Start-up Game

23. Januar 2016 23:52; Akt: 25.01.2016 10:16 Print

Sie wollen das Gamedesign revolutionieren

von Jan Graber - Ihr Ziel: Games zu entwickeln soll für jedermann möglich sein. Wie zwei Jungdesigner die Gamewelt verändern wollen.

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Die Gameentwicklung-Revolutionäre: Flurin Jenal (links) und Silvan Bauser werden von der Swiss Startup Factory unterstützt. (Bild: Jan Graber)

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Nervös seien sie nicht, aber ein bisschen aufgeregt schon. Und extrem motiviert. Flurin Jenal und Silvan Bauser sitzen an einer bis auf einen Notebook leeren Arbeitsinsel in einem hell erleuchteten Grossraumbüro. Es ist ihr erster Tag in der Swiss Startup Factory, alles wirkt noch karg und unbelebt. Die Swiss Startup Factory ist ein Risikoinvestor, der junge Start-ups unter sich vereint und ihnen auf die Sprünge helfen will. Dafür verdient die Factory an den Produkten mit. «Wir freuen uns extrem auf das, was vor uns liegt», sagt Jenal, 26 Jahre alt und zusammen mit dem 28-jährigen Bauser Mitbegründer eines Unternehmens, das derzeit den Arbeitstitel X-Assets trägt.

Hinter dem Namen, der sich ein wenig nach «Matrix» und «Star Wars» anhört, steckt eine Idee, die die Art, wie heute Games entstehen, revolutionieren könnte: Bauser und Jenal entwickeln ein System, das es jedermann ermöglicht, auf einfachste Weise ein Spiel zu designen. «Man kann es sich wie ein System von Lego-Klötzen vorstellen», sagt Jenal. X-Assets liefert die Game-Bausteine, der User setzt diese nach seinen Wünschen auf einfache Weise zum Spiel zusammen. Die Bausteine können auch von Drittanbietern kommen, Jenal und Bauser betreiben den Shop und sorgen dafür, dass die «Lego-Noppen» aufeinanderpassen.

«Wir möchten die Gameentwicklung so vereinfachen, dass auch Eltern, Kinder und Hobby-Designer mit wenig Aufwand ein Spiel erstellen können», ergänzt Bauser. Zu einer wichtigen Zielgruppe gehören neben Hobbybastlern auch Marketing- und Werbefirmen sowie professionelle Gamedesigner, die auf schnelle Weise Spielideen testen wollen.

«Jetzt werde ich reich»

Eigentlich hatte Flurin Jenal selbst Gameentwickler werden wollen. «Nach dem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste dachte ich: Jetzt werde ich reich», sagt er schmunzelnd. Es kam anders: Mit Nebenjobs hielt er sich über Wasser, die eigenen Games wurden nie fertig. «Die Konkurrenz ist in den letzten Jahren zudem immer grösser geworden», sagt er. Er erkannte, dass andere Entwickler das selbe Problem haben und überlegte, was er sich als Gamedesigner wünschen würde. Die Lösung: X-Assets. Plötzlich grinst er: «Aus der wachsenden Konkurrenz wurde auf einmal ein wachsender Kundenstamm!»

Auch Bauser arbeitete nach dem ZHdK-Studium als Freelancer im Bereich Web und Grafik, er gründete seine eigene Firma, verdiente einen Teil des Gelds mit Gamification und wartete auf das geeignete Produkt, um «einmal etwas Solides und vor allem etwas Skalierbares zu bauen», wie er es ausdrückt. Jenal ergänzt trocken: «Wir wollten beide aus dem Hamsterrad kommen.»

Grenzen sprengen

Um eine komplett neue Idee handelt es sich freilich nicht, wie Jenal und Bauser zugeben. Bereits früher konnten Fans mit sogenannten Level-Editoren auf einfache Weise ihre eigenen Spielwelten in einem Game schaffen. Das Spiel «Little Big Planet» ermöglicht sogar die Herstellung ganzer Spiele. Die grafischen Möglichkeiten sind indessen beschränkt. Mit X-Assets wollen Jenal und Bauser diese Grenzen sprengen.

