Gamereview

17. August 2017 09:58; Akt: 17.08.2017 10:20 Print

«Uncharted: Lost Legacy» macht diebische Freude

von J. Graber - Nathan Drake ist in Rente, die «Uncharted»-Reihe geht trotzdem weiter. Können die zwei neuen Heldinnen dem Meisterdieb die Show stehlen?

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Dass sich eine erfolgreiche Spielreihe wie «Uncharted» nicht einfach sang- und klanglos aus der Gamewelt verabschiedet, verstand sich nach dem Rückzug des gewitzten Meisterdiebs Nathan Drake nach «Uncharted 4: A Thief's End» eigentlich von selbst. Zu lukrativ war das Geschäft: Von den vier Hauptspielen wurden weltweit laut vgchartz.com über 27 Millionen Stück verkauft. Es war klar, dass die erfolgreiche Spielidee mit Hollywood-Flair nicht in den Archivkammern der Gamegeschichte verschwinden sollte.

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Das Entwicklerstudio Naughty Dog ist sich aber insofern treu geblieben, als die ehemalige Hauptfigur Nathan Drake in «Uncharted: The Lost Legacy» nur in Gesprächen auftaucht – der pensionierte Held fehlt als Figur nun komplett. Die Bühne gehört zwei Nebenfiguren aus vergangenen «Uncharted»-Games: Chloe Frazer und ihrem Sidekick Nadine Ross. Chloe ist, wie Nathan Drake, eine archäologisch gewiefte Diebin, Nadine hat hingegen einen militärischen Hintergrund und begleitet Erstere aus eigenen Gründen. Die beiden schlagkräftigen Heldinnen begeben sich auf die Suche nach dem mythologischen Stosszahn des indischen Gottes Ganesh, nach dem auch schon Chloes Vater jagte.

Näher bei Lara Croft

Dass Chloes Vater ein Archäologe war, rückt die «Uncharted»-Reihe natürlich noch näher an die «Tomb Raider»-Spiele heran. Auch dass Spieler nun in die Haut von Chloe Frazer schlüpfen und sie durch die optisch erneut brillant gestalteten Level führen, lässt immer wieder Erinnerungen an Lara Croft aufkommen – auch deswegen, weil Chloe Frazer ebenso artistisch Wände hochzuhangeln, über Abgründe zu springen und Gegner mit Faust- und Feuerkraft aus dem Weg zu räumen weiss. Nadine Ross dient der mit hintersinnigem Wortwitz gesegneten Heldin vor allem als Gesprächspartnerin, weist Spieler bisweilen aber auch in die richtige Richtung und legt bei Bedarf Hand an.

Diebische Freude: «Uncharted: The Lost Legacy»

Viel Laufarbeit

Die Show stehlen die beiden Nathan Drake indessen nicht. Obwohl ihre Dialoge, von denen das Spiel weitgehend lebt, durchaus originell und bisweilen sogar witzig sind und die Entwickler vor allem aus Chloe Frazer eine vielschichtige Figur gemacht haben, vermisst man im neusten Teil den verschmitzten Witz des Diebs im Ruhestand. Auch fehlt die Spieltiefe: Weite Teile des Games verbringen Spieler damit, auf der Jagd nach dem Stosszahn von einem Ort zum andern zu fahren, zu laufen oder zu hangeln, während sich die beiden Heldinnen unterhalten. Sie suchen nach Symbolen mit Hinweisen auf den Aufenthaltsort des Zahns, lösen nicht allzu schwierige Rätsel und öffnen zu leicht zu knackende Schlösser von Kisten, in denen sich Waffen oder auch Schmuckstücke finden lassen.

Da auch die Gegner Hand ans mystische Objekt legen wollen, wird das Geplauder der beiden regelmässig durch Schusswechsel unterbrochen, wobei die Feinde trotz fehlendem Wissen immer schon vor den Heldinnen vor Ort sind; diesbezüglich dürften sich Gameentwickler grundsätzlich mal ein plausibleres Konzept überlegen.

Kurzum: «Uncharted: The Lost Legacy» ist ein optisch exzellent gestaltetes Game mit würdigen Vertreterinnen für den ehemaligen Meisterdieb, das in der typischen hollywoodesken Art erneut gutes Gamekino liefert. Allerdings fehlt ein wenig das Schillernde früherer «Uncharted»-Games. Trotzdem kommt beim Spielen immer wieder eine diebische Freude auf.

