Blick ins All

25. Juli 2017 07:22; Akt: 25.07.2017 07:22 Print

Gamer suchen nach ausserirdischem Leben

von Jan Graber - Spieler von «Eve Online» schauen über das virtuelle Weltall hinaus: Bei einem wissenschaftlichen Projekt helfen sie, reale Exoplaneten zu suchen.

Das Sci-Fi-Spiel «Eve Online» lässt Spieler das Weltall erforschen, Handel betreiben und Kriege führen. Mit «Project Discovery» blicken Gamer auch ins reale Universum. (Video: EVE Online)
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Vom Weltall geht eine magische Faszination aus und viele dürften sich fragen, wie es wohl wäre, zu den Sternen zu reisen. Vor allem aber möchten wir wissen, ob da draussen noch anderes Leben existiert. Mit Teleskopen, Raumsonden und Satelliten wird das All abgesucht, erste Exoplaneten (Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems) wurden bereits entdeckt. Und weil auch die Fantasie mitreisen will, nehmen uns Sci-Fi-Romane, Filme, aber auch Games wie «Elite Dangerous» und «Eve Online» in die unendlichen Weiten mit.

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Für «Eve Online»-Spieler beginnen sich das Fantasy-All und der reale Weltraum nun zu vermischen. Zusammen mit dem Observatorium Genf, den Universitäten Bern, Genf und Reykjavik sowie dem Walliser Start-up MMOS hat das isländische Entwicklerstudio CCP das wissenschaftliche «Project Discovery» gestartet. Darin begeben sich «Eve Online»-Gamer auf die Suche nach realen Exoplaneten, die bis zu 500 Lichtjahre ausserhalb unseres Sonnensystems liegen. Während Zwischensequenzen im Spiel analysieren sie astronomische Daten, die vom CoroT-Teleskop geliefert wurden, und suchen nach Abweichungen in Lichtkurven von Sternen: Wandert ein Planet nämlich vor einem Stern durch, entsteht ein Lichtabfall.

1,5 Millionen Analysen

Das Zauberwort heisst Crowdsourcing: Je mehr Spieler Lichtanomalien entdecken, umso grösser die Chance, dass es sich um einen Planeten handelt. «Wir verfügen über Daten von etwa 170'000 Sternen», sagt Pierre Bratschi, Astronom am Observatorium Genf. Rund 500'000 Gamer spielen «Eve Online», täglich sind rund 30'000 online. «Finden tausend Spieler die gleiche Anomalie, wird es interessant», sagt Bratschi. Dann würden die Wissenschaftler genauer hinschauen. Belohnt werden die Spieler mit neuen Schiffen, Spielfiguren und Skins.

Eigentlich sei die erste Phase mit dem CoroT-Teleskop ein Test, wie gut es mit dem Crowdsourcing funktioniere, sagt Bratschi. Doch das Interesse der Spieler sei überwältigend: «Am ersten Tag trafen bereits 1,5 Millionen Analysen sein, weit mehr, als wir vermutet hatten.» Wirklich spannend werde es, wenn nächstes Jahr der US-Satellit TESS ins All geschickt werde und massiv mehr Daten liefere. «Es wäre eine Sensation, falls wir so einen Exoplanet entdecken», sagt Bratschi.

Diaoshow: Über die virtuellen Grenzen hinaus

Substanzielle Unterstützung

Es ist nicht das erste wissenschaftliche Projekt, an dem «Eve Online»-Spieler teilnehmen. Auch unter dem Namen «Project Discovery» hatten Spieler bereits Bilder von menschlichen Zellen untersucht und so zur Klassifizierung von Proteinen für den «Human Protein Atlas» beigetragen – über 20 Millionen Daten wurden analysiert. Der Erfolg dürfte mit dazu beigetragen haben, dass das aktuelle Exoplaneten-Projekt substanzielle Unterstützung erhält: Der Bund beteiligt sich über das Programm Nationale Forschungsschwerpunkte während den kommenden vier Jahren mit 18 Millionen Schweizer Franken, die Unis Bern und Genf tragen ebenfalls je rund acht Millionen Franken bei.

«Falls das Projekt erfolgreich ist, wird es danach vier weitere Jahre mit demselben Betrag getragen», sagt Bratschi. Es gehe beim «Project Discovery» aber nicht nur um die Entdeckung von Exoplaneten und möglichem ausserirdischem Leben, sagt er abschliessend: Ein wichtiger Aspekt sei auch, mehr Menschen für wissenschaftliche Themen zu interessieren. Die «Eve Online»-Gamer haben diesbezüglich ihr Engagement bereits bewiesen.

Vorstellung von «Project Discovery« am EVE Fanfest 2017

(Quelle: EveOnline/Youtube.com)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 25.07.2017 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jita

    Mit dieser Info lassen sich sicher Leute in Jita scammen.

