Game Review

23. März 2017 09:03; Akt: 23.03.2017 09:04 Print

Plaudern und Ballern in «Mass Effect: Andromeda»

In «Mass Effect: Andromeda» suchen Spieler eine neue Heimat für die Menschen. Auf sie wartet eine packende Reise ins Unbekannte.

Game-Reviews
Plaudern und Ballern in «Mass Effect: Andromeda»
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ACTION. In «Mass Effect: Andromeda» suchen Spieler eine neue Heimat für die Menschen. Auf sie wartet eine packende Reise ins Unbekannte.

Ein halbes Jahrzehnt ist es her, seit Commander Shepard in «Mass Effect 3» mit seiner Crew die Weiten des Universums erforscht, Kämpfe und Wortgefechte geführt und damit für viele Stunden astralen Spielvergnügens gesorgt hat.

Mit «Mass Effect: Andromeda » ist nun das nächste Game der Reihe erschienen. Auf Spieler wartet indessen keine Fortsetzung, sondern eine rundum neue Story mit anderen Helden, Feinden, Welten – und einem ebenso langen Epos: Wer sich alle bisweilen zu lang atmigen Dialoge zu Gemüte führt, verbringt über hundert Stunden vor der Glotze.

In «Mass Effect: Andromeda» schlüpfen Spieler wahlweise in den Raumanzug von Sara oder Scott Ryder, um eine Expedition zu unbekannten Welten anzuführen. Ziel: eine neue Heimat für die Menschen suchen. Dabei stossen sie natürlich auf Widerstand – zuvorderst denjenigen der Kett, die keine Freude an den Expansionsgelüsten der Neuankömmlinge haben. Neben der Hauptmission warten zahlreiche gut in die Story eingebundene Nebenmissionen auf die virtuellen Weltraumforscher.

Allerdings leidet «Andromeda» vor allem in den ersten Spielstunden unter technischen Mängeln, unnötigen Längen und weiteren Hürden, die Spielern den Einstieg ins Game vermiesen. Vor allem Fans der früheren Spiele dürften stellenweise herb enttäuscht sein. Wer trotzdem durchhält, taucht aber in ein reichhaltiges Weltraum-Epos ein. (jag, 23. März 2017)

«Mass Effect: Andromeda» für PC, PS4, Xbox One; BioWare, Electronic Arts. Wertung:★★★★☆

«Dead Rising 4»: Zombies killen und Selfi es schiessen
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ACTION. Nachdem sich Xbox-One-Spieler bereits mit dem fröhlichen Auslöschen Hunderter Zombies vergnügen durften, kann das Schlachtfest von «Dead Rising 4» nun auch auf PCs beginnen.

Die Story ist schnell erzählt: Der unerschrockene Reporter Frank West kehrt mit seiner Assistentin nach Willamette zurück, wo die ganze Zombie-Misere begann, um für eine Story über unerlaubte Menschenexperimente zu recherchieren. Das Resultat der Experimente: weitere stärkere und fiesere Zombies – Horden davon und Frank mittendrin.

Was ihn hochgradig freut, denn so kann er seiner eigentlichen Passion nachgehen: dem Einschlagen von Schädeln, Wegschiessen von Gliedern und Abmurksen von Untoten. Dazwischen schiesst er mit seiner Kamera Bilder und schaltet Belohnungen frei, hin und wieder reicht die Zeit auch für ein schickes Selfie. «Dead Rising 4» lebt vom Humor und der durchgeknallten Action. Grafik und Steuerung der PC-Version sind hingegen ein schlagendes Argument gegen den Kauf. (jag, 23. März 2017)

