Auf Höhenflug

24. September 2012 09:23; Akt: 24.09.2012 11:13 Print

Im Nest der «Angry Birds»

von Jan Graber, Helsinki - Die Angry Birds sind die Helden der Smartphones und Tablets. Nun will sie Erfinder Rovio auf Konsolen loslassen. Grund genug für einen Besuch in der Brutstätte der komischen Vögel.

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Es war ein Glückstreffer, wie ihn die Mobilegame-Welt zuvor noch nicht gesehen hatte: Als das finnische Entwicklerstudio im Dezember 2009 «Angry Birds» im Appstore lanciert, schlägt das Game ein wie der begehrte «Mächtige Adler», der alle Schweine auf einmal plattmacht. Bereits im Frühling 2010 steht «Angry Birds» auf Platz eins der UK-Charts, kurz danach führt es die Charts in den USA an. Es folgen Versionen für Android-Phones, PCs, Macs und Sonys PSP. Selbst auf der Socialmedia-Plattform Facebook landen die Vögel.

Mehr als eine Milliarde Mal wurden die Games bis heute heruntergeladen. Über 15000 Merchandisingprodukte von Stofftieren, über Getränke und Süssigkeiten bis zu Comics und Klebern sind weltweit erhältlich, und innerhalb von drei Jahren ist Rovio von anfänglich 12 Mitarbeitenden auf über 450 Angestellte gewachsen. Laufend werden neue Lizenzverträge rund um die Welt abgeschlossen – die wütenden Vögel überflügeln heute alles, was an mobilen Games je zu finden war.

Rund um die Welt, rund um die Uhr

Dass das Geschäft rund um die Uhr und den Erdball läuft, zeigen auch die Uhren im Hauptquartier von Rovio: Auf ihnen stehen die Lokalzeiten von Los Angeles, London, Shanghai oder Tokio; ihr Nest haben die Angry Birds in einem modernen Bürokomplex wenige Kilometer ausserhalb Helsinkis. Hierhin haben Rovio und Activision eine Reihe Journalisten eingeladen, um ihr neustes Werk zu präsentieren: «Angry Birds» für die Konsolen Xbox 360 und PS3.

Natürlich würden die Journalisten gerne einen Blick in die eigentliche Brutstätte der Vögel werfen, in die Entwicklerbüros. Diesen Blick will Rovio indessen nicht gewähren - zu sensibel seien die Daten auf den Bildschirmen. Erstaunlich offen geben sich hingegen der Director of Development, Kalle Kaivola, und Ville Heijari, zuständig fürs Franchising-Geschäft, wenn sie im eigens für Demos eingerichteten Mini-Kino von der Geschwindigkeit erzählen, mit der die Firma gewachsen ist und weiter wächst, während im Hintergrund «Angry Birds»-Szenen laufen. Sie sprechen von der Herausforderung, die Übersicht zu behalten und laufend die Organisation anzupassen; davon, wie sie sinnbildlich immer wieder in den Spiegel schauen müssten, um den ursprünglichen Pioniergeist nicht aus den Augen zu verlieren und vom immensen Druck, der auf ihnen lastet.

Auftritt der Schweine

Denn Rovios Erfolg ist gleichzeitig die Hypothek: «Angry Birds» ist das einzige Standbein, auf dem das lukrative Geschäft derzeit steht. Zwar haben die Finnen versucht, ein weiteres Spiel zu lancieren - «Amazing Alex» -, abgehoben wie «Angry Birds» hat der Titel indessen nicht. Also setzen die Finnen weiterhin auf die Vögel. Ende September erscheint die «Angry Birds»-Trilogie für Xbox 360 und PS3 als Verkaufsversion auf Disc. Darauf enthalten: Das originale «Angry Birds», die Spin-offs «Angry Birds Seasons» und «Angry Birds Rio» sowie Bonusmaterial. 700 Level versprechen die Macher von Rovio, mehr als 30 Stunden Spielvergnügen. «Wer bei allen Leveln die maximalen drei Sterne schaffen will, wird mindestens 120 Stunden am Game sitzen», verrät Kaivolen. Die Level seien zudem extra für die grossen Bildschirme aufgefrischt worden, die Welt der Angry Birds und ihrer Opponenten, der Schweine, ist lebendiger gestaltet.

Ob die Vögel weiter zur Wii U flattern werden, wollen Kaivolen und Heijari nicht verraten. Hingegen erzählen sie von einem «Angry Birds»-Spinoff, der ebenfalls Ende September erscheint: das Mobilegame «Bad Piggies». Spieler schlüpfen darin in die Haut der Schweine und müssen die Strukturen bauen, die die wütenden Vögel später zu zerstören versuchen. «Es ist ein Experiment», gibt Kalle Kaivolen zu. Man wisse nicht, wohin die Reise führen werde.

Drohender Absturz

Den anwesenden Journalisten serviert Ville Heijari zudem ein zusätzliches Zückerchen: Er zeigt eine Ausschnitt eines Animationsfilms namens «Angry Bird Toons» - Teil einer Kurzfilmserie, die demnächst auf einem eigens dafür geschaffenen Mobilechannel ausgestrahlt werden soll. «Wir möchten eine Entertainment-Company sein, nicht nur ein Game-Produzent», sagt Heijari. Womit klar ist, wie Rovio den Vogel am Fliegen halten will: Mit weiteren Produkten rund um die wütenden Vögel. Schaffen es die Finnen jedoch nicht, ein zweites Standbein aufzubauen, dürfte ihnen trotz derzeitigem Erfolg eines Tages der Absturz drohen. Bis jetzt allerdings haben sie Schwein gehabt.

«Angry Birds»-Trailer:

(YouTube)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel Humbel am 24.09.2012 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angry Birds ist veraltet!

    Angry Birds war früher noch ein Hit, aber langsam ist es veraltet! Spiele von Gameloft oder EA Sports sind heutzutage eher noch aktuell

  • Simi am 24.09.2012 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm?

    Ich verstehe die aufregung um das spiel nicht sorry. Als das game auf den Markt kam hatte es jeder auch ich und alle zockten wie blõde. Aber ein halbes jahr später kenne ich niemanden mehr der auch nur davon redet. Kommt das game immer noch an? Dachte schon die Vögel sind geschichte.

  • P. Ixel am 24.09.2012 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Birds not forever

    Ich denke, der Hype wird sich bald legen. Und bis dahin sollten sie wirklich ein 2tes Standbein haben oder eine Kooperation mit Activision anstreben. Diese grosse Firma hat ja schon viele kleine Teams unter den Fittichen.

    • Roland am 24.09.2012 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      zzz

      Die nehmen aber bestimmt keine angry birds '' hersteller''. Das ist ja nicht das selbe niveau! Davon können die noch lange träumen ( diese wütenden Vögel)

    einklappen einklappen
  • Sweet J. am 24.09.2012 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wii Konsole

    Naja ich hätte eher vermutet das es auf Wii rauskommen würde als auf PS3 und XBox schon wegen der Bewegungssteuerung. Aber naja jedem das seine.

    • Hans Wurst am 25.09.2012 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Eehm...?

      Besitzen denn xbox und PS3 keine bewegungs steuerung? denke doch ;)

    einklappen einklappen
  • Joell am 24.09.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Angry Birds auf Konsole wird sooowas von Floppen. Es ist ein Spiel für Zwischendurch und nicht für längere Zeiträume auf der Konsole gemacht. Dafür ist es nähmlich zu eintönig.

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