Preiswürdig

27. Januar 2017 10:07; Akt: 30.01.2017 08:35 Print

Das sind die Lieblinge der Schweizer Gamebranche

von Jan Graber - Während des Ludicious Game Festivals werden die Swiss Game Awards verliehen – für Spiele, an die man sich auch nach Jahren noch erinnert.

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«Airheart» (nominiert für Swiss Game Award) stammt von Blindflug Studios und schickt eine Heldin auf die farbenfrohe Jagd nach Himmelsfischen. Das Serious Game «Oniland» (nominiert für Swiss Game Award) setzt sich mit der Problematik Sand und komplexen Entscheidungsprozessen auseinander. Das Game stammt von der Westschweizerin Saskia Hellas. Das Puzzle-Spiel «DERU» (ehemals Schlicht, nominiert für Swiss Game Award) verlangt kooperatives Spielen, um die Gedankenrätsel zu lösen. Die Idee dafür entstand am Global Game Jam 2014 und stammt von Domink Haas, Don Schmocker und Christian Schmidhalter «Splash Blast Panic» (nominiert für Swiss Game Award) stammt von Elias Farhan, Kevin Peclet und Julien Matthey. Das Party-Game bietet durchgeknallte Multiplayer-Action mit Wasserpistolen. Das VR-Game «Watcher» (nominiert für Swiss Game Award) wird mit der Oculus Rift gespielt und stellt die Spieler vor die Aufgabe, als Wolfsmutter ihr junges Rudel auf die Wildnis vorzubereiten. Das Game wurde von Filipe Simonette und Julie Bächtold entwickelt. Von den ZHdK-Studenten Julie Baechtold, Nicolas Matter and Xavier Heimgartner kommt das Game «Castle Hustle» - ein rundenbasiertes Multiplayer-Spiel, in dem Riesen an der Erstürmung eines Schlosses gehindert werden müssen. Das Augmented-Reality-Game «Oniri Island» des Westschweizer Tourmaline Studios wird mit zwei echten Spielfiguren und einem Tablett gespielt. Ziel ist es, zwei auf einer Insel gestrandete Kinder mittels Magie und Masken zu retten. «Hell Elujah» ist ein asymetrisches Virtual-Reality-Horrorspiel, in dem ein mit einem VR-Headset ausgerüsteter Spieler als Dungeon Crawler vier versteckte Schlüssel finden muss, während der Dungeon Master, sein Gegenspieler am Tablett, Monster auf ihn losschickt. Das Spiel stammt vom Freiburger Studio Oniroforge. Das experimentelle Kurzfilm- und Game-Projekt «Kids» setzt sich mit der Psychologie von Gruppen auseinander und stammt von Playables (Mario von Rickenbach und Michael Frei). Das prozedurale Actiongame «Nimbatus» schafft endlos neue Welten, die mit einer ausbaufähigen Drohne erforscht werden kann. Das Spiel stammt aus der Zürcher Schmiede Stray Fawn Studios bestehend aus Micha Stettler und Philomena Schwab. Das Augmented-Reality-Game «Opticale» des Lausanner Studios Furinkazan schickt Spieler hinaus in die Natur, um Kreaturen einer Parallelwelt zu entdecken. «Struckd» ist weniger ein Spiel als ein Baukasten, um auf einfache Weise eigene Games herzustellen und zu teilen. Den Bausatz fürs eigene Abenteuer liefern Flurin Jenal und Silvan Bauser. Das 2D-Plattformspiel «Looking for Imago» von Aurélien da Campo orientiert sich optisch stark an «Feist» und spielt in einer von Insekten bevölkerten Welt. «Don't Kill Her» ist ein absurd-komisches Plattform-Spiel, in dem jede Szene von Hand gezeichnet wurde. Das Game stammt von Jéremy Cuany. Das kollaborative Puzzlespiel «We Fit» verlangt von den Spielern, würfelförmige Figuren in eine Wand einzupassen, bevor die hydraulische Presse sie flachklopft. «Everblind» stammt von Digital Kingdom und lässt zwei bis vier Spieler mit unsichtbaren Kugeln antreten, um als Erste ein goldenes Artefakt zu erobern.