Erst einmal müssen sie sich aber in der Swiss Startup Factory einrichten. Die Factory stellt nicht nur Geld, sondern auch Know-how zur Verfügung. «Der Druck ist gross», sagt Jenal, schon nach einer Woche sollen erste Resultate vorliegen. Die beiden Jung-Entwickler empfinden dies als Vorteil. «Wir werden gepusht», sagt Bauser. Und Jenal schliesst: «Endlich finden auch Gameentwickler hier risikofreudige Investoren.»

» www.game-x.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sina am 24.01.2016 01:12 Report Diesen Beitrag melden

    Null Chance

    Sorry, null Chance mit der Idee. Das Problem sind zwei Dinge. Erstens sind die Gamer extrem anspruchsvoll was alleine Grafik angeht und es braucht einfach immer noch dutzenden Mitarbeiter welche mehrere Jahre an einem, Spiel arbeiten bis es fertig ist und dann in der Qualität vorhanden ist, wie sie die Spieler haben wollen. Auch Google hat seinen Programmierbausatz für Jedermann wieder eingestellt und zwar aus Grund Nummer zwei: Die Gamer wollen gamen und nicht basteln oder entwickeln. Einfach nur konsumieren. Wer Brot will geht zum Bäcker, nur 1% kauft Mehl, Hefe und Salz und macht es selbst.

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  • Roberti am 24.01.2016 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück

    es gibt schon einige Programme welche das Spiele-Machen erleichtern sollen, doch die Komplexität fehlt bei solchen Sachen meistens. Wünsche denen viel Glück!

  • Bonifatz am 24.01.2016 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow..

    Die haben ja was vor..Ich frage mich nur ob das Ziel nicht zu hoch gesteckt ist für den Anfang? So einfach wird das nicht, vorallem im Punkt Benutzerfreundlichkeit. Nimmt mich wunder wie sie sich das vorstellen und umsetzen. Lassen wir uns überraschen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil Scalibia am 24.01.2016 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    "Revolutionieren". Den RPG Maker gibt's jetzt schon ewig...

  • Andy am 24.01.2016 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unreal Engine 4

    Um eines der bekanntesten Beispiele zu nennen. Die Engine ist auf dem aktuellsten Stand der Technik und bietet das zurzeit maximal Mögliche. Für Einzelentwickler und kleine Teams kostenlos, bietet ebenfalls jede Menge Assets über den eigenen Store (wers braucht) und ist vom Editoring her sicherlich für jedern erlernbar. Also ob die Idee der beiden Jungs am Ende aufgeht...

  • Sam Sägesser am 24.01.2016 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Effizienzeinbussen

    Ich kann mir vorstellen, dass einfache Bausteine wie Menüs oder die Economy mit einem Editor schnell machbar wären, aber bei der Grafik ist wohl bald mal Schluss. Zuletzt braucht einfach jedes Game sein individuelles Designkonzept um die Leistung des Systems verhältnismässig auszunutzen. Jede Art von Game erfordert eine andere Grundstruktur. Vielleicht sollte sich das Projekt auf einen Gametyp beschränken?

  • Viktor am 24.01.2016 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Unsinn

    Wetten dass die Jungs in ihrem neuen Business das neue Jahr 2017 nicht erleben. Ausser Spesen nichts gewesen....neuen Job suchen.

  • Glubschi am 24.01.2016 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Als Game Designer möchte ich nicht auf eingekaufte Assets, Effekte, 3d Modelle angewiesen sein, welche dann stilistisch nicht zusammenpassen oder das Universum meines Spiels unterstützen. (ich möchte auch nicht das ein anderes spiel die gleichen Objekte o.ä. nutzt) Game Baukasten ist ok. Aber nur wenn man schnell einen prototypen erstellen will, um das Spielkonzept zu beweisen. Dort spielt die Grafik keine Rolle. Diese Idee kann niemals als bezahlte Leistung funktionieren. Die Herren sollten ihr Business Modell überdenken und ein Open Source Projekt daraus machen.

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