Global Game Jam

21. Januar 2017 10:07; Akt: 21.01.2017 10:07 Print

Wenn in 48 Stunden ein Game entwickelt wird

von Jan Graber - Am Global Game Jam programmieren Entwickler in 48 Stunden ein Spiel. Die Jams waren schon Zündstoff für kommerziell erfolgreiche Titel.

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Das Sound-Geschicklichkeitsspiel «Pulse» schlug die ersten Beats am Global Game Jam 2009 und erschien 2010 für iOS-Geräte. Der unerschrockene Ritter aus «Life Goes On: Done to the Death» machte seine ersten Schritte am Global Game Jam 2012. Im makaber-komischen Spiel PS4, Windows, Mac und Linux nutzen Spieler Tote, um Rätsel zu lösen. Moralisch schwierige Entscheidungen warten auf Spieler von «God Will Be Watching» für Android, Windows, iOS, Linux und Mac. Die Idee für das herausragende Game entstand am Game Jam Ludum Dare 2013. Bombig: Im kooperativen Game «Keep on Talking and Nobody Explodes» müssen Spieler on- und offline eine Bombe entschärfen. Die Idee für das Game entstand am Global Game Jam 2014, es erschien 2015 für PS 4, Android, Windows und Mac. Der grafisch einzigartige Egoshooter «Superhot» wurde 2013 am 7 Day First Person Shooter Game Jam aus der Taufe gehoben und begeisterte Indie-Fans ab 2016 und Spieler auf Xbox One, PC, Linux und Mac. Meditave Entdeckermomente warten auf Spieler von «Mirror Moon». Geboren wurde das Space Adventure am Global Game Jam 2012 und erschien für PC, Mac, Linux und Ouya. Am Game Jam Ludum Dare 2012 luden die Entwickler von Free Lives ihre Computer durch und schossen den Sidescrolling-Shooter «Broforce» in die Gamewelt. Das Game erschien für PS4, PC, Linux und Mac. Optisch und spieltechnisch einzigartig ist das Jump'n'Run-Game «Chamaleon Run», in dem Spieler die Farbe ihres Helden entsprechend der jeweiligen Plattform wechseln müssen. Das Spiel entstand am Ludum Dare 2012 und erschien für Android, iOS und Windows Phone. Absurd und urkomisch: Im «Surgeon Simulator» versuchen sich Spieler als Chirurg. Zusammengeflickt wurde das Monster erstmals am Global Game Jam 2013 und erschien im selben Jahr für PS4, PC, Android, iOS und Linux. «Screencheat» ist das Resultat des Global Game Jams 2014. Im Egoshooter finden Spieler den Aufenthaltsort der unsichtbaren Gegner nur beim Blick durch deren Augen heraus. Für PC, Mac, Linux, PS4 und Xbox One. Auch der groteske und sehr erfolgreiche «Goat Simulator» ist letztlich das Produkt eines Game Jams - allerdings eines internen des Coffee Stain Studios. Eine Veröffentlichung war ursprünglich nicht geplant.

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Dieses Wochenende kommen wieder weltweit Tausende von Gameentwicklern zusammen, um am Global Game Jam (GGJ) in Teams und in nur 48 Stunden Videospiele zu entwickeln – rund um die Uhr, inklusive Schlafen unter den Tischen und Futtern von zu vielen Chips und Einnehmen anderer ungesunder Nahrungsmittel. Vielleicht werden auch dieses Jahr Spiele entstehen, die wir eines Tages auf unseren Konsolen und an den PCs spielen.

An über 600 Orten in 93 Ländern fand der Global Game Jam 2016 statt, in 48 Stunden entstanden so exakt 6866 Games. Es ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen: Beim ersten Global Game Jam 2009 programmierten 1600 Teilnehmer in 23 Ländern um die Wette. Das Resultat: 370 Spiele. In den folgenden Jahren wuchs die Teilnahme so stark, dass 2013 die gemeinnützige Organisation Global Game Jam Inc. gegründet wurde, um mit den logistischen und organisatorischen Anforderungen klarzukommen.

Ziel: ungewöhnliche Ideen finden

Erfolgreich ist aber nicht nur der GGJ selbst. Zwar resultieren aus dem gemeinsamen Programmieren in der Regel rudimentäre Games, von denen die meisten in der digitalen Mülltonne landen. Dennoch können Game Jams als zündender Funke für Games dienen, die später – stark überarbeitet – kommerziell veröffentlicht werden.

