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Fatales Versäumnis
22. November 2012 17:14; Akt: 22.11.2012 19:59 Print
«Verrückt, wie blind Microsoft und Sony waren»
von Oliver Wietlisbach - Nintendos Bewegungssteuerung für die Wii wurde von einem Garagen-Tüftler ausgeheckt. Microsoft und Sony lehnten sein Angebot ab, Nintendo erkannte die Chance.
Microsoft-Gründer Bill Gates wurde 1998 gefragt, welchen Rivalen er am meisten fürchte. Seine Antwort: «Am meisten Angst habe ich vor jemandem, der in einer Garage etwas völlig Neues erfindet.» Nur drei Jahre später, Gates hatte eben erst das Zepter an Steve Ballmer übergeben, klopfte ein Garagen-Tüftler an Microsofts Pforten. Sein Name ist Tom Quinn und er hatte eine Idee, die die Welt der Videospiele auf den Kopf stellen sollte.
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Quinn hatte eine Bewegungsteuerung erfunden, die er 1999 patentieren liess. Die Idee dazu schoss ihm rund zehn Jahre zuvor im Cockpit einer Cessna 172 durch den Kopf. Über den Wolken kam dem Piloten die Idee, wie praktisch es wäre, ein Flugzeug nur mit Gesten zu navigieren. Daraus wurde bekanntlich nichts. Dafür aus etwas anderem.
Microsofts Arroganz
Anfang 2001 spielte Quinn erstmals mit der Idee, seine Bewegungssteuerung in Videospielen einzusetzen. «Durch meine Geschäftsbeziehungen hatte ich einen Draht zu Steve Ballmer», erzählte der Erfinder dem Game-Portal CVG. Ballmer war von der Bewegungssteuerung begeistert und verhalf Quinn zu einem Treffen mit Microsofts Xbox-Team.
Das Meeting endete in einem Desaster: Die Xbox-Leute gaben dem Tüftler zu verstehen, dass sie, wenn sie eine Bewegungssteuern haben wollten, selber eine entwickeln würden und dies auch besser könnten. «Das Meeting verlief so schrecklich, dass am Ende ein Manager zu mir kam und sich für das rüde Verhalten seiner Kollegen entschuldigte», erinnert sich Quinn.
Ein bizarrer Besuch in Japan
Nach der Abfuhr von Microsoft wandte sich Quinn an Sony. Die Japaner dominierten damals den Markt der Videogames mit ihrer Playstation 2 und schienen der logische Partner zu sein. Die Japaner gewährten dem US-Erfinder eine Audienz mit Ken Kutaragi. Quinn hatte keine Ahnung, wer Kutaragi ist. Später stellte sich heraus, dass es sich um niemand anderes als den Schöpfer der Playstation handelte, dem damals einflussreichsten Mann der Videospielebranche.
Er werde das Meeting bei Sony nie vergessen, erinnert sich Quinn. «Wir waren in einem winzigen Raum mit einem Projektor. Kutaragi kommt herein, stellt sich vor, setzt sich und schliesst seine Augen in dem Moment, in dem ich mit meiner Präsentation starte», sagt Quinn. «Es war merkwürdig, sehr merkwürdig, aber ich bat ihn trotzdem um eine Einschätzung. Er fragte, ob ich die Steuerung für 50 Cents produzieren könne. Ich musste lachen und verneinte die Frage.» Das wars. Nach Microsoft erhielt der Garagen-Erfinder auch von Sony einen Korb.
Nintendo erkennt das Potenzial
Frustriert suchte Quinn sein Glück beim Dritten im Bunde. Nintendo hatte den Gaming-Markt bis Mitte der 1990er-Jahre dominiert. Dem Siegeszug der Playstation hatte die über 100-jährige Traditionsfirma aber nichts entgegenzusetzen. Mit dem GameCube legte Nintendo Anfang des Jahrhunderts den zweiten Flop in Folge hin. «Mann muss sich vor Augen führen, dass Sony und Microsoft damals bei weitem die grössten Konsolenhersteller waren», sagt Quinn. Nintendo ging es schlecht und darum habe er nicht primär an sie gedacht.
Quinn wurde in Nintendos Hauptquartier in Kyoto vom damals neuen Geschäftsführer Atsushi Asada empfangen. Der Zufall wollte es, dass Quinns Geschäftspartner gelegentlich mit Asada den Schläger auf dem Golfplatz schwang, bevor dieser die Nummer eins bei Nintendo wurde. Nach 20 Minuten hatte Asada genug gehört. Er scharte die Nintendo-Manager um sich und nach einer hitzigen Diskussion war die Entscheidung gefallen. Nintendo setzte auf Quinns Bewegungssteuerung.
Der Rest ist Geschichte
2006 lancierten die Japaner mit der Wii ihre mit Abstand erfolgreichste Konsole. 97 Millionen Geräte wurden bis heute verkauft. Microsoft und Sony kamen erst Jahre später mit ihren eigenen Bewegungssteuerungen Kinect und Playstation Move auf den Markt.
Tom Quinn ist nicht der Erfinder der Wii, aber ohne ihn sähe der Spielemarkt heute wohl ganz anders aus: «Es ist verrückt, wie blind Microsoft und Sony waren. Sie waren so damit beschäftigt, einander zu verprügeln, dass sie Nintendo nicht mehr als ernsthaften Konkurrenten wahrgenommen hatten», sagt der Erfinder.
2008 kam Nintendo kaum noch nach genügend Wii-Konsolen vom Fliessband laufen zu lassen. Während sich die Kunden Nintendos Spielkonsole mit Bewegungssteuerung quasi aus den Händen rissen, schaute sich das Xbox-Team eine alternative Bewegungssteuerung eines israelischen Erfinders an. Diesmal sollen die Microsoft-Manager höflicher gewesen sein.
Die Kult-Werbung: Wii VS. PS3
Quelle: YouTube/manuelito911
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Alle 86 Kommentare

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Ist Microsoft wirklich ein Nachmacher?
Aber eigentlich steht Microsoft nicht wirklich als Nachahmer da er hat ich sag mal mit der Kinect die Idee verbessert,also so sehe ich das.
Wii und Spass?
Sorry habt ihr jemals eine Ps3 oder 360 gehabt und dann man irgendwo wii gespielt? Die Spiele sind so simpel gemacht dass es einem nach 10 min. verleidet
unnötig
Ich hab mir auch Playstation Move gekauft. Fazit: Es liegt nach etwa 10 min. Spielzeit etwa 1 Jahr verstaubt herum.