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Faszination Killerspiele
03. November 2011 19:32; Akt: 03.11.2011 19:33 Print
«Mit Egoshootern kann ich abschalten»
Was macht den Reiz von Egoshootern wie «Call of Duty» oder «Battlefield» aus? Vier 20-Minuten-Online-Redaktoren und passionierte Ballermänner diskutieren.
Gleich ist fertig lustig: In Egoshootern wird aus der Sicht des Helden gespielt.
Jan Graber: Ich behaupte einfach mal: Egoshooter sind Spiele für Pubertierende.
Die Ballermänner
Im Bild von links nach rechts
Olivier Marti (33) ist Projektleiter bei 20 Minuten Online und fungiert als Bindeglied zwischen Redaktion, Verlag und IT. Der Kampfsportler spielt am liebsten online, mag Shooter mit taktischen Elementen, die den Teamgedanken fördern. Spiele wie «Enemy Territory», «Team Fortress 2» und die alten «Call of Duty»-Spiele sind genau seine Schiene.
Philipp Rüegg (29) ist bei 20 Minuten Online zuständig für Videobeiträge und bevorzugt Egoshooter mit brillanter Grafik, dichter Atmosphäre und gutem Gameplay. Für Rüegg muss es am Spieler liegen, wenn er einen Level nicht schafft und nicht an der fehlerhaften Programmierung. Sein Favorit: «Bioshock».
Philipp Dahm (35) arbeitet fürs Magazin von 20 Minuten Online. Auch er bevorzugt Egoshooter mit Online-Multiplayermodus, mag es, wenn man sich mit den Mitspielern unterhalten kann und möchte neben dem Schiessen auch Fahr- und Fluggeräte steuern können. Er ist deshalb ein passionierter «Battlefield: Vietnam»-Spieler.
Jan Graber (45), freier Gameredaktor, steht auf Singleplayerkampagnen mit exzellenter Grafik, geilen Sounds und taktischen Elementen. Online bleibt er meist chancenlos – ausser bei «Halo», einem seiner Lieblings-Egoshooter. Sein Motto: «Stumpf ist Trumpf». Game-Channel
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Philipp Rüegg: Natürlich spielt man Egoshooter auch als Jugendlicher. Es geht aber eher um Reflexe und schnelle Reaktionen.
Philipp Dahm: Es handelt sich um ein Duell der Geschicklichkeit: Wer ist schneller, wer beherrscht den Hubschrauber oder das Fahrzeug besser? Der Wettbewerb spielt dabei eine wichtige Rolle.
Olivier Marti: Wir Männer sind Jäger und lieben das Erlegen von Beute. Besonders das Teamplay verstärkt das Gefühl. Egoshooter vermitteln dies in einer reinen Form.
Dahm: Hinzu kommt ein taktisches Element. In «Battlefield» kannst du nicht direkt aufs Ziel zurennen und dich ins Feuer stürzen – dann hast du keine Chance. Um ans Ziel zu gelangen, musst du dir etwas einfallen lassen. Gerade wenn du beim Onlinegamen Hand in Hand mit anderen Spielern arbeitest und du gleich tickst, kommt ein Erfolgsgefühl auf.
Graber: Das Taktische ist wichtig, aber eigentlich geht es mir ums Adrenalin – um den Rausch. Ich liebe es zu Berserkern und mag den schnellen Erfolg. Bereits nach dem ersten Treffer erlebt man ein Siegesgefühl. Das gibt es in anderen Spielen kaum.
Marti: Der Erfolg liegt im Punkte sammeln. Wenn man zehn Mal vom gleichen Typen abgeschossen wird und ihn dann erwischt, freut man sich wie blöd. Im richtigen Leben ginge dies nicht.
Dahm: Mit einem Egoshooter kann man sich gut abreagieren. Wenn ich den ganzen Tag Stress im Büro gehabt habe, freue ich mich richtig auf ein paar Runden «Battlefield». Mit Egoshootern kann man abschalten.
Marti: Entspannung ist auch für mich einer der Hauptaspekte. Man taucht ins Spiel ein und vergisst den Alltag. Selbst der Dalai Lama erachtet Gamen als etwas Positives.
Graber: Ich denke aber, dass es einen Unterschied zwischen «realen» Shootern wie Kriegsspielen und Fantasyshootern gibt.
Rüegg: Vom Shootergefühl her ist es dasselbe.
Marti: Übertriebener Realismus ist hinderlich, weil sich moralische Bedenken einschleichen. Wenn zu viele Leichen am Boden liegen, stört es das Spielgefühl.
Graber: Real anmutende Tötung ist ja auch der Hauptauslöser für die Killerspiel-Debatte.
Dahm: Die Debatte ist totaler Schwachsinn. Die Gewalt in einem Buch wie «American Psycho» ist ebenfalls extrem. Keiner würde jedoch auf die Idee kommen, es zu verbieten. Nur Schwachköpfe lassen sich von den Gewaltphantasien beeinflussen. Wenn du einen schwachen Charakter hast, kann das vielleicht deine Gewaltphantasien fördern.
Marti: Mit einem einigermassen gesunden Verstand und einer festen Verankerung im Umfeld spielt man anders. Ich glaube aber schon, dass es Spieler gibt, die sich beim Gamen vorstellen, wie sie reale Leute töten. Die Verantwortung liegt jedoch beim Spieler. Wenn ich im Laden ein Fleischermesser kaufe, ist es per se auch kein Mordinstrument.
Graber: Du meinst also, dass ein Egoshooter als Übungsplatz dienen kann? Kann man das, was im Spiel passiert, wirklich direkt in die Realität übertragen?
