GeoHot vs. Sony

12. April 2011 11:30; Akt: 12.04.2011 11:33 Print

Er darf nie mehr Sony-Geräte hacken

Der Elektronik-Konzern Sony hat das Kriegsbeil gegen George Hotz begraben. Im Gegenzug musste der junge PS3-Hacker ein «schweres» Versprechen abgeben.

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Bilder aus ruhigeren Zeiten: Damals (2007) war George Hotz noch ein aufstrebender Computer-Freak, der sich als iPhone-Jailbreaker einen Namen machte. Ein Jahr zuvor (2006) präsentierte der damalige Sony-CEO, Ken Kutaragi, voller Stolz die neue Spielkonsole PS3. Auch sie wurde ein «Opfer» des Hackers aus New Jersey. (Bilder: Keystone)

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Sony hat anscheinend eingewilligt, eine hängige Klage gegen den jungen US-Amerikaner George Hotz fallenzulassen. Hotz hat sich unter dem Pseudonym GeoHot einen Namen als PS3-Hacker gemacht hat. Er soll im Gegenzug versprochen haben, die populäre Spielkonsole in Ruhe zu lassen. Mehr noch: Hotz muss sich verpflichten, in Zukunft jeglichen «unbewilligten Zugriff auf irgendein Sony-Produkt» zu unterlassen.

Noch sei der aussergerichtliche «Deal» zwischen dem Multimilliarden-Konzern und dem 21-jährigen Computer-Freak aus New Jersey nicht besiegelt, berichtet The Register. Die zuständige Richterin müsse erst noch zustimmen.

«Geistiges Eigentum schützen»

Sony hatte Hotz vor Gericht gezerrt, weil er wiederholt Informationen im Internet veröffentlichte, die verwendet werden konnten, um die PlayStation 3 zu knacken. In einem Blog-Post auf der Firmen-Website zeigt sich Sony zufrieden mit der Einigung. Man habe rechtliche Schritte gegen den Hacker ergriffen, um das geistige Eigentum und die Kunden zu schützen.

Er könne nicht in der Öffentlichkeit über die Angelegenheit reden, sagte Hotz gegenüber The Register. Ansonsten würde er gegen die mit Sony getroffene Abmachung verstossen. Eigentlich dürfe er keinen anderen Kommentar abgeben, fügte der junge Mann an. Doch: «Ich mag Zensur nicht, und ich mag es nicht, mich selbst zu zensieren. Ich versichere euch, dass ich weiterhin für die gute Sache kämpfen werde.»

Ein PR-Debakel

Die rechtlichen Schritte gegen GeoHot haben Sony anscheinend grössere Sorgen bereitet. Auf Ersuchen der Anwälte war der Computer des jungen Mannes beschlagnahmt worden, ausserdem musste er Informationen über seine Aktivitäten im Internet preisgeben. The Register spricht von einem massiven PR-Problem für Sony - das Image des Konzerns habe gelitten. Einige der treuesten PS3-Fans seien wegen der Klage noch mehr gegen das Unternehmen aufgebracht worden. In der Kritik stehen Sonys Versuche, das Betriebssystem der Spielkonsole hermetisch abzuriegeln und Linux-Software nicht zuzulassen. Auch in Deutschland ist der Konzern juristisch gegen PS3-Hacker vorgegangen.

(dsc)

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