Weltraum-Flop

03. Dezember 2016 17:08; Akt: 03.12.2016 17:08 Print

«No Man's Sky» will verärgerte Fans versöhnen

Neue Hoffnung im Weltall: Hello Games reagiert mit einem umfassenden Update auf die Kritik der Spieler. Und das ist erst der Anfang.

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Basen bauen für freundlicheres Feedback: Das mit viel Vorschusslorbeeren gestartete «No Man's Sky» hat viele Spieler enttäuscht. Jetzt reagiert Entwickler Hello Games mit einem Update auf die Kritik. Unendliche Weiten, unendliche Möglichkeiten: Im Open-World- oder besser Open-Space-Game «No Man's Sky» macht man sich ohne Story auf ins All und entdeckt Planeten, Tiere, Pflanzen und natürlich Aliens. Der feuchte Traum eines jeden Science-Fiction-Fans? Das monatelang gehypte Spiel wurde nach der Veröffentlichung auch von Game-Redaktoren auf der ganzen Welt gespielt. Der «Spiegel» etwa schrieb, es sei kein einfaches Spiel, weil man sich eigene Ziele setzen müsse. Die Erkundung des Weltall begeistere, sei aber «nicht für jeden etwas». Das erste Fazit: «Nach einer langen Nacht ist No Man's Sky zumindest eines noch nicht geworden: Langweilig.» Auch wenn das Schlafbedürfnis irgendwann über den Wunsch siegt, noch einen weiteren Planeten entdecken zu wollen. Viele Gameportale liessen ihre User am Test mehr oder weniger live teilhaben, indem sie Tagebücher mit den Erlebnissen bei «No Man's Sky» veröffentlichten. Hier Gamesradar.com. Er habe noch nie «etwas Vergleichbares» gespielt, schrieb der Autor nach zwei Tagen. Er frage sich aber, ob ihn das Spiel weitere 30 Stunden fesseln werde. Und: Ob das Game irgendwann einen Sinn ergebe. Der Autor von Pcgames.de entdeckte an seinem zweiten Tag erste Mängel am Spiel: «Die einzelnen Gameplay-Mechaniken funktionieren zwar in sich gut, aber sie wiederholen sich endlos. Was fehlt, sind spielerische Highlights und Momente, die uns wieder nach vorne pushen.» Zum kompletten Liebesentzug ist es aber noch nicht gekommen: «Was uns bei der Stange hält, sind der Umgang mit den Alien-Sprachen und die Suche nach dem Hintergrundwissen des Universums. Auch wenn das im Prinzip ebenfalls nur ein repetitives Abklappern von Rätselorten, Ausserirdischen, Monolithen und Wissenssteinen darstellt, ist es dennoch motivierend, hier Erfolge zu verzeichnen.» Die Frage aller Fragen: «Lohnt sich No Man's Sky?», titelte das deutsche Portal Giga.de. Richtig beantworten kann man die Frage noch nicht. «No Man's Sky» sei ein spezielles Spiel, dessen Langzeitwirkung in Frage steht: «Das Whoa der ersten fünf Stunden ist meine Zeit wert gewesen. Aber reicht die anfängliche Motivation, um Stunden mit dem wenig ausgereiften Gameplay zu verbringen?» Inzwischen hat sich unter den Spielern vor allem Enttäuschung breitgemacht. Das neue Update «Foundation» soll nun Besserung bringen.

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Erinnert sich noch jemand an «No Man's Sky»? Oder spielt noch jemand «No Man's Sky»? Wir erinnern uns: Im Sommer wurde das Open-World-Game nach monatelangem Hype veröffentlicht. Doch nachdem sich der Rummel um das Weltraumspiel mit den 18 Trillionen Planeten ein wenig gelegt hatte, blieb vor allem die Enttäuschung. Zu langweilig, zu redundant, zu nervig – so der Tenor.

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Klar: Die Reaktionen sind zum Teil den riesigen Erwartungen zuzuschreiben, die das Indie-Game gar nicht erfüllen konnte. Doch auch bei Käufern, die sich vertieft mit dem Spiel auseinandersetzten, zählt «No Man's Sky» nicht zu den Jahres-Highlights. Der Beweis: In den Charts der Online-Gaming-Plattform Steam ist das Spiel das am schlechtesten bewertete Game, es gibt fast nur Kritik. Nahezu 70 Prozent urteilen negativ über das Spiel, nur bei 12 Prozent gibts ein «Daumen hoch».

Umfassendes Update

Von der Kritik alarmiert gab Hersteller Hello Games kurz darauf bekannt, dass man an einem Update für das Spiel arbeite. Der 2,7 GB grosse Download ist nun unter dem Titel «Foundation» erschienen und bietet so einiges. Unter anderem gibt es zwei neue Spielmodi, die für mehr Abwechslung sorgen sollen. Im Kreativmodus dürfen die Spieler das unendliche Universum nun auch ohne ständigen Ressourcenmangel erkunden. Und im neuen Survival-Mode wird die Mission im Vergleich mit der alten Version noch einmal deutlich schwieriger.