«Dead Rising 4» für PC; Capcom. Wertung: ★★★☆☆

«Nier: Automata» – in Reizwäsche Roboter verhauen
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ACTION. Stöckelschuhe, Stringtanga, Seidenstrümpfe: Die Heldin in «NieR: Automata» ist zwar ein Android, hat es aber faustdick hinter den Ohren.
Mit «Bayonetta» hat sich Platinum Games einen Namen für flüssige Actiongames mit anspruchsvoller Kampfmechanik gemacht. Das neue Werk der Japaner heisst «Nier: Automata» und verbindet typisches PG-Gameplay mit Rollenspielelementen. Die Story: Zusammen mit einer Truppe von Androiden landet man in einer futuristischen Welt, die man zurückerobern soll. Denn ausserirdische Maschinen haben die Erde besetzt und die Menschheit auf den Mond vertrieben. Das klingt nicht nur ein wenig nach einem Mix aus «Terminator» und «Bladerunner» – das spielt sich auch so. Im Mittelpunkt steht dabei ein weiblicher Android namens 2B. Die künstliche Heldin sieht zwar aus wie frisch von einer «Victorias Secret»-Show, weiss mit den Waffen aber umzugehen. Mit ihren Schwertern lässt es die Dame im Kampf gegen riesige Roboter krachen. Dabei zeigt sie nicht nur gekonnte Moves, sondern auch viel Bein und sogar neckische Unterwäsche – eine typische Männerphantasie aus einem J-Rollenspielen. «Nier: Automata» überzeugt jedoch auch als Shooter. Die Kombination aus verschiedenen Actionsgenres verlangt dem Spieler einiges ab. So erfordern die Kämpfe echtes Multitasking: Während 2B Monster-Roboter taktiert, muss man auch ihre Drohne herummanövrieren. Das fühlt sich an, als ob man zwei Games gleichzeitig spielt. Können am Controller ist gefragt. Nicht ganz so überzeugend ist die grafische Umsetzung. Zuweilen wirkt «Nier: Automata» etwas blass, da hat «Final Fantasy» mehr zu bieten. Trotzdem: Wer schon immer mit einem Unterwäsche-Model Roboter verhauen wollte, liegt hier richtig. Und wer sich immer noch fragt, ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, erst recht. (rtl)
«Nier: Automata», Platinum Games, für PS4 und PC, erschienen ★★★★☆
«I am Setsuna»: Rollenspiel nach alter Schule
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FANTASY. Ein Rollenspiel, das Fans der klassischen JRPGs begeistern soll – das ist «I am Setsuna» für PS4 und PC. Pünktlich zum Start wird nun eine Version für die Nintendo Switch nachgeschoben. Im Zentrum steht Setsuna, eine starke junge Frau. Sie soll einem Dämon geopfert werden, damit dieser das Land in Ruhe lässt. Gleichzeitig bekommt ein Ritter den Auftrag, das Mädchen umzubringen. Doch nicht nur Setsunas Leibwächter halten ihn davon ab; er muss auch mit ansehen, wie ihr Heimatdorf Opfer eines Monsterangriffs wird. Zusammen schlagen sie die Bestien in die Flucht und machen sich auf eine Reise. Der Begriff Setsuna stammt vom japanischen «setsunai» und bedeutet bittersüsse Trauer. Diese ist auch Grundthema des Spiels. Mit seiner intuitiven, rundenbasierten Steuerung verbindet das JRPG nostalgische Elemente mit modernen Ansprüchen. Retro-Charme, eher flache Figuren und eine nicht immer überzeugende Inszenierung – «I am Setsuna» ist vor allem für Genrefans ein gefundenes Fressen. (rtu)
«I am Setsuna», Tokyo RPG Factory / Square Enix, für PS4, PC und Switch, erschienen
★★★☆☆
Ein Spiel, zwei Meinungen. Diesmal: der Nintendo-Hit «The Legend of Zelda: Breath of the Wild».
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PRO Zugegeben: In Hyrule regnets zu oft. Das macht das Game optisch trub – fast schweizerisch grau – und bisweilen auch unendlich hart zu spielen. Ein Fan von «Zelda»- Games war ich bislang ebenfalls nicht. Bis jetzt: «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» ubt wegen der offenen Welt, den vielen Moglichkeiten, sich in Hyrule zu vertun, aber vor allem wegen den unendlichen zu erforschenden Weiten eine immense Anziehungkraft aus. Nicht zuletzt, weil ich mich immer mal wieder ans grandiose Abenteuer «Shadow of the Colossus» erinnert fuhle, finde ich auch die neuste Link-Saga kolossal gut. (jag)
CONTRA Wenn ich Nebel, Regen und miese Laune will, bleib ich im Winter einfach zuhause in Zürich. In einem Videogame brauch ich das nicht. Und «hart zu spielen»? Wenn einer ein Game in 54 Minuten durchspielen kann, ist es nicht schwer. Ausserdem nervt die Tatsache, dass jede Kritik an «Breath of the Wild» sofort von Legionen von Zelda-Fanboys niedergeschrien wird. Dabei ist es gerade in der heutigen Zeit wichtig, dass man eine eigene Meinung haben darf. Meine sieht so aus: «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» ist sicher kein schlechtes Game. Doch die Hysterie um das neue Abenteuer in Hyrule ist vor allem eines – ein überhöhter Hype. (rtl)
Krieg gegen die Drogen in «Ghost Recon: Wildlands»
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ACTION. Im Shooter «Ghost Recon: Wildlands» machen Spieler einem Drogenkartell den Garaus. Ein berauschender Kampf.

