnachtsführer werden die aktuellen Spiele für den PC und sämtliche Spielkonsolen vorgestellt, die unbedenklich sind und trotzdem Spass machen. Eltern, Gotten oder Göttis können die Spiele nach dem passenden Alter, der Spieleplattform oder dem Genre auswählen und erhalten zu jedem Spiel die wichtigsten Informationen.
Bildstrecken Die Wii-U-Spiele zum StartGame-Gadgets, die das Gamerleben erleichtern Game-ChannelNews, Tests und Hintergründe aus der Welt der PC-, Konsolen- und Mobile-Spiele erhalten Sie im Game-Channel von 20 Minuten Online.
www.games.20min.ch
Herr Riediker, wer hat die Spielauswahl getroffen?
Thomas Riediker: Die Auswahl stammt von unserer Community. Sie ist also sozusagen von einem grossen Expertengremium erstellt worden.
Nach welchen Kriterien wurden die Spiele ausgewählt?
Wir konzentrierten uns wie jedes Jahr darauf, Spiele in die Liste zu nehmen, die einerseits kindergerecht, andererseits auch unterhaltsam sind. Oft sind Einkaufsratgeber gut gemeint und listen zwar pädagogisch unbedenkliche oder gar wertvolle Spiele auf, die jedoch kaum Spass machen. Das liegt daran, dass es den Herausgebern an echten Game-Kenntnissen mangelt.
Welche Ziele verfolgt GamerRights mit dem Weihnachtsführer?
Der Weihnachtsführer existiert, weil in der Weihnachtszeit viel mehr Games gekauft werden als während des restlichen Jahres – das wissen auch die Spielhersteller und überschwemmen den Markt förmlich mit ihren Spielen. Für alle, die einem Kind ein Game schenken wollen, wird die Wahl im Dschungel des Angebots sehr schnell zur Qual. Unser Ratgeber schafft hier Abhilfe. Ausserdem erklärt er, worauf beim Kauf geachtet werden muss.
Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?
Einerseits sollte mit dem Kind besprochen werden, welche Spiele es sich wünscht, woher es sie kennt und warum genau dieses Spiel gewünscht wird. Des Weiteren sollte immer auf die PEGI-Altersbewertung geachtet und pädagogische Fachwebsites wie bupp.at konsultiert werden. Schlussendlich ist es auch wichtig, andere Schenkende wie Gotten und Göttis zu informieren, sodass diese nicht ungeeignete Games schenken.
Warum wird im Ratgeber auf Spiele der Alterskategorie 16+ verzichtet, in die vermutlich auch viele First-Person-Shooter fallen würden?
Es ist reiner Zufall, dass bisher keine Spiele ab 16 in die Liste genommen wurden. Sollten wir eine Spielempfehlung für ein Spiel ab 16 erhalten, könnte dies nach einer Prüfung sehr wohl in der Liste landen.
Viele Kids wünschen sich Actiongames und Ego-Shooter. Warum fehlt dieses beliebte Genre komplett in ihrem Ratgeber?
Viele First-Person-Shooter landen aufgrund ihres Inhalts sehr schnell in der Kategorie 18+, und diese Kategorie ist für unseren Ratgeber nicht interessant.
Was raten Sie Eltern, Gotten oder Göttis, wenn sich Kinder Spiele wünschen, für die sie gemäss der Altersempfehlung PEGI noch zu jung sind?
PEGI ist eine wertvolle Richtlinie – für uns so wertvoll, dass wir sie im Handel gesetzlich verankert haben möchten. Trotzdem ersetzt nichts die elterliche Einschätzung des Kindes: Es ist für uns in Ordnung, wenn eine Mutter einen 16er-Titel für ihr 15-jähriges Kind kauft, sofern sie genau darauf achtet, was sie kauft und sich auch mal mit dem Sprössling hinter die Konsole setzt.
Soll die Verantwortung von der Game-Branche auf die Eltern abgewälzt werden?
Eltern kennen ihre Kinder am besten, ihre Einschätzung zählt. Die ehrlichste Form effizienten Jugendschutzes ist die elterliche Aufsicht. PEGI soll helfen, dass im Handel keine 18er-Spiele an 14-jährige verkauft werden. Das letzte Wort aber haben die Eltern. Deshalb ist die Förderung grundlegender Kenntnisse im Umgang mit Videospielen auch so wichtig.
Was unternehmen Sie, um das Wissen über Games zu erhöhen?
Mit GameAgents.ch haben wir ein von Medienpädagogen geleitetes Projekt, das es Interessierten ermöglicht, Experten an Elternabende, Parteisitzungen, Lehrerkonferenzen oder sogar nach Hause einzuladen. Die Interessierten können sich auf ihre Kerninteressen abgestimmte Vorträge anhören, in einer Diskussion Antworten auf brennende Fragen finden oder sogar selbst ein Game auszuprobieren.