Zum Thema
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Das eidgenössische Game-Schaffen prosperiert, zunehmend steigt die internationale Anerkennung für die Qualität von Schweizer Games. Mit erfreulichen Resultaten: Erst kürzlich wurde die Schweizer Gamedesignerin Philomena Schwab etwa vom Wirtschaftsmagazin «Forbes» zu den 30 einflussreichsten Technologie-Profis unter 30 Jahren in Europa gewählt.

Der Erfolg ist auch den Anstrengungen verschiedener Player auf dem Schweizer Spielfeld zu verdanken. So fördert die Pro Helvetia regelmässig das einheimische Schaffen mit Geld und schickt Gameentwickler an die wichtigsten Messen und Conventions. Engagement Migros, Städte und Kantone, Organisationen zur Wirtschaftsförderung und private Sponsoren unterstützen die Entwickler zunehmend. Sie rufen Match-Making-Programme ins Leben, um Geldgeber und Gameentwickler zusammenzubringen und beteiligen sich an Festivals wie dem aktuellen Ludicious Game Festival und an Wettbewerben.

Fünf Spiele nominiert

Zu diesen gehört auch der Swiss Game Award, der jährlich von der Swiss Game Developers Association (SGDA), dem Schweizer Verband der Gameentwickler, verliehen wird. Nominiert sind fünf Spiele, die von einer fünfköpfigen Jury ausgewählt wurden. «Die Jury setzt sich bewusst nicht aus Game-Designern, sondern externen Branchen-Profis zusammen», sagt Reto Senn von der SGDA. Neben der Qualität spielte bei der Auswahl nur ein einziges Kriterium eine Rolle: «An welches Spiel wird man sich in ein paar Jahren noch erinnern», bringt Senn dieses auf den Punkt.

Der Sieger wird im Rahmen der SGDA Gala Night am Freitagabend bekanntgegeben. Das sind die Finalisten:

«Airheart»

Das farbenfrohe «Airheart» stammt von Blindflug Studios («First Strike») und bildet die Fortsetzung des Survival-Dramas «Cloud Chaser», das wegen der Flüchtlingsthematik für Aufsehen gesorgt hatte. In «Airheart» schlüpfen Spieler in die Haut von Amelia, die mit ihrem Flieger Himmelsfische jagt, Piraten abschiesst und den legendären Himmelswal erlegen will.


(Quelle: YouTube.com)


«DERU»

«Deru» lautet der neue Name des Games, das unter dem früheren Titel «Schlicht» bereits für Aufmerksamkeit sorgte. Das kooperative Puzzle-Game stammt aus der Feder von Domink Hass, Don Schmocker und Christian Schmidhalter.


(Quelle: YouTube.com)

«Oniland»

Mit der Frage, wie man ein ernstes Thema unterhaltsam vermitteln kann, befassen sich sogenannte Serious Games. Spiele, die mit Hilfe der Spielmechanik bei Heilungsprozessen helfen oder – wie «Oniland» - das Verständnis komplexer Prozesse fördern. «Oniland» von Saskia Hellas der Hochschule HEAD in Genf knüpft sich – basierend auf einer ARTE-TV-Doku - das Thema Meeressand und sein Verschwinden vor, führt aber auch die Schwierigkeit von Entscheidungsprozessen vor.


(Quelle: Vimeo.com)

«Splash Blast Panic»

«Splash Blast Panic» vom Westschweizer Team KwaKwa (Elias Farhan, Kevin Peclet und Julien Matthey) ist ein ultraschnelles, durchgeknalltes Multiplayer-Party-Game, in dem sich die Opponenten mit Wasserpistolen aus dem Himmel schiessen. Inspiriert wurde das Game von alten Arcade-Klassikern.


(Quelle: YouTube.com)

«Watcher»

Im Virtual-Reality-Survival-Game für Oculus Rift schlüpfen die Spieler ins Fell einer Wolfsmutter, um ihren Nachwuchs mittels Kopfbewegungen im Überleben zu schulen. Das Spiel wurde von Filipe Simonette und Julie Bächtold entwickelt.

(Quelle: Vimeo.com)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny Cash am 27.01.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer für alle und alle für einen..

    Bitte hört auf solch einen schund "game" zu nennen, sollen sich doch lieber alle zusammen tun und was gescheites heraus bringen so das es den namen "game" würdig ist.