Wenn ein Game dem Erfolgsautoren Tom Clancy zugeschrieben wird, beginnt die Story meist mit der Frage: «Was wäre wenn?» So auch im Taktik-Shooter «Ghost Recon: Wildlands». Was wäre, wenn Bolivien ein Drogenstaat wäre, der von einem skrupellosen Drogenbaron dominiert wird? Allzu weit ist die Frage nicht hergeholt: Der Koka-Anbau im realen Bolivien ist legal, was die Entwickler des Games wohl auf die Idee gebracht hat.

In «Ghost Recon» gilt der Kampf folglich diesem fiktiven Staat, dem Santa-Blanca-Kartell und dessen Kopf El Sueño. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Anführers eines vierköpfigen Ghost-Squads, wobei befreundete Spieler jederzeit die drei anderen Positionen übernehmen können. In taktischen Missionen bringen die Ghosts Stück für Stück das Drogenkartell in Bedrängnis. Spieler haben die freie Wahl, wie sie vorgehen wollen. Hilfsmittel wie Drohnen, Fernsicht-gläser, synchronisierte Angriffe und Positionierungsbefehle stehen zur Verfügung. Die Welt ist offen und frei begehbar, was vom Spieler taktische Überlegungen zum geschicktesten Vorgehen erfordert. Wem das zu langsam ist, kann sein Glück aus allen Rohren feuernd versuchen.

«Ghost Recon: Wildlands» ist atemberaubend detailliert gestaltet, verfügt über ein gutes Skillsystem und packt we-gen der Vielseitigkeit der Missionen und Nebenmissionen. Auch wenn das reale Bolivien gerade keine Freude am Spiel hat. (Jan Graber, 9. März 2017)

«Ghost Recon: Wildlands» für PC, PS4, Xbox One; Ubisoft. Wertung:★★★★★

«Deceit»: Wenn die Freunde zu fi esen Killern werden
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MULTIPLAYER-HORROR. Freund oder Feind? Im innovativen Horror-Game wissen Spieler nie, wem sie trauen können. Brillant fies.

Sechs Personen erwachen gleichzeitig in den Kellerräumen einer Irrenanstalt. Zwei der Personen sind jedoch mit einem Killer-Virus infiziert, das sie schneller, zäher und gefährlicher macht, sobald das Licht ausgeht. Ziel des Spiels: Die gesunden vier Personen müssen den Weg zum rettenden Ausgang auf dem Dach finden.

Da zu Beginn niemand weiss, wer «infiziert» und wer gesund ist, beginnt ein haarsträubendes Horror-Game zwischen sechs Onlinespielern um Vertrauen und Zweifel. Wem kann man vertrauen? Wer wird einen bei der nächsten Gelegenheit hinterrücks zu erdrosseln versuchen? Die nicht infizierten Figuren sind dabei nicht ganz wehrlos. Mit dem Blitz einer Kamera können sie beispielsweise die Killer blenden und sie verlangsamen. Besonders fies: Spieler wissen auch nicht, ob sie den gesunden Mitstreitern trauen können. Kurz: «Deceit» ist ein ultrafi eses, brillantes Katz-und-aus-Spiel. (JAG, 9. März 2017)

«Deceit» für PC; Automation, Steam. Wertung: ★★★★☆

«Horizon»: Überleben gegen die Maschinen der Wildnis
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ACTION. Maschinen beherrschen die Welt in «Horizon: Zero Dawn». Sie zu erledigen, feuert den Jagdtrieb immer wieder aufs Neue an.

Es wäre eigentlich eine bildhübsche Welt, in der Aloy aufwächst, voll idyllischer Flecken, wilder Natur und reichhaltiger Jagdgründe. Dass die junge Heldin zu den Ausgestossenen zählt, scheint sie nicht zu kümmern, und mit ihrem Ziehvater Roost hat sie einen perfekten Lehrer an der Seite. Doch die Idylle trügt: Das Land steckt voller Gefahren. Bösartige Maschinen haben die Herrschaft über die Erde übernommen, durchstreifen als Herden die Natur und bedrohen die Leben der Menschen.

Spieler schlüpfen im Action-Adventure «Horizon: Zero Dawn» in die Haut der Heldin, um in einer offenen Welt Missionen und Nebenmissionen zu folgen. Jedes getötete Tech-no-Vieh wird mit Erfahrungspunkten zur Verbesserung der Fähigkeiten belohnt. Aloy erledigt die Maschinen mit Pfeil und Bogen, Fallen, Granaten und blossen Händen. Sie kann die Maschinen aber auch hacken, um sie als Transportmittel zu missbrauchen.