«Uncharted: The Lost Legacy» erscheint am 23. August 2017

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Malik B. am 17.08.2017 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PC

    Überproportional viele Frauen und Minderheiten übernehmen Hauptrollen in Action Games und Filme. Political correctnes bis ins geht nicht mehr. Verliert an Authentizität.

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  • Ken & Ryu am 17.08.2017 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Exklusiv-Rechte

    Diese Exklusivtitel gehen mir so auf den Senkel. Wenn ich heute alle Top-Games spielen will, brauch ich 4 Plattformen. Will ich alle Top-Serien schauen, brauche ich 3 Streaming-Abos. Will ich Fussball, Eishockey, CL gucken, brauch ich 3 TV-Abos. Wo führt das noch hin? Muss ich künftig alles doppelt und dreifach bezahlen und besitzen? Ein gutes Vorbild ist da der PC. Da gibts verschiedene OS, verschiedene Stores, verschiedene Hardware-Anbieter, offener Markt. So müsste das eigentlich auch sein. Aber so ist ja dann der Kunde und nicht mehr der Anbieter im Vorteil gel?

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  • Marc B. am 17.08.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Das ist halt Uncharted: Laufen, dann ein einfaches Rätsel lösen und anschliessend noch eine Schiesserei. Dann wieder laufen, wieder ein einfaches Rätsel lösen und wieder eine Schiesserei. Zum Schluss gibt es einen Endboss und fertig. Die Uncharted-Reihe hat sich abgenützt und lebte schlussendlich nur noch vom genialen Hauptcharakter. Und ohne Drake habe ich auch kein Interesse mehr an Uncharted und warte lieber auf The Last of Us 2

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Die neusten Leser-Kommentare

  • aeonra am 18.08.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Zu früh geurteilt

    Naja... also ich halte es generell so... erst einmal selbst anspielen und dann urteilen. Es macht storytechnisch durchaus Sinn dass Drake in Rente geschickt wurde, seine Geschichte wurde erzählt, alles weitere wäre blos... ne ausleierei. Uncharted hat einige Charaktere die die Serie Fortsetzen können, weiblich, männlich is dabei egal. Hauptsache das Spiel macht Spass.

  • Freshdachs86 am 17.08.2017 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yep

    Naja, uncharted werd ich auch dieses mal wieder zocken, würde mir persönlich einfach wünschen, dass man nicht mehr ganz soviel rumklettern muss... teil 2 war für mich klar der beste der reihe. :)

  • Daddler am 17.08.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    muss das sein

    Ich kann nicht verstehen, wieso man diese elendige Geschlechterdebatte auch auf die Welt in Spielen ausweiten muss.. Es ist nun mal so, dass ein Hauptcharakter einer Geschichte geschlechtsgebunden sein kann, weil die Story so geschrieben wurde, wie sie geschrieben wurde. Es regt sich auch keiner über das Geschlecht des Protagonisten in einem Buch auf,.. Man stelle sich vor, die Witcher-Reihe wäre mit einem weiblichen Charakter spielbar.. Authentizität der Bücher wäre dahin. Es zeigt sich aber dennoch ein leichter Trendwechsel. Z.B. Hellblade, Tomb Raider, Horizon, Cyberpunk 2077

  • k1x am 17.08.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportfan

    Intressiert kein Mensch. Jetzt kommt NHL, FIFA und NBA raus, das sind die Spiele aller Spiele.

    • PS am 17.08.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @k1x

      Sorry aber das sind die langweiligsten Spiele die ich kenne.

    • rammirocker am 18.08.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

      Genau....

      Alle Jahre der gleiche Einheitsbrei für den Vollpreis..... Hype, Hype, Hurra, die Spannung steigt ins unermessliche..... Wer den Sarkasmus findet darf ihn behalten. Bin Sportfan, aber ein Sportgame ein No-Go, das ist nur Abzocke Hoch 3!!!

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  • Dorajmon am 17.08.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    FC Fan

    Nur Far Cry ist Gold...der Rest ist Ansichtssache

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