Games und Drogen

16. Juli 2015 21:00; Akt: 16.07.2015 21:00 Print

«Profi-Gamer sind alle gedopt»

von Ill-FiL - Ein Gamer hat zugegeben, an einem Turnier das Psychostimulans Adderall genommen zu haben. Doping ist bei E-Sportlern weitverbreitet.

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Doping im E-Sport: Um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, greifen Profi-Gamer vermehrt zu an sich verbotenen Substanzen. (Symbolbild) (Bild: Flickr/artubr)

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Längst sind die wichtigen Game-Turniere zu riesigen Events geworden, bei denen teils um Preisgelder in mehrfacher Millionenhöhe gespielt wird. Im Kampf um Sieg und lukrative Sponsoringverträge greifen anscheinend immer mehr Profigamer zu Aufputsch- und anderen leistungssteigernden Mitteln.

Eigentlich eine logische Entwicklung, denn wo es um viel Geld geht, ist die Verlockung gross, auf Hilfsmittel zur Leistungssteigerung zurückzugreifen. So beispielsweise am diesjährigen ESL-One-Turnier (E-Sport-Liga) im polnischen Katowice: Wie ein Pro-Gamer jetzt in einem Interview zugegeben hat, wird auf höchstem Game-Niveau anscheinend gleich teamweise gedopt. «Wir sind alle auf Adderall», berichtet der Kanadier Kory «Semphis» Friesen, der am grossen «Counter Strike»-Turnier in Polen teilgenommen hat.

Hacking ist unfair, Doping egal

Friesen, der in seiner Gamer-Karriere bisher knapp 30'000 Franken an Turnieren gewonnen hat, spielt die beiden Egoshooter «Counter Strike» und «Counter Strike: Global Offensive». Interessant an dem Interview ist, dass Friesen über Doping im E-Sport spricht, als wäre es das Natürlichste der Welt. Zumindest scheint Friesen (und wohl auch alle anderen Turnier-Gamer) kein Problem damit zu haben, dass Spieler bei der Ausübung ihrer Sportart leistungssteigernde Substanzen zu sich nehmen.
Interview mit Kory «Semphis» Friesen. Die fragliche Sequenz zum Thema Doping beginnt bei Minute 7.48. (Video: Youtube/LAUNDERS CSTIKE)

Das Interview ist deshalb bemerkenswert, da es bisher zwar immer wieder Hinweise auf Doping in der E-Sport-Szene gegeben hat. So bereitwillig und offen wie Friesen hat aber noch kein Game-Profi über das Thema Auskunft gegeben.

Interessant ist auch, dass sich bisher noch niemand über Doping im E-Sport-Bereich aufgeregt hat, geschweige denn etwas dagegen zu unternehmen versucht. Wenn über unlauteren Wettbewerb in der Szene diskutiert wird, dann geht es eigentlich immer nur um Hacks oder Cheats, nicht aber um den Konsum von Mitteln, die die Leistung beeinflussen. Oder anders formuliert: Die eigene Game-Figur darf nicht gedopt werden, wohl aber der Spieler, der sie steuert.

Regeln ja, Kontrollen nein

Denn die Regeln der ESL verbieten zwar offiziell jede Art von Doping und drohen bei Zuwiderhandlung mit dem Ausschluss von den Turnieren. Aber was nützt ein derartiges Regelwerk, wenn keine Kontrollen durchgeführt werden?

Obwohl gemäss Friesen alle in seinem Team gedopt waren, ist seine Mannschaft in Katowice bereits in der Gruppenphase ausgeschieden.
ESL One 2015 Katowice: Highlights des «Counter Strike»-Turniers in Polen. (Video: Youtube/HLTVorg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alt-Gamer am 16.07.2015 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    quatsch

    Wer Skill hat braucht kein "Doping", Doping ist cheaten und Cheater haben kleine ..... Gruss und allzeit gute Frags

  • Mister KnowItall am 16.07.2015 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hintergrund

    Wichtig ist dazu zu wissen, dass der hier zitierte Semphis vor kurzem aus den betreffenden Team (Cloud9) gekickt wurde, er also durchaus Grund hätte seine Mitspieler zu verleumden. Eine Leistungssteigerung durch Adderall um das es hier geht ist ebenfalls fraglich, da Friesen das Thema Doping erst ansprach nachdem er gefragt wurde wieso die ingame Kommunikation am betreffenden Turnier so chaotisch und langsam war.