Ein cooles neues Tool ist auch der Basenbau. Die Bunker dienen als Unterkunft, die man mit modularen Strukturen aufbaut und dekoriert. Die Ressourcen dafür findet man beim Erforschen der Galaxie. Zusätzlich lassen sich Aliens anheuern, um neue Technologien zu erforschen, man kann sich mit Teleportern auf Raumstationen transportieren lassen oder die Basis auf dem einen Planeten abbauen.

«LaWi» im Weltall

Nicht zuletzt kann man nun bis zu zehn verschiedene Pflanzenarten erforschen und anbauen. Die gesammelten Ressourcen transportiert man mit imposanten Frachtschiffen und treibt Handel. Die zusätzlichen Schiffe, die den Spieler per Knopfdruck von allein begleiten, können nun sogar ausgebaut werden. Alles in allem erinnern die Neuerungen ein wenig an «Landwirtschafts Simulator 2017» im Weltall – immerhin hat die Schweizer Agrarsimulation bisher nicht nur gute Verkaufszahlen, sondern auch viel Zuspruch von der Community ernten können.

Das Update heisst denn auch nicht umsonst «Foundation», also Basis. Denn die Verbesserungen sollen erst der Anfang sein. Schon beim Gespräch von 20 Minuten mit Sean Murray vor der Veröffentlichung in London hatte der Hello-Games-Chef angekündigt, dass «No Man’s Sky» ein in jeder Beziehung offenes Spiel bleibe. Ein Abenteuer, das sich konstant weiterentwickle. Die Fans jedoch wären vor allem froh, wenn demnächst der von vielen erwünschte Multiplayer-Modus nachgereicht würde.

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • asinoy am 03.12.2016 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    z früeh

    das Spiel ist eindeutig zu früh erschienen nur halb fertig und darum schlecht punkt!

    einklappen einklappen
  • Vapemonster am 03.12.2016 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Wenigstens mein Geld zurück bekommen. Selten so ein Schrott gespielt. Das Update klingt zwar interessant aber mehr auch nicht. Verspielt ist verspielt

    einklappen einklappen
  • Der Zocker am 03.12.2016 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No man's Buy

    Bin froh, die Finger davon gelassen zu haben. Was ich eine kurze Zeit via Shareplay gesehen habe, hatt mich endgültig vom Kauf abgehalten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • muff am 04.12.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    5 cent

    Basenbau und survival sind dennoch mit der Zeit langweilig ohne Quest und story.

  • Bill am 04.12.2016 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Hype um nichts.

    "Die Reaktionen sind zum Teil den riesigen Erwartungen zuzuschreiben, die das Indie-Game gar nicht erfüllen konnte." Wäre evtl. noch erwähnenswert, dass diese Erwartungen durch den Entwickler geschürt wurde, der die Community nach Strich und Faden belogen hat was Features und Umfang des Spieles angeht.

  • Lukas am 04.12.2016 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtige richtung

    ich mag No Man's Sky nach wie zuvor. Mit dem neuen Update scheint es aber in die richtige Richtung zu gehen. Ich denke dabei besonders an das Spiel "Oasis" aus dem Roman "Ready Player One". No Man's Sky zeigt immer mehr Ähnlichkeiten zu dem im Roman beschriebenen Spiel und entwickelt sich aus meiner Sicht in die richtige Richtung.

  • corerulez am 04.12.2016 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NMS phaaaa! TD !

    Keine Zeit dafür! Wenn ich zocke dann The division 1.5, da hat sich einiges getan und mit dem Survival-Update gibts wieder Abwechslung. Dank über 100% Zuwachs seit Patch 1.5 kann man gespannt auf die next Year Patches schauen. Spiel wurde auf 5 Jahre ausgelegt und geht momentan mit dem Super Balancing auch richtig ab!! Gebt TD noch neh Chance, ich Sch.... auf NMS.

  • Gamerino am 04.12.2016 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    No Man's Witz

    Ich hab das unzählige Stunden gespielt, und zugegeben, nach den ersten paar Stunden wiederholte sich alles extrem. Klar, immer gabs wieder paar neue Viecher und Pflanzen, aber immer brauchte man gewisse Ressourcen um das Schiff aufzurüsten, und am Schluss nur noch Treibstoff-Zeugs, das man immer minen musste. Als ich dann erfahren habe, das man am Schluss der grossen Reise ins Zentrum der Galaxie gar nicht hinkann, sondern wider rausgezoomt wird und eine neue Galaxie kommt, hab ich sofort aufgehört. Episches Abenteuter mit Witz am Schluss. Und der Preis ist ungeheuerlich für sowas!

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