Ou yeah Ouya

26. Juni 2013 23:58; Akt: 26.06.2013 23:59 Print

Die Android-Konsole ist gelandet

von Philipp Rüegg - Über 60'000 Personen sprachen der Ouya ihr Vertrauen aus und unterstützten das erfolgreiche Kickstarter-Projekt. Ob das Gerät seine 100 Franken wert ist, zeigt unser Test.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Ouya war eines der ersten Kickstarter-Projekte, das richtig viel Geld in die Kasse spülte. In der folgenden Diashow sehen Sie, was das kleine Teil so alles auf dem Kasten hat. Mit einer Grösse von 75mm x 75mm x 82mm fühlt sich die Ouya auch in schmalen Räumen wohl. Das Gehäuse besteht aus einer Mischung aus Plastik und Aluminium und wiegt 300 Gramm. Der Controller ist ein wenig grösser als vergleichbare Produkte und wird durch zwei AA-Batterien betrieben, die in den Griffen versteckt sind. In Sachen Qualität ist er nicht ganz auf der Höhe der Konkurrenz. In der Mitte befindet sich das Touchpad, das als Maus fungiert. Im Innern schlummern ein Nvidia-Tegra-3-Quad-Core-Prozessor, 1GB RAM und 8GB Flash-Speicher. Im Benchmark-Programm 3DMark macht die etwas ältere Hardware nicht die beste Figur. Sowohl ein Galaxy S4 als auch das HTC One schneiden mehr als doppelt so gut ab. Solche Tests sind jedoch mit Vorbehalt zu geniessen. Auf der Rückseite befinden sich fünf Anschlüsse für HDMI, Netzwerkkabel, Micro-USB und das Netzteil. Das orange Menü mag nicht jedermanns Geschmack sein, erfüllt aber seinen Zweck. Die Navigation ist flüssig und gerät praktisch nie ins Stocken. Unter dem Menü Discover befinden sich die Spiele. Zur Auswahl stehen derzeit rund 180. Viele reichen nicht über Gelegenheitsspiele hinaus. Dennoch ist fast für jeden Geschmack etwas dabei. Das Rätsel-Spiel «You don't know Jack» erlaubt es per App, das Smartphone als zusätzlichen Controller zu benutzen. Mit dem integrierten Browser können aus dem Internet zusätzliche Android-Apps heruntergeladen werden. Die Funktionalität variiert dabei stark, da die Apps nicht für die Ouya abgestimmt wurden. Wer auf Oldschool steht, kann Emulatoren für den NES oder N64 runterladen, um Klassiker wie «Super Mario Bros.» oder «Mario Kart 64» zu zocken. Die Roms dazu muss man sich allerdings selber zusammensuchen. Wer gern andern beim Zocken zuschaut, sollte sich die Twitch-App installieren. Zwar ist das Interface des beliebten Game-Streaming-Dienstes mehr als bescheiden, seinen Zweck erfüllt es aber allemal.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Über 8.5 Millionen Dollar kamen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter für die Android-Konsole Ouya zusammen. Die Hersteller versprachen für 99 Dollar eine Spielkonsole, die für alle zugänglich und erschwinglich sein soll. Offen für Bastler, Entwickler und Gelegenheitsspieler bildet die Ouya das Bindeglied zwischen «richtigen» Konsolen und Smartphones oder Tablets. Am 25. Juni landete der Würfel im Handel und war bei Amazon im Nu ausverkauft. Weil auch wir uns nicht vor dem Ouya-Hype bewahren konnten, erhielten wir noch vor dem offiziellen Verkaufsstart unser Kickstarter-Modell zugeschickt.

Im Umfang enthalten ist die Konsole, ein Gamepad sowie die dazugehörigen Kabel. Das schlichte aber elegante Gerät ist etwa so gross wie ein Rubiks-Würfel. Der Controller ist etwas grösser als ein Xbox- oder PS3-Controller und kann in Sachen Qualität nicht ganz mit den Grossen mithalten. Bei festem Drücken kann es passieren, dass die Knöpfe stecken bleiben. Ein Problem, dass bei der Verkaufsversion behoben sein soll. Dafür besitzt er ein Touchpad, welches allerdings etwas zu klein und zu ungenau ist.

Einfach und übersichtlich

Die Installation ist denkbar einfach. Man schliesst das Gerät mit dem mitgelieferten HDMI-Kabel an den Fernseher an und schaltet es ein. Per Wifi oder LAN verbindet man die Ouya mit dem Internet und erhält beim Start gleich das erste Update. Das Menü der Ouya ist simpel, hübsch und schnell. Die Vier Optionen Play, Discover, Make und Manage führen zu den wichtigsten Bereichen.