Marti: Ja, wenn man die Realität hineinprojiziert. Ein Breivik [der Massenmörder von Norwegen, Anm.d.Red.] wird kaum nur zur Entspannung gespielt haben.
Dahm: Spiele beeinflussen einen schon. Nach einem stundenlangen Spielen von «GTA» hatte ich mich mal dabei erwischt, wie ich danach Autos draussen als potenzielle Klauobjekte angesehen habe.
Graber: Du hast sie trotzdem nicht geklaut.
Dahm: Natürlich nicht.
Graber: Die Hürde zwischen dem, was man im Spiel sieht und dem Umsetzen in die Realität ist sehr hoch. Die möglichen Konsequenzen hindern die meisten Menschen an der Umsetzung.
Rüegg: In den Büchern findet man zudem viel detailliertere Beschreibungen, wie man ein Verbrechen begehen könnte.
Marti: Momentan bietet die Realität noch mehr Sinn: man schmeckt, hört anders, fühlt die Temperatur. Wenn wir es in der virtuellen Welt schaffen, dass die Sinne stärker angesprochen werden und man wirklich nachvollziehen könnte, wie sich ein echter Mord anfühlt, würde die Hemmschwelle sicher sinken.
Graber: Weil man eher abstumpft. Doch ich habe meine Zweifel: Im Spiel geht es doch immer noch um Pixel und Bits. Die virtuelle und die reale Welt sind aber zwei komplett unterschiedliche Dinge: Auf der einen Seite eine künstliche, durch Programme gebaute Welt und auf der anderen die Realität. Der Graben dazwischen ist riesig.
Rüegg: Ich glaube aber, dass durch jede Gewalt, die wir sehen, etwas im Hirn abstumpft. «Manhunt» zum Beispiel ist abartig brutal. Ich glaube, ein solches Spiel desensibilisiert.
Dahm: Gerade bei der Killerspieldiskussion wird vergessen, dass es viele gewalttätige Filme gibt. «Inglorious Basterds» zum Beispiel ist extrem brutal. Aber nie schreit wirklich jemand nach Verboten.
Marti: Beim Film ist der Konsum passiver. Im Egoshooter handelt man selbst, man wird zum Akteur.
Rüegg: Egoshooter sind aber übertrieben, die Story von «Call of Duty» beispielsweise ist unglaublich abwegig. Ein Film geht meistens näher und löst Emotionen aus. Beim Gamen erlebe ich nie dasselbe Gefühl von Befriedigung, wenn der Bösewicht ins Gras beisst.
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Alle 151 Kommentare



















































Folgende Problematik
Das Problem ist, das es viele Jugendliche gibt, die keinen Job haben und trotzdem den ganzen Tag am gamen sind. Sie finden keinen Job und lenken sich somit von der Realität und ihren Problemen ab, statt diese zu lösen. Sucht euch ein besseres Hobby!!
folgendes Problem
Gründen Sie eine Firma uns stellen diese Jugendlichen ein. Dann haben sie auch einen Job :D
Taktisch was ich nicht lache!!
Wieso sagen alle immer das Bf3 taktisch ist. Für alle die sagen das bf3 oder auch mw taktisch ist spielt mal denn bf2 mod Project reality dann wisst ihr was taktisch und teamplay ist!!
BF2 Mod Project Reality?
Ich bin ein total verliebter BF Zocker, aber was ist die BF2 Mod Project Reality?
Die Kombination von Gewalt und Spass
Egoshooter vereinen Gewalt mit Spass. Davon wird das Unterbewusstsein beeinflusst. Er wird sogar, gemäss neuesten Erkenntnissen, das Gehirn verändert. Im normalen Leben wird diese Prägung dann unbewusst wieder angewendet, auf unterschiedliche Arten. So werden dann z.B. , rein aus Spass und ohne jeden Grund, Leute zusammengeschlagen. Dies sind Fakten, bei denen einem himmelangst werden kann. Und kommt mir keiner mit: das ist die Gesellschaft! Solche Killerspiele prägen die Gesellschaft, genauso wie die Bling Subkultur heute alltagstauglich geworden ist. Man müsste viel strenger sein mit Gamen!
So ein Quatsch..
Ich habe schon unzählige sogenannte "Killerspiele" gespielt und bin noch nie auf die Idee gekommen irgendjemandem Gewalt anzutun. Also kommt mir nicht damit, dass solche Spiele aus mir einen amoklaufenden Irren machen würden...
Was du vergessen hast...
Es trainiert die reaktion, man kann schneller denken und es verschweisst irgenwelche hirnzellen die den mensch ein wenig schlauer macht. Hat alles ein wissenschaftler an der oxford bewiesen.
Oehm nein
In meinem Umfeld sind die die "Killerspiele" spielen die ruhigsten. Die aggresiven "Hooligan" Typen halten alle sehr wenig von Zocken. Ich hab mit 9 CS angefangen und lebe ein auserordentlich gewaltfreies Leben. Bei allen Spielen geht es mir nur um den Wettbewerb, weiter nichts.
????
...."So werden dann z.B. , rein aus Spass und ohne jeden Grund, Leute zusammengeschlagen!" Ich denke, wenn, wie erwähnt, Leute ohne Grund zusammengeschlagen werden, hat dies wenig damit zu tun, dass diese Leute gamen. Es hat wohl eher etwas damit zu tun, dass man nicht wirklich in der Spur läuft. Man müsste viel strenger sein mit Gewalttaten. Ein gesunder Geist kommt nicht auf die Idee, das Fiktive zur Realität werden zu lassen.
Heisse Luft
Dann bitte Links zu Studien und Quellenangaben reinpacken, nur Heisse Luft in den Raum stellen kann jeder.