  • Peter am 16.07.2015 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amphetamin

    Adderall ist Amphetamin und das ist nicht gesund:

Die neusten Leser-Kommentare

  • Urgamer am 17.07.2015 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher

    Hab ich auch an turnieren teilgenommen hab aber nie etwas vom ganzen mitbekommen ausser dass ich stets wütend war heute spiel ich minecraft vieeel entspannender

  • Urgamer am 17.07.2015 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ach komm...

    Ich frag mich, ob da wirklich die Leistung gesteigert wird durch dieses Doping. Ich gebs zu, ich hatte auch Gamingnächte, bei denen wir die eine oder andere Line gezogen haben. Jedoch nur aus Spass und um natürlich so lang wie möglich wach zu bleiben. Mir kam es nicht vor, dass ich konzentrierter gespielt hätte. Weiss nicht, was ich davon halten soll.

  • Ritalin am 17.07.2015 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hacker

    Für mich ist das gleich zu setzten mit hacken .

  • Hans am 17.07.2015 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überhaupt Doping?

    Lass die doch machen. Die 15h am Tag vorm PC oder der Konsole sind wahrscheinlich ungesünder als das Mittel was Sie einnehmen. Ausserdem handelt es sich nicht um Doping wenn das Mittel nicht explizit verboten ist, also vom Sportverband. Z.B. käm niemand auf die Idee Kaffee als Doping zu bezeichnen, fällt aber im Schiesssport unter Doping. Ammoniak einatmen vorm Gewichtheben zählt nicht als Doping, hat aber auch eine aufputschende Wirkung. Ist also immer eine Frage der Auslegung.

  • Chromtendo am 17.07.2015 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Also echt...

    Wer zum teufel doped sich beim Zocken? im ernst? Wenn man viel und gerne zockt, dann ist man so oder so aktiv und wird nicht müde. Ich zocke zum Teil 40 Stunden nur Freitag - Sonntag und bin/werde nicht müde. (Nennt mich süchtig wenn ihr wollt, ich hab ein erfolgreiches Leben - bis jetzt) Ich brauch keinen Kaffee, keine "Aufweck-Nüsse" noch sonst was. Nur ein interessantes Spiel, in diesem Fall Smash Bros oder ein MMO und ZACK fesselt es mich für STUNDEN! "Zocker" die Drogen nehmen um aktiver und konzentrierter zu sein sind keine Zocker.

    • Lis am 17.07.2015 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wir reden über professionelle Spieler

      Du verstehst nicht dass es hier um professionelle Spieler geht. Nehmen wir asiatische Teams als beispeil, die am Tag um die 16 stunden trainieren. Das sind keine Casual Spieler. Sie müssrn wenns trauf ankommt 110% geben können. Es geht immerhin (besonderst bei asiatischen Teams) um ihr Leben. Sogar top Teams, verlieren an Relevanz innerhalb von ein paar Jahren. Es war nur eine Frage der Zeit bis E-Sports von doping geplagt wird

    • Chromtendo am 17.07.2015 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Unnötig.

      @Lis Natürlich verstehe ich das. Aber "trainieren" nennt man das nicht beim Zocken, sondern "üben". Und nur weil die 16 Stunden am Tag zocken, heisst das nicht, dass sie besser sind. In den Ferien tue ich das auch, mehr wie 16 Stunden sogar. Und das zum Teil 2-3 Wochen lang (Früher als ich noch in der Schule war, jetzt geht das nicht mehr so oft). Es ist VOLLKOMMEN unnötig solche "Drogen" zu nehmen.

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