Busan, Südkorea

13. November 2017 12:16; Akt: 13.11.2017 14:17 Print

Schweizer Gamer gewinnt Bronze an E-Sport-WM

von J. Graber - Trotz Widrigkeiten hat sich die Schweizer Delegation an der E-Sport-WM hervorragend geschlagen. Ein Spieler wurde gar mit Bronze belohnt.

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Es sah für die Schweizer E-Sport-Nati zunächst nicht gut aus in Busan, Südkorea. Die Delegation war kaum in der koreanischen Stadt, wo die neunte E-Sport-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, angekommen, als schon das Unglück zuschlug: Sowohl Manuel «SolEk» Zeindler, Captain des «Counter Strike: Global Offensive»-Teams («CS:GO»), als auch Marin «GoldenGod» Pudic des «League of Legends»-Teams hatten eine Lebensmittelvergiftung eingefangen – Pudic musste sogar notfallmässig ins Spital gebracht werden.

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Als wäre dies nicht genug, sah sich das «CS:GO»-Team mit Schwierigkeiten technischer Art konfrontiert. «Die Computer und Bildschirme, auf denen wir zuerst spielen mussten, brachten nicht die technischen Leistungen, die wir uns gewohnt sind», sagte der «CS:GO»-Spieler Meriton «Mali» Ibrahimi während des Skype-Interviews am Ende der WM. Da es beim E-Sport-Game «Counter Strike: Global Offensive» auch um blitzschnelle Reaktionen geht, ist die Leistungsfähigkeit des Computers entscheidend.

Knapp vorbei

Mit diesen Schwierigkeiten hatte allerdings auch der erste «CS:GO»-Gegner Israel zu kämpfen, doch wegen Captain Zeindlers reduzierter Leistungsfähigkeit, den technischen Hürden und der laut «Mali» Ibrahimi zu kurzen Warm-up-Zeit legten die Schweizer «CS:GO»-Spieler einen schlechten Start hin: Die Schweizer verloren gegen Israel – und vergaben wertvolle Punkte. Dass sie sich anschliessend gegen Thailand und die Australier, die eines der besten Teams stellen, mit herausragenden Leistungen durchsetzen konnten, half nicht: Das «CS:GO»-Team schied am Ende trotz Punktegleichstand mit Israel wegen des schlechteren Score-Verhältnisses aus.

Besser lief es der «League of Legends»-Crew – trotz eingeschränkter Schlagkraft wegen des kranken Pudic: Die Schweizer erledigten in der Gruppenrunde Südafrika, Russland und Tapei und verloren gegen den späteren Weltmeister Korea nur knapp. Im Viertelfinal mussten sie gegen die stärkeren Israelis dann allerdings den Platz räumen.

Sensationeller Einzelkämpfer

Für eine Sensation sorgte «Tekken 7»-Spieler Mathieu «KiraKira» Nguyen. Mit einer herausragenden Leistung hatte sich der Einzelkämpfer ins Halbfinal geprügelt. In einem nervenaufreibenden Match gegen den Thailänder Nopparut «Book» Hempamorn verpasste «KiraKira» allerdings den Final um nur einen Punkt – Nguyens Leistung wurde von den Beobachtern als eines der grossen Highlights der E-Sport-WM zelebriert. In der Ausmarchung um den dritten Platz bodigte er schliesslich den neuseeländischen Gegner; «KiraKira» ist der erste Schweizer E-Sportler, der mit Bronze eine WM-Medaille nach Hause bringt.

Pascal Burri, Betreuer und Manager der Nati, ist von den Leistungen begeistert. «Das Schweizer Team hat an der WM Ausserordentliches vollbracht», sagt er. Sie hätten aber auch Lehren aus der Teilnahme gezogen: «Wir werden uns für die nächste WM einen Coach suchen, der die Spieler mental unterstützt.» Ausserdem würden sie das nächste Mal mehr Zeit vor und nach den Turnieren einplanen.

«Der familiäre Geist und die gegenseitige Unterstützung gehören für mich neben der Medaille und den Superleistungen zu den Highlights der WM», sagt Burri. Meriton «Mali» Ibrahimi fügt an: «Die Teilnahme an der WM war eine einmalige Erfahrung, die uns immer in Erinnerung bleiben wird!»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blödsinn am 13.11.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zelda- & Nintendo-Fan

    Find ich cool, dass es die Schweizer hier mal zu was bringen. Gratulation!

  • Philipp am 13.11.2017 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Die Konzentration, welche diese Spieler da aufbringen müssen, ist unvorstellbar!

  • 58lineb am 13.11.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als nur fussball

    Schön für uns^^ ich hoffe es etablieren sich noch mehr Sportarten als nur Fussball mit ihren, sorry, assi "fans" denn es gibt noch so viel mehr wo wir gut wären (besser als im fussball) aber es einfach keinen interessiert, aus welchen Gründen auch immer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • wolly am 21.11.2017 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ansicht

    Ich dachte mann spielt um freude zu haben und nicht damit mann gestresst wird .So hat das spielen keinen sinn.

  • Meister Lampe am 16.11.2017 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Nö

    Wieso heisst dieser "Schweizer" Mathieu Nguyen und nicht Hanspeter Müller oder Fritz Erni? - Tut mir leid wenn das jetzt rassistisch klingen sollte oder so, aber dieser Herr Nguyen sieht mir selbst verdächtig asiatisch aus. Es ist doch genau wie bei der Fussball-Nati, wenn die Schweiz gewinnt schreiben alle Zeitungen wie toll unsere "Schweizer" doch sind/waren, aber wie viele Schweizer stehen resp. standen tatsächlich auf dem Platz 3-4 Maximum...

  • gamer am 15.11.2017 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport - eSport

    Es heisst eSport, nicht Sport. Und ich kann Euch sagen, es ist anstrengend und ohne körperliche Fitness nicht auf hohem Niveau zu bewältigen. Der Vergleich zwischen eSport und Sport ist müssig. Diese Diskussion sollte um eSport gehen und nicht um die Frage, ob es Sport ist ....

  • Bene am 14.11.2017 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Cool!

    Gegen ihn bin ich an der Fantasy-Basel dieses Jahres beim Super Smash Bros. Turnier im Viertelfinale sang und klanglos ausgeschieden. Ich war leider wirklich chancenlos. Aber in dem fall ist das auch keine Schande. :)

  • fastreader am 14.11.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer ist Schweizer

    Finde ich ja lustig, dass man jetzt scheinbar für das Land Titel holt, aus dem sein Name herkommt, wenn man gewisse Kommentare liest. Um die Schweiz an einer Weltmeisterschaft zu vertreten, muss man Schweizer sein. Ich wüsste nicht, dass man auch schweizerisch aussehen und einen Stammbaum mit x Generationen von Schweizern vorweisen muss?!

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