  • Assueli am 25.07.2017 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Beste Game ever

    Für den Gamer mit gehobenem Anspruch das beste Spiel, neu auch free to Play, downloaden und losgehts. Einsteiger und wannatrys dürfen sich gerne ingame bei mit melden (Assueli) um die nötige Unterstützung zu kriegen. Bitte aber zuerst mal das Pilotenhandbuch lesen ;)

  • Adrian B. am 25.07.2017 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EvE online

    Eines meiner lieblings MMO spiele. Schon alleine die community ist Klasse und einzigartig im Gegensatz zu anderen spielen. Spiele seit 2012 und macht immer noch spass. P.s Dreddit is recruting :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • E.Ing am 26.07.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dual Universe

    Ich frage mich ob das in Dual Universe (Alpha im September) auch gemacht werden kann, das soll ja mal die Grösse einer Galaxie erreichen, was über 100'000'000'000 Sterne beinhaltet. EVE hat ja "nur" ein paar tausend Systeme. (habe von 2006 bis 2016 gespielt)

  • teresli am 26.07.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Der Teaser

    Für interessierte, gut geschrieben und trifft es so ziemlich auf den Kopf:

  • Phil am 26.07.2017 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    TN-NT is recruiting :)

    Falls jemand Interesse an EvE online hat, aber nicht so der Gamer ist, es gibt auch 3 Bücher über das New Eden Universum. Die sind sehr lesenswert! Das Spiel selber ist eines der vollkommendsten, welches ich je gesehen habe! Kommt nach Providence, das ist die Schweiz in EvE online ;)

  • Heinz am 25.07.2017 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fremde Welten?

    Was interessiert wohl am leben in fremden Welten. Wir würden schon nur den Hauch eines Wesens nicht überleben. Unser lmmunsystem reicht ganz sicher nicht aus, diesen Gefahren zu wiederstehen! Wichtiger ist zu unserer Welt sorge zu tragen !

  • p.s am 25.07.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie wieder..

    keine Minute mehr...ich war member bei clusterf...ck coalition.. m-oee 08 ist denn e.v.e Spielern ein Begriff. Als wir angegriffen wurden, hing ich 8h non stop am PC, die Schlacht lief schon 3h. Fazit.2000.- fr. in den Wind gesetzt...war ein episch demütiger Moment, wir hatten verloren...

    • pc.ne.rd am 25.07.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @p.s

      phhu junge...alte Story die heute noch vielen ein Begriff ist..da wurden doch über 200000 Dollar weggeblasen? Du warst bei der grössten Schlacht dabei! nie gab's annähernd ein größeres Ereignis.

    • Adrian B. am 25.07.2017 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @p.s

      Dafür gabs ja eben SRP bei der allianz. Und CFC hatte mehr als genug ISK. Da wurde alles von der Allianz bezahlt solange man die Doktrinschiffe geflogen ist. Der spieler selber musste nichts zahlen bis auf die Steuer bei der corporation.

    • Dani B. am 25.07.2017 16:27 Report Diesen Beitrag melden

      Ha kei Ahnig!

      Ich muss ja nicht gleich wissen, was SRP, CFC, ISK, Doktrinschiffe etc. sind. Aber die 2000.-, ist das so Monopolygeld, oder Geld, welches "In Real Life" Wert hat? Bin interessiert am Spiel. Danke für Antworten!

    • B.R. am 25.07.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      Antworten auf Fragen

      SRP= Ship Reimbursement Programm --> Wenn dein Schiff kaputt geht, bezahlt dir deine Allianz 80-100% des Wertes CFC = Cluster FU°K Coalition --> Ein Megabund aus verschiedenen Allianzen. Zur Blütezeit ca. 50.000 Charaktere ISK = Ingame Währung Zu deiner Frage: Er meint Real Life Geld. Du kannst ziemlich genau den Wert von einem ISK in Echtgeld umrechnen. Er hatte offenbar ein Schiff (Supercapital Klasse) verloren, das den umgerechneten Wert von 2000.- hat. Wenn Du interesse hast mit dem Spiel anzufangen, kannst Du gerne mal Kazukami ingame hinzufügen. Helfe gerne weiter bei Fragen :)

    • p.s am 26.07.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani B.

      merci für deinen ausführlichen Nachtrag.. genau so wars..ich spiele nicht mehr, deshalb den Gegenwert in den Wind gesetzt.

    • Tinkelt om am 26.07.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Interstellar Kredit --> ISK

      Hier muss man noch anfügen dass man nicht Echtgeld investieren muss, mit etwas Talent kann man das Spiel sogar gratis spielen. Ich habe z.B. ca. 70Mrd an ISK, das wären dann ungerechnet so an die 5'000-7'000 Franken. Ich kaufe mir aber nur ein Jahresabo für meinen Account was ca. 120.- pro Jahr macht und für ein solches Spiel total angemessen ist. Will man seine Spielzeit mit ISK finanzieren kostet das Aktuell ca. 1.7Mrd ISK pro Monat, mit dem nötigen Knowhow und genügend Zeit ist das gut zu schaffen

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