Mobil zocken

07. September 2013 23:02; Akt: 07.09.2013 23:03 Print

Android wird die Gamewelt beherrschen

von Jan Graber - Die kommende Konsolengeneration werde die letzte sein und für Windows-Handys sieht er schwarz. 20 Minuten hat sich mit dem Mobile-Chef von Miniclip, Sergio Varanda, unterhalten.

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«Candy Crush Saga» ist das derzeit erfolgreichste Mobile Game und befeuerte die Popularität von Handyspielen weiter.

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Als vor rund zehn Jahren Handyspiele als das nächste grosse Ding angepriesen wurde, kuckte manch ein Natel-Besitzer auf seinen Plastikknochen, kratzte sich am Kopf und fragte sich, ob die Visionäre nicht allenfalls ein paar Super-Mario-Pilze verschluckt hatten. Viele konnten sich schlicht nicht vorstellen, wie die stark verpixelten Games, die es in beinahe so vielen Versionen gab, wie es Handymarken gab, je den Markt würden erobern können.

Umfrage
Wie oft spielen Sie Games auf dem Handy?
40 %
18 %
10 %
15 %
17 %
Insgesamt 3636 Teilnehmer

Siegeszug der Smartphones

Sie hatten nicht mit dem Erfolg von Apple, Google und den erfolgreichen Smartphones gerechnet. Denn Apple lancierte mit dem AppStore den wohl erfolgreichsten Marktplatz für mobile Software und im Frühjahr 2013 überschritt die Smartphone-Nutzung weltweit die Milliardenmarke – das sind über eine Milliarde Geräte, auf denen aufwändige Games gespielt werden können. Laut den Analysten von Canalys wuchs der Smartphone-Markt im zweiten Quartal 2013 um 50 Prozent.

«Smartphones haben in Europa und den USA einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent, in Südkorea sind es 90 Prozent», weiss Sergio Varanda, Head of Mobile Division von Miniclip, einem der grössten Mobile-Game-Publisher mit Hauptsitz in Neuenburg. Tendenz steigend. Varanda ist deshalb überzeugt, dass Mobile Games bald den grössten Gamemarkt ausmachen werden. Da Smartphones mittlerweile über die gleiche Rechenpower verfügten wie Konsolen vor fünf Jahren, seien komplexe Spiele kein Problem mehr. «Konsolen werden nicht verschwinden, aber dass nach der nächsten Generation eine weitere kommt, ist eher unwahrscheinlich», prophezeit Varanda.

Düstere Zukunft für Windows

Aber auch innerhalb des Handymarkts sieht er Änderungen auf uns zukommen. «Android wächst besonders in China, Indien, Russland und Brasilien enorm», weiss er. Er sieht Android für die nächsten Jahre als marktbestimmend, gerade in Schwellenländern, wo sich die Menschen die teureren Apple-Geräte nicht leisten können. Varanda könnte sich vorstellen, dass Apple am 10. September in Cupertino deshalb ein Low-Cost-Gerät vorstellen wird, um auch Nutzer im stark wachsenden Schwellenländer-Markt zu erreichen. «Für Windows Phones sehe ich hingegen schwarz», verdeutlicht der Mobile-Game-Profi. Nicht weil es sich um schlechte Geräte handle, sondern weil sich der grösste Teil der Nutzer bereits an iOS- und Android-Geräte gewöhnt hätte.

Veränderungen wird es auch bei den Gameentwicklern geben. Während es früher für Kleinstbuden relativ einfach war, mit kleinen eigenen Games Erfolg zu haben, sind die Einstiegshürden höher geworden. «Die Konkurrenz wird grösser, die Kosten für die Entwicklung und das Publishing eines Games steigen», weiss Varanda. Zwar würden bekannte Brands wie «Need For Speed», «Fifa» oder «Call of Duty» auf mobile Plattformen portiert, doch massgebend für die Mobilbranche seien sie nicht. «Es sind neue Entwickler wie King.com, Supercell und Kabam, die in Zukunft dominieren», sagt Varanda.

Die neuen Stars

Während derzeit Casual-Games und Simulationen à la «Farmville» am beliebtesten sind, sieht er grosses Potenzial bei sogenannten Midcore-Games, wie sie Kabam herstellt: Spiele, die eine Spielergruppe zwischen Hardcore-Zockern und gelegentlichen Spielern anspricht. An Bedeutung verlieren würden hingegen Browserspiele, die am PC gespielt werden.

