Brutale E3

05. Juni 2012 15:49; Akt: 05.06.2012 15:49 Print

Eine Industrie im Blutrausch

von Jan Graber, Los Angeles - Härter, blutiger und unüberlegt: Die Spiele-Entwickler zeigten bisher an der E3 vor allem eines – extrem brutale Games, die selbst Hartgesottene ins Grübeln bringen.

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Mörderisch: «Assassin’s Creed 3» gehörte an den Präsentationen der neusten Kracher der E3 zu den eher harmloseren Meuchel-Spielen. (Bild: jag)

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Pandämonium. Aus der Soundanlage des Galen Centers in Los Angeles donnern mindestens 120 Dezibel. Gewehre krachen, Kanonen donnern, die Sitze der Arena beben. Einige halten sich die Ohren zu. Doch die meisten der über 3500 anwesenden Journalisten starren gebannt auf die überdimensionierten Bildschirme, auf denen Sam Fisher aus dem Shooter «Splinter Cell: Blacklist» einem Feind gerade auf blutigste Art das Messer in den Kopf rammt.

Sam Fisher macht an diesem Montag in Los Angeles allerdings nur den Anfang von etwas, das sich im Laufe des Tages zu einem wahren Blutrausch entwickeln wird: dem Morden, Metzeln und Meucheln hunderter virtueller Gegner. Die mordenden Helden zeigen bei all dem keine Zurückhaltung mehr, wenn es ums – man kann es nicht anders nennen – Abschlachten von Feinden geht.

Egal ob in «Far Cry 3», «Splinter Cell: Blacklist», «Assassin’s Creed 3» oder dem brandneuen «Watch Dogs» von Ubisoft, «Medal of Honor: Warfighter», «Dead Space 3» oder «Crysis 3» von Electronic Arts, «The Last of Us» von Sony, «Black Ops 2» von Activsion oder «Resident Evil 6» von Capcom – auf brutalste Weise werden Kniescheiben zerdeppert, Köpfe abgeschlagen, Messer in Augen, Hälse und Schädel gerammt und mit Schrotflinten mitten ins Gesicht geschossen.

Buhlen um die Gunst der Gamer

Selbst hartgesottenen Gamern – wie auch dem Schreibenden – wird dies zu viel und sie fragen sich, was das Ganze soll. Sind die Marketingabteilungen der Publisher Amok gelaufen, weil sie sich Skandale erhoffen, damit über ein Game geschrieben wird? Buhlen zu viele Actionspiele um die Gunst der Spieler und erhoffen sich mit den brutalen Sequenzen zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit?

Kurzum: Publisher wie auch Entwickler scheinen alle Hemmungen abgeworfen zu haben und statt dafür zu sorgen, dass die Gameindustrie nicht einen noch schlechteren Ruf erhält, machen sie genau das Gegenteil und setzen der Dumpfbackigkeit von Actiongames noch einen oben drauf. Einen Gefallen tun sie damit niemandem.

Wir dürfen gespannt auf den Rest der E3 sein. Heute Abend um 18 Uhr zeigen wir die Medienkonferenz von Nintendo im Live-Stream. Big N wird den Wii-Nachfolger Wii U vorstellen.

Alle News zur E3 finden sie im News-Ticker von 20 Minuten Online.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Dee r Ruf von Shootern und insbesonderen deren Gamer (ja, auch ich!) ist sowieso schon versaut. Wir sind alle abgestumpte, potenzielle Amokläufer, haben keine Emotionen, Freunde oder gar echte Leben. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Aber der Verfasser des Arrikels hat Recht. Man sieht in den Trailern nicht wirklich etwas vom Spiel, es geht nur ums Morden, um die wenigen Sekunden, die man braucht, um ein paar Pixeln das Leben zu nehmen. Das Spielprinzip bleibt aussen vor und auch da machen sich die Publisher keinen Gefallen. Aber der Markt wird dieses und auch nächstes Jahr nur so von Shootern überschwemmt und da muss man einfach Werbung für sein Game machen, sei diese noch so negativ! Aber manchen Spielern gefällts so wie es im Moment ist und solange es diese Leute gibt, werden die Publisher nichts an ihrer Strategie ändern... Aber jetzt ab aufs Schlachtfeld!;-) – Kevin

