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Was ist Cosplay?
01. Mai 2012 21:49; Akt: 02.05.2012 16:12 Print
«Im echten Leben würd ich nie so rumlaufen»
von Jan Graber - Sie sind meist jung, weiblich und verkleiden sich als Helden aus Filmen, Comics oder Games: Der Cosplaying-Trend aus Japan erobert die Schweiz. Eine passionierte Cosplayerin erzählt.
Einzig die Kreischer würden ihr manchmal auf die Nerven gehen, sagt Ellyz. Ellyz, die mit richtigem Namen Alessandra Marthaler heisst, gehört mit ihren 19 Jahren bereits zu den alten Hasen der Schweizer Cosplayer-Szene. Der Begriff Cosplay setzt sich aus den Wörtern Costume und Play zusammen und bezeichnet das Verkleiden nach Vorbildern aus der Manga/Anime-, Film- und Gamewelt.
Alessandra Marthaler alias Ellyz hat vor vier Jahren mit Cosplaying angefangen. Die heute 19-Jährige nimmt regelmässig an Cosplaying-Events in der Schweiz und Deutschland teil. Ein Teil ihrer Figuren stammt aus der Gamewelt, am liebsten spielt sie Rollenspiele.
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Dressed to KillNackte Haut und DurchschlagskraftNackte PixelWurzel des Übels: Die Frau hinter den Gamehelden
Starke Community
Die Cosplayer-Szene tauscht sich vor allem online aus. Du den wichtigsten Portalen gehören neben Facebook die Community-Sites Animexx.de und Mangaforum.org. International publizieren viele Cosplayer ihre Fotos auf Deviantart.com.
In der Schweiz trifft sich die Szene an Events wie der JapAniManga Night in Winterthur, an der Polymanga in Lausanne und zu zahlreichen lokalen Fotoshootings, die in den oben erwähnten Foren angekündigt werden.
Was sich in Japan bereits vor Jahren als legitimes Hobby von Jugendlichen etabliert hat, findet in der Schweiz erst allmählich Anhänger. «Als ich vor vier Jahren mit Cosplaying begann, waren wir in der Schweiz nur wenige», sagt Ellyz, die nicht zuletzt wegen eines Kurzfilms zu den bekanntesten Exponentinnen der Szene zählt. Und die einheimische Gemeinde ist am Wachsen: «Wenn ich heutzutage an ein Treffen gehe, kenne ich die meisten oft gar nicht mehr», sagt Ellyz. Die meisten Cosplayer seien zwischen 14 und 24 Jahren alt. Sie kenne aber einen Mathematiklehrer zwischen 40 und 50 Jahren, der regelmässig an die Treffen komme.
Rollentausch auch der Geschlechter
Die Faszination fürs Cosplaying liegt für Ellyz nicht im Verkleiden allein, ebenso wichtig sei das Herstellen des Kostüms. Sie habe auch schon 100 Stunden an einem Kleid genäht und Accessoires angebracht. Zudem setzt sie sich intensiv mit den Figuren auseinander, studiert ihre Bewegungen und liest über ihre Hintergründe. Wenn sie ins Kostüm schlüpfe, würde sie sich danach beinahe automatisch so wie das Vorbild bewegen. «Oft unbewusst», sagt sie.
Eine beliebte Spielart ist zudem das Cross-Playing – der Geschlechtsrollentausch. Als erste Rolle schlüpfte Ellyz in die Haut von Deidara, einem männlichen Bösewicht aus der «Naruto»-Reihe. Ebenfalls war sie schon als Rasler aus «Final Fantasy» an einem Treffen. «Die Männer sind die interessanteren Charaktere», weiss Ellyz. Der Geschlechtsrollentausch sei besonders in Japan beliebt. Viele Cosplayer würden sich einen Sport daraus machen, homosexuelle Figuren darzustellen, obwohl sie selbst gar nicht schwul sind. Gerne würde sie aber mal als Bayonetta aus dem gleichnamigen Actiongame auftreten.
Kennenlernen der wahren Persönlichkeit
Florian Lippuner vom Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich versteht Cosplaying als spielerische Möglichkeit der Identitätsarbeit. «Cosplayer schlüpfen in die fremde Haut, um sich in verschiedenen Rollen auszuprobieren», sagt der Forscher. Das Ziel: übers Rollenspiel Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen. Die Vermischung zwischen realer und virtueller Welt gewinne generell an Bedeutung – nicht zuletzt wegen der sozialen Netzwerke und der Games.
Interessant findet Lippuner, dass sich Cosplayer einer virtuellen Figur bemächtigen und ihr quasi ein eigenes Leben einhauchen. Damit lösen sie diese aus dem ursprünglichen Kontext und erzählen mit ihr eine neue Geschichte. Lippuner: «Es entspricht einer Tendenz in unserer Gesellschaft, sich die Medien anzueignen und sie selbstbestimmt und individuell zu nutzen.»
Exhibitionismus muss sein
Dass soziale Netzwerke und Foren eine wichtige Rolle spielen, bestätigt auch Ellyz. Die Netzwerke dienen nicht nur zur Verabredung neuer Treffen oder der gegenseitigen Hilfe, sondern vor allem auch der Präsentation der gespielten Figur. Das Fotoshooting ist deshalb wichtigster Bestandteil des Cosplayings, wie Ellyz zugibt – ein gewisser Exhibitionismus sei durchaus Bestandteil des Spiels.
«Im echten Leben würd ich allerdings nie so rumlaufen», sagt Ellyz, die derzeit eine Coiffure-Lehre macht. Ist das Kleid zu freizügig, zieht sie es sich oft erst vor Ort fürs Foto an. Dass dieses danach online betrachtet werden kann, stört sie hingegen nicht. «Cosplaying ist wie ein Rausch», sagt sie. Nach einer langen Vorbereitung kann das neue Stück endlich gezeigt werden. «Es kommt einem Entladen von Energie gleich», schliesst Ellyz. Da nehme man auch die Kreischer in Kauf.
Ellyz:
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Alle 75 Kommentare

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camera?
kann mir jemand sagen mit was für einer camera dieser film gedreht worden ist?schöne aufnahmen
Bessere Aufnahmen
Versuchs mit einer Fotokamera z.B. Nikon
schade
Lieber Jan wo sind die anderen Cosplayer?
saubere sache
sollte mehr frauen geben die dieses hobby tätigen :-)