Als Resultat des eingangs erwähnten Mobile-Game-Hypes entstanden – kaum überraschend – Spekulationsblasen: Die hochgejubelte Zynga-Aktie ist mittlerweile aber ebenso abgestürzt wie diejenige der japanischen Firma GungHo, die ein 500-prozentiges Wachstum innerhalb eines halben Jahres erlebte. Ein Restrisiko für Blasen bliebe aber bestehen, sagt Varanda. «Doch der Mobile-Game-Markt hat mehr Bodenhaftung.» Wie lässt sich mit Mobile Games Geld überhaupt machen? «Mit Free2Play», weiss Varanda – mit Gratisspielen, bei denen die Nutzer für zusätzlich Inhalte bezahlen. Es handle sich derzeit um das am besten funktionierende Modell. Offen bleibt indessen, ob hier nicht der nächste Hype mit entsprechenden spekulativen Blasen angekündigt wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärtschi Adrian am 09.09.2013 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlt eine Antwort.. Beides

    Einerseits hat er natürlich recht der Markt ist dort gewaltig am Wachsen, ist ja nur logisch immer mehr leute haben ein Smartphone und die ganzen Gratis Games aber mit Pay (to win) inhalten machen teilweise sehr viel Geld. Auf der anderen Seite haben viele Heute doch beides, da wird unterwegs beim Warten mal gespielt und zuhause dann am PC/Konsole.

  • Gggatze am 08.09.2013 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    früher war alles besser...

    Free2Play mit Pay2Win Elementen, Only DRM, Allways Internet. Traurig wie Gewinnbringende Methoden beliebter werden und den Gamemarkt immer weiter abstumpfen. Und die traurige Wahrheit, wenn man realisiert, dass alte Games besser sind als heutige gelobte Titel und die wenigsten Gamer sich aktiv wehren gegen solche Einschränkungen

  • Game Maus am 08.09.2013 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsole?

    Für was teure Konsolen kaufen wen das Handy beinahe fast das gleiche kann wie eine Konsole!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hank am 09.09.2013 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    what the...?

    Xbox One, forza 5...und weihnachten ist gerettet.

  • Rüdiger am 09.09.2013 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clash of Clans

    CoC kann aufjedenfall mit den " richtigen " Spielen mithalten.

  • Georg am 09.09.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Touchscreen vs. Tastatur

    Das Traurige daran ist, dass Leute wie der über alltägliche Dinge entscheiden die unser Leben beeinflussen obwohl er keine Ahnung hat. Das selbe mit den Touchscreens der Handys. Ich renne mit einem uralten Desire Z rum weil die Herren Entwickler mal beschlossen haben, dass in Europa kein Slider-Handys mit Hardwaretastatur mehr verkauft werden. Ich mag nun mal meine Tastatur zum Mailen und Messengen wie ich meine Konsole am grossen TV mag!

  • hampfi am 09.09.2013 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch zum zweiten

    Kann das ganze Free2Play nicht mehr hören. Bisher das dümmste was die Gamebranche zustande gebracht hat. Ich will ein Titel kaufen und diesen auch komplett Spielen können. Beispiel Killer Instinct für die neue Xbox, nur noch Geldmacherei und Rare war einmal das non plus ultra in der Spielebranche (Goldeneye, Perfect Dark, Donkey Kong usw...). Ich behaupte die ganzen Mobile-Spiele werden sich nicht durchsetzen. Wer will auf einem High-End-PC, Xbox One oder PS4 Farmeville, Angry Birds und das restliche Zeugs spielen? Ich nicht. Freue mich auf die PS4.

    • Kirsh1793 am 09.09.2013 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz Quatsch

      Ich glaube nicht, dass der Typ behauptet hat, dass Games wie Farmville auf den nächsten Konsolen und auf High-End-PCs die Führung übernehmen. Er sagt, dass Smartphones mittlerweile genug Leistung zu Stande bringen, um PC- und Konsolenspiele darauf spielen zu können. Vom Free2play-Modell sagt er auch nur, dass es auf mobilen Geräten das erfolgreichste Modell ist.

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  • Bärtschi Adrian am 09.09.2013 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlt eine Antwort.. Beides

    Einerseits hat er natürlich recht der Markt ist dort gewaltig am Wachsen, ist ja nur logisch immer mehr leute haben ein Smartphone und die ganzen Gratis Games aber mit Pay (to win) inhalten machen teilweise sehr viel Geld. Auf der anderen Seite haben viele Heute doch beides, da wird unterwegs beim Warten mal gespielt und zuhause dann am PC/Konsole.

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