Super Artikell! Auch ich Spiele gerne Egoshooter, aber zu viel ist zu viel! Muss nicht " Krank " sein, sondern Spass machen. . . . – stebue

war ja klar. ich kann nur sagen das blut und Gewalt aus einem mässigen spiel noch kein gutes macht, aber der gesamteindruck von sehr guten spielen darunter leiden kann. die legend of zelda reihe machts vor wies richtig geht... hat zwar sehr wohl gewaltszenen enthalten (schwertkampf), diese sind aber zweckdienlich dargeszellt und kommen gänzlich ohne splattereffekte aus (was zilugegeben bei der fantasievollen und nicht ganz realitätsnahen hesamtdarstellung auch völlig unpassend wäre). die Entwickler sollten sich einfach wieder mehr auf den Kern von videospielen konzentrieren... den spielspass und Unterhaltungswert. – Lukas h

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sadads am 05.06.2012 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    asdasd

    die dumpfbacken bei ea oder activision scheinen wohl irrsinnig geworden zu sein. die neuen games lassen alle zu wünschen übrig. auch diablo3 ist nur durchschnitts-kost. qualität adé, brutalität juhe?!? hallo?

  • Anthares am 05.06.2012 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Spiele sind für Erwachsene gedacht

    Die Entwickler betreiben halt Marktforschung. Sie gehen auf die Zielgruppe ein und richten ihre Produktepalette nach den Kundenwünschen aus. Sämtliche Produkte auf dem Markt wiederspiegeln die Gesellschaft und den Zeitgeist. Das ist bei Computerspielen genau so. Jeder der jetzt den schockierten gibt, zelebriert in heuchlerischer Weise die gesellschaftsübliche Doppelmoral. Die meisten die sich über Gewalt in Spielen aufregen, haben Kinder die nach selbiger verlangen. Mann kann sich nicht mal mehr auf die Spieleindustrie verlassen, diese lehnt es strikte ab unsere Kinder zu erziehen.

  • sicko am 05.06.2012 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sick

    mehr brutalität ist die folge, dass spiele immer realistischer wirken sollen, dass dies bei der masse gut ankommt bestätigen die verkaufszahlen. ich persönlich finde einfach, dass solche spiele klar ab 18 erhältlich sein sollten, und dass sich auch die eltern dafür interessieren sollen, was ihr kind so spielt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel W. am 09.06.2012 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AC 3 :-)

    Ich liebe Assassins Creed und ich habe das Demo Gameplay geschaut und darum denke ich Assassin Creed 3 wird der HAMMER !!!!

  • marco am 05.06.2012 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    übertriebeb

    also die meisten spiele sind gar nicht so brutal wie oben beschrieben. mann siet ja kaum blut und es ist mehr ein spiel als alles andere. ausser dead space meiner meinung nach. ich habe beide vorigen teile durchgespielt und die gewaltorgie war selbst für mich ein bisschen viel. man schiesst sogar auf mutierte babies und kinder. da fing auch ich an mich zu fragen . ich denke jedoch das far cry, cod und co. wohl nicht brutaler als ein gewöhnlicher actionstreifen mit schwarzenegger und stallone sein sollten.

  • herzblutgamer am 05.06.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Ich bin seit 30jahren am gamen. (wie geht das?) Leider orientieren sich die "Publisher-Elite" (taktisch-sportliche Anlässe ausgenommen) tatsächlich auf's schnöde "Ego-Shooter" Parkett, des Geldes Willen! Gamen soll die fantasie Fördern, nicht die realen Dinge; wie "echtes" Blut, "spührbarer Treffer usw. Es sollte uns Erfahrungen geben, die sonst so eigentlich gar nicht "ersinnbar" wären... Rolf Baer ("Erfinder" des Telespielens (gamen): "Schade, was aus dem Medium geworden ist" (zitat)

  • rüdiger am 05.06.2012 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    ist halt einfach angebot und nachfrage. wenn sich gewaltverherrlichende spiele gut verkaufen, wird halt mehr davon produziert. schuld in dem sinne tragen also die konsumenten, nicht die entwickler!

  • Super Mario am 05.06.2012 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Auswahl

    Für all jene, denen diese "Brutalo-Games" zu weit gehen gibts ja noch Nintendo mit Super Mario, grünen Wiesen, doofen Pilzen, drolligen Sportspielen und Zelda-Prinzessinen. Es steht jedem frei, die für ihn passende Konsole zu kaufen. Deshalb verstehe ich die Aufregung nicht. Ich für meinen Teil bevorzuge das Töten von virtuellen Gegnern dem Verstampfen von doofen Pilzen. :-) Zudem habe ich die Prinzessin schon so oft gerettet in meinem Leben. Die soll endlich mal selber auf sich aufpassen. :D

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