Wer ist GameRights und wie viele Mitglieder zählt die Organisation?
Die Vereinigung GameRights ist die Schweizer Konsumentenorganisation der erwachsenen Gamer. Wir setzen uns on- und offline gegen polemische Videospielverbote und für ehrlichen und nachhaltigen Jugendschutz ein. Mitte 2009 gegründet, zählt die Vereinigung knapp 1400 Mitglieder, Tendenz steigend. Manche Mitglieder möchten einfach nur mitdiskutieren, andere im Verein einen finanziellen Beitrag leisten, wieder andere suchen die Mitarbeit – alle sind gern gesehen.
Werden Sie von der Spielebranche unterstützt?
Wir sind von der Spieleindustrie und vom Staat vollkommen unabhängig. Zu GameRights gehören Gamer jeglicher Couleur; es finden sich Mitglieder aller Altersklassen, Berufs- und Ausbildungsschichten sowie Hardcore- als auch Gelegenheits-Gamer.
Politiker und Gamer haben das Heu selten auf der gleichen Bühne. Wie ist der aktuelle Stand bezüglich Game-Verbot in der Schweiz?
Das Thema befindet sich im Winterschlaf. Die Gamer scheinen oft zu vergessen, dass es jedoch immer noch brodelt: Zwei Motionen zu Videogame-Verboten liegen aktuell beim Bundesrat und sollen in nächster Zeit zu Gesetzesvorschlägen ausgearbeitet werden. Wir setzen alles daran, bei den nächsten Schritten aktiv mitreden zu können. Gewisse politische Kreise hegen aber scheinbar immer noch ein Interesse daran, Videospiele zu verbieten.
Das Interview wurde schriftlich geführt.
Ein "Kind" wird immer irgendwie irgendwo Gelegenheit haben, Spiele zu spielen oder Filme zu schauen, welche nicht "altersgerecht" oder "pädagogisch wertvoll" sind. Am Ende gerät deswegen niemand auf die schiefe Bahn oder wird zum Serienkiller, sonst wäre die Menschheit mittlerweile wohl ausgestorben. Das Gesamtpaket bei der Erziehung muss stimmen, dann ist auch ein wenig virtuelles Blut am Bildschirm verkraftbar. Aber es ist natürlich bequemer, mit Verboten die Verantwortung abzuschieben. Für gewisse politische Kreise ist Selbstverantwortung ja sowieso tabu, da soll der Staat alles richten. – Lecavalier
Es ist eine klare Ausrede, immer alles auf die Läden zu schieben. Natürlich müssen die darauf achten, was sie verkaufen und wem sie es verkaufen. Aber die Eltern haben endlich mal auch aufzupassen. Spiele Schaden den Kindern prinzipell nicht, aber wenn man das Kind im Zimmer mit einer Konsole vergraulen lässt und nicht aufpasst was es tut, ist dann ja klar, warum ein Kind auf Actionreiche Games ab 18+ umsteigt... – Kevin
In der Schweiz existiert kein Schutz und man darf nicht alles auf die Eltern abschieben. Ich finde der PEGI Jugendschutz sollte im Schweizer gesetzt verankert werden und nicht auf freiwilliger Basis gebaut sein. Weitere infromationen findet ihr in der Doku (mit Denis Simonet und Roland Näf) – Mortimer
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 104 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt
























Nüzt nichts
Diese Altersbeschränkung nüzt überhaupt nichts. Wenn Jugendliche solche Games wollen bekommen sie sie auch. Ob durch ältere Freunde oder doch durch die Eltern.
Es wird immer Gelegenheiten geben...
Ein "Kind" wird immer irgendwie irgendwo Gelegenheit haben, Spiele zu spielen oder Filme zu schauen, welche nicht "altersgerecht" oder "pädagogisch wertvoll" sind. Am Ende gerät deswegen niemand auf die schiefe Bahn oder wird zum Serienkiller, sonst wäre die Menschheit mittlerweile wohl ausgestorben. Das Gesamtpaket bei der Erziehung muss stimmen, dann ist auch ein wenig virtuelles Blut am Bildschirm verkraftbar. Aber es ist natürlich bequemer, mit Verboten die Verantwortung abzuschieben. Für gewisse politische Kreise ist Selbstverantwortung ja sowieso tabu, da soll der Staat alles richten.
Eltern haften für ihre Kinder
Es ist eine klare Ausrede, immer alles auf die Läden zu schieben. Natürlich müssen die darauf achten, was sie verkaufen und wem sie es verkaufen. Aber die Eltern haben endlich mal auch aufzupassen. Spiele Schaden den Kindern prinzipell nicht, aber wenn man das Kind im Zimmer mit einer Konsole vergraulen lässt und nicht aufpasst was es tut, ist dann ja klar, warum ein Kind auf Actionreiche Games ab 18+ umsteigt...