«Horizon: Zero Dawn» legt eine Welt zu Füssen, in der die Spieler ihre Wege selbst bestimmen. Die brillante Grafik und das Skill- und Waffen-System machen das Abenteuer zum Highlight des jungen Jahres. Für Irritierung sorgt einzig die Darstellung der Menschen: Sie wirken in ihrer künstlichen Darstellung derart real, dass es einem die Haare zu Berge stehen lässt. Jan Graber

«Horizon: Zero Dawn» für PS4; Guerilla Games, Sony. Wertung: ★★★★★

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«Phoning Home» – Wall-E will nach Hause telefonieren
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SURVIVAL. In «Phoning Home» trifft Spielberg auf Pixar – und ein kleines deutsches Studio zeigt «No Mans Land», wie stimmungsvolles Survival geht.
Wer ab und zu ins Kino geht, dem dürfte das Setting von «Phoning Home» bekannt vorkommen: Ein Raumschiff stürzt ab, und im Inneren befindet sich ein kleiner Roboter, der nichts anderes als nach Hause will. E. T. lässt grüssen. Zudem erinnert der kleine Kerl nicht nur optisch an den putzigen Weltraum-Aufräumer Wall-E aus dem gleichnamigen Pixar-Film. Ions Universum ist ähnlich einsam – und ins Herz geschlossen hat man ihn auch so schnell wie seinen Kollegen aus Hollywood.
Dabei zeigt schon die Titelwahl «Phoning Home», dass man bei Entwickler Ion Lands keinen Hehl aus den Inspirationen macht. Hier trifft Spielberg auf Pixar; entsprechend friedlich geht es im PC-Game des deutschen Studios zu und her. Tolle Landschaften mit exotischer Vegetation und beeindruckendem Panorama sorgen für cooles Sci-Fi-Feeling. Doch allzu lange darf man die Umgebung nicht bestaunen. Schliesslich braucht der kleine Roboter Energie. Erforschen und Ressourcen sammeln ist angesagt.
Menschen begegnet man auf dem fremden Planeten nie. Nicht nur deshalb erinnert das Spiel stellenweise an das Open Space-Abenteuer «No Mans Land» aus dem letzten Jahr. Auch die Fortbewegung mittels Raketenschub kennt man aus dem Indie-Game. Und auch wenn Boss-Fights und Action ähnlich klein geschrieben werden, hat «Phoning Home» gegenüber «No Mans Land» einen Vorteil: Der meditative Mix aus Survival-Abenteuer und Puzzle-Game wirkt nie langweilig, sondern stets stimmungsvoll.
Für Shooter-Spieler und «Dark Souls»-Fanatiker ist das also nichts. Doch wer über kleinere technische Macken bei einem vergleichsweise günstigen Spiel hinwegsehen kann und sich statt dessen an einer atmosphärisch dichten Open World erfreuen kann, liegt mit «Phoning Home» richtig. «E. T.» kann man schliesslich auch nicht oft genug sehen. rtl
«Phoning Home», Ion Lands, für PC, bereits erschienen
«Holy Potatoes!» – Kartoffeln im Weltraum
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SIMULATION. Schweine im Weltraum? Das war gestern. Seit kurzem düsen Kartoffeln in der Galaxie umher.
Verantwortlich dafür ist das kultige Sci-Fi-Game «Holy Potatoes! Were in Space?!» von den Daylight Studios. Das PC-Game kombiniert rundenbasierte Kämpfe mit Aufbau- und Simulationselementen. Es geht darum, sein Raumschiff zu verbessern und mit Waffen auszustatten, die Crew zu managen, Rohstoffe zu sammeln und Gegner im galaktischen Shoot-Out zu Kartoffelbrei zu machen. Seinen ganz speziellen Touch erhält «Holy Potatoes! We're in Space?!» natürlich durch das originelle Setting. Denn das gesamte Universum ist von Gemüse und anderen veganen Figuren bevölkert. Die beiden Hauptdarsteller Cassie und Fay erobern das Universum auf der Suche nach ihrem vermissten Grossvater. Dabei bestimmt der Spieler den Verlauf der Reise und muss jede Menge Abenteuer in der unberechenbaren Gemüse-Galaxie meistern. Trotz einiger Wiederholungen ein sehr eigenwilliger und schräger Spass – nicht nur für Veganer. RTU
«Holy Potatoes! Were in Space?!», Daylight Studios, für PC, bereits erschienen

(rtl)

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