«Es ist keine gute Idee, an einem Global Game Jam mit der Erwartung teilzunehmen, ein grosses Game zu schreiben», sagt allerdings David Stark, Co-Organisator des Zürcher GGJs und selbst mehrfacher Teilnehmer. «Von den meisten Games wird man nie wieder etwas hören.» Das Ziel eines Jams sei vor allem die Vernetzung und das Finden ungewöhnlicher Ideen. «Game Jams können eine wichtige Inspirationsquelle für spätere Projekte sein», sagt Stark, der an einem Game Jam selbst eine Idee für sein Spiel «Concierge» gefunden hat, das sich nun in Entwicklung befindet.

«Superhot»
Eines der heissesten aus einem Game Jam stammenden Indiespiele ist der grafisch stylische Egoshooter «Superhot», dessen Geburtsstunde im einwöchigen 7 Day First Person Shooter Game Jam liegt.
(Quelle: Superhot Team)

«Pulse»
«Pulse» war das allererste Spiel, das nach einem Global Game Jam veröffentlicht wurde. Das Puzzlegame zündete 2009 und erschien ein Jahr später für iOS-Geräte.
(Quelle: Cipher Prime)

«Surgeon Simulator»
Das wegen seiner grotesken Idee wohl bekannteste Spiel, der «Surgeon Simulator», wurde am GGJ 2013 zusammengeflickt und erschien noch im selben Jahr.
(Quelle: Bossa Studios)

«Life Goes On: Done to Death»
Das morbide Plattformspiel «Life Goes On: Done to Death» entstand am GGJ 2012 und erschien 2016.
(Quelle: Infinite Monkeys Entertainment)

«Broforce»
Der erfolgreiche Sidescrolle-Shooter «Broforce» hatte seine Geburtsstunde 2012 am Online-Game-Jam Ludum Dare. Am selben Game Jam soll auch «Minecraft»-Erfinder Markus Persson mehrere Male teilgenommen haben.
(Quelle: Devolver Digital/Free Lives Games)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kurt am 21.01.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Game != Game

    empfinde nur ich es als falsch praktisch alles womit leute am computer spielen können als "Game" zu bezeichnen? das meiste was heute entwickelt wird ist doch kein "Game" sondern ein "MoneyHole". die spieler werden zuerst durch nette grafik angelockt, müssen es dann für schlumpfbeeren an freunde teilen, und dann durch den gruppendruck dazu genötigt durch InApp purchases die features mit realem geld nachzukaufen damit sie gegen andere spieler überhaupt noch eine chance haben. letztlich ist das aber kein spielen mehr sondern nur eine psychologisch geschickt aufgemachte abzocke.

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  • Johnny Cash am 21.01.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum gääääähnen

    Und Steam wird dann umso mehr vollgemüllt mit den 0815 games..

  • Kurt am 21.01.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schlimm

    Wie sich die Leute Ausnutzen und verbraten lassen. Diese Contests dienen den grossen Herstellern zum Ideenklau. Die machen dann mit den Folgespiele Millionen der Erfinder bekommt nichts.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian am 22.01.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Spielt Dota 2

    ist Gratis und mach unglaublich viel Spass

    • Simon am 22.01.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      hgkhjghkgjkg

      Nahh, wenn du so etwas spielst würde ich dir League of Legends empfehlen..

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  • michi am 21.01.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch kein Game

    Und sowas schimpft sich ein Game? Jetzt werden eh keine richtigen Games produziert, nur irgendsowas kleines unbrauchbares.

  • Kurt am 21.01.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schlimm

    Wie sich die Leute Ausnutzen und verbraten lassen. Diese Contests dienen den grossen Herstellern zum Ideenklau. Die machen dann mit den Folgespiele Millionen der Erfinder bekommt nichts.

  • Pajero am 21.01.2017 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zuviel pc

    das wäre kein job für mich

  • kurt am 21.01.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Game != Game

    empfinde nur ich es als falsch praktisch alles womit leute am computer spielen können als "Game" zu bezeichnen? das meiste was heute entwickelt wird ist doch kein "Game" sondern ein "MoneyHole". die spieler werden zuerst durch nette grafik angelockt, müssen es dann für schlumpfbeeren an freunde teilen, und dann durch den gruppendruck dazu genötigt durch InApp purchases die features mit realem geld nachzukaufen damit sie gegen andere spieler überhaupt noch eine chance haben. letztlich ist das aber kein spielen mehr sondern nur eine psychologisch geschickt aufgemachte abzocke.

    • Mike am 21.01.2017 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kurt

      Ähm... ich spiele seit rund 32 Jahren und habe noch nie Geld ausgegeben um irgend einen Vorteil zu haben. Ist es nicht eher so, dass sich viele Leute einfach nicht mehr mit einem Spiel auseinandersetzen und heutzutage nur noch Fame wichtig ist. Die Entwickler haben erkannt, dass Leute viel Geld für Ruhm und Ehre ausgeben. Der Sinn, sich etwas zu erarbeiten sehen viel nicht mehr. Dies ist nicht der Fehler der Entwickler, sondern der User.

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