Spiel-Angebot noch dürftig

Unter Discover kann man die bisher rund 180 Spiele austesten. Ohne optisches Laufwerk wird alles digital abgewickelt. Jedes Spiel muss gratis testbar sein. Manche sind komplett umsonst, andere kosten. Hier mangelt es etwas an Übersicht. Erst im Spiel erkennt man, wie viel der volle Spass kostet. Viele Spiele sind Ports von bekannten Android-Spielen und unterscheiden sich kaum von den Originalversionen. Allerdings findet man auch einige Juwelen, wie «Little Crane», bei dem man mit einem Bagger Physik-Aufgaben lösen muss.

Zwar basiert die Ouya auf Android 4.1.2, hat aber keinen direkten Zugang zum Google Play Store. Wer will, kann über den integrierten Browser zwar theoretisch jede App runterladen und installieren, mangels Kompatibilität funktionieren aber nicht alle gleich gut. Die meisten Spiele sind für Touch-Bedienung ausgelegt und nicht für ein Gamepad. Apropos Gamepad: Statt des mittelmässigen Ouya-Controllers kann man auch seine PS3-Controller anschliessen. Beim Test hat sich dabei allerdings der Ouya-Controller verabschiedet und erst nach einigem hin und her konnte dieser wieder verbunden werden. Per USB-Kabel funktionieren auch Xbox-360-Controller.

Als Mediacenter nur bedingt geeignet

Viele werden sich die Ouya aber ohnehin nicht zum Spielen kaufen. Der kleine Würfel stellt die beste Voraussetzung für ein Mediacenter dar. Die wohl verbreitetste Software ist XBMC. Die Entwickler des Opensource-Programm zum Filme schauen oder Musik hören, haben bereits ihre Zusammenarbeit mit Ouya angekündet. Die Leistung der aktuellen Android-Version ist aber noch bescheiden. Zudem fehlt die Surround-Sound-Unterstützung.

Das Fazit

Wer sich die Ouya bestellt, erhält, was er bezahlt. Eine Mini-Konsole im Wert von 100 Franken, nicht mehr und nicht weniger. Das kleine Teil besitzt zwar viel Potenzial, wird aber erst richtig aufblühen, wenn der nötige Support da ist. Sobald genug Geld geflossen ist und genug Ouyas auf dem Markt sind, kommt auch die entsprechende Software. Die Hersteller haben derweil ein jährliches Hardware-Update angekündet. Bis dahin bleibt die erste Generation ein nettes kleines Spielzeug für Bastler und Gelegenheitsspieler.

(Quelle: YouTube/GamePlayDiaries)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Meine OUYA ist auch endlich eingetroffen. Soweit ganz OK, auch wenn ich noch kein Spiel gefunden habe dass mir wirklich gefällt. Was mir aber aufgefallen ist, jedenfalls bei einigen Spielen, ist das Controller-Lag. Bestimmte Spiele, wie z.B. Pinball sind kaum spielbar weil die Verzögerung einfach zu gross ist. Der Store sollte aber noch etwas übersichtlicher werden. Ist schwierig bei über 100 Spielen die Perlen aus dem vielen Müll rauszusuchen... – Proton

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • robert am 27.06.2013 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Spielzeug

    Ich will doch keine mobile Games auf dem Tv spielen! Das Ding hat schlicht nicht genug Power! Und die Entwickler dachten sich wohl, Hauptsache Android, dann läuft das schon. Da bleib ich eben lieber auf dem Android Handy! Wenn schon, dann wird die STEAM Box das Potenzial haben, eine breite Masse anzusprechen......aber für Leute die gute Grafik wollen, ist der PC und die kommenden Konsolen dir Nr.1!

  • Unentschlossener am 27.06.2013 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Raspberry Pi oder Ouya?

    Kann hier jemand einen Tipp abgeben ob man besser einen Raspberry Pi oder eine OUYA kaufen soll? Vielleicht mit ein paar Argumenten?

  • Tom am 27.06.2013 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple TV

    Preis und Grösse = Apple TV. Absicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Detlef Niedermaier am 28.06.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit?

    wie erklärt man bitte diese Frechheit? 99 USD = 99 CND = 99 £

  • lukas h am 28.06.2013 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    development

    weiss wer wo man die developer documentation findet? bisher nichts gefunden leider... mein noch namenloses android-jump'n'run nimmt langsam gestalt an und würd es gerne gleich ouya-controller-kompatibel machen...

  • pascal bürgisser am 27.06.2013 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emulatoren

    Endlich eine konsolo mit emulatoren :D

  • dave.t am 27.06.2013 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    probleme mit einfuhr in DE

    haben wir in der schweiz auch probleme mit der einlieferung wegen der fehlenden ce markierung ???

    • R.S. am 28.06.2013 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schweiz kein Problem

      Also ich habe meine Konsole anfangs dieser Woche ohne Probleme bekommen. Ich misste auch keine Zollgebühren zahlen, wie einige von Deutschland.

    einklappen einklappen
  • Marco am 27.06.2013 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    supernintendo in zigarettenschachtel?!!!

    toll was für eine Revolution ein supernintendo in einer zigarettenpackung! absolut sinnlos und einfach nicht zeitgemäss!

Sudoku
Kreuzwortraetsel
Bubble Shooter