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  • Simon am 27.01.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder...

    werden Awards und Auszeichnungen an Entwickler und Studios vergeben für irgend welche Spiele die schlussendlich im besten Fall einige wenige Tausend Downloads generieren. Ideen mögen zwar vorhanden sein aber keiner schafft es sie an ein Finanzstarkes Studio zu verkaufen. Ich habe das Gefühl das die sogenannte "Gamebranche" in der Schweiz nicht vom Fleck kommt und lieber jeder für sich selber an kleinen Projekten herumwurstelt um nach deren Fertigstellung wieder in der Versenkung zu verschwinden. Die Ausnahme ist der Landwirtschafts Simulator...

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  • Thom am 27.01.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Wahl

    Interessant wie solche Indie Spiele erwähnt werden von denen ich noch nie etwas gehört habe, obschon ich regelmässig Indie Spiele spiele und auch Kickstarter etc. verfolge bzw. mitfinanziere. Aber die grossen Spielemacher in der Schweiz wie diejenigen die den Landwirtschaftssimulator oder Train.exe etc. entwickeln, werden nicht erwähnt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 27.01.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme Schweiz

    In der Schweiz versuchen irgendwie die meisten Entwickler irgend ein künstlerisches Kurzgame rauszubringen, anstatt etwas was die Charts stürmt. Warum ist das so? Indiespiele können auch sehr erfolgreich sein, siehe Steam, nur warum kriegt man das hier nicht hin?

    • Dr. Neo Cortex am 28.01.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      Der Landwirtschaftssimulator ist extrem erfolgreich. Ich zocke sowas nicht aber die Verkaufszahlen sind echt respektabel. Es gibt ein klaren Trend zu Kunst orientierten spielen. Das haben die schon richtig erkannt. Ich zocke auch gerne solche spiele. Abzu, journey, the unfinished swan usw... das sind echt tolle spiele. Ob die Schweizer aber so etwas abliefern können bezweifle ich doch sehr. Die Qualität der Indies hat in der letzten Zeit erfreulich gut zugelegt.

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  • Alumdria841 am 27.01.2017 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ich sehe immer noch kein Blockbuster Game wie die von Rockstar Games, Ubisoft, EA oder Activision. Warum entwickelt man nicht mal so was statt nur Indie Games. Ich habe ja nichts gegen solche Spiele aber in der Schweiz gibt es gar kein Blockbuster ausser den Landwirtschafts simulator von Giants software. Und es nervt einfach wie die Schweiz immer so vergöttert wird.

    • Dr. Neo Cortex am 28.01.2017 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alumdria841

      Weil solche Blockbuster Millionen kosten und sich das nur die ganz grossen Studios leisten können. Jedes Jahr gibt es ein paar Entwickler Studios die Konkurs gehen weil sie sich übernommen haben. Wenn die CH Entwickler mit ihren Kleinen Projekten genügend verdienen können ist das doch super.

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  • Thom am 27.01.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Wahl

    Interessant wie solche Indie Spiele erwähnt werden von denen ich noch nie etwas gehört habe, obschon ich regelmässig Indie Spiele spiele und auch Kickstarter etc. verfolge bzw. mitfinanziere. Aber die grossen Spielemacher in der Schweiz wie diejenigen die den Landwirtschaftssimulator oder Train.exe etc. entwickeln, werden nicht erwähnt.

  • Simon am 27.01.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder...

    werden Awards und Auszeichnungen an Entwickler und Studios vergeben für irgend welche Spiele die schlussendlich im besten Fall einige wenige Tausend Downloads generieren. Ideen mögen zwar vorhanden sein aber keiner schafft es sie an ein Finanzstarkes Studio zu verkaufen. Ich habe das Gefühl das die sogenannte "Gamebranche" in der Schweiz nicht vom Fleck kommt und lieber jeder für sich selber an kleinen Projekten herumwurstelt um nach deren Fertigstellung wieder in der Versenkung zu verschwinden. Die Ausnahme ist der Landwirtschafts Simulator...

    • Johnny Cash am 27.01.2017 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      Du hast es geschnallt mein Freund.. thumbs up

    • köbi am 27.01.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Kreativität

      Ich bin der Meinung, dass solche unabhängige Entwicklungen die Kreativität fördert, welche im letzten Jahrzehnt abhanden gekommen ist. Gegen Einheitsbrei. Gegen den Strom. Für Vielfalt.

    • Fabio am 27.01.2017 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Köbi

      "Für Vielfalt" ist ein gutes Kredo, allerdings nützt das der Gameindurstie und letztendlich den Gamern nicht viel, wenn zwar kreative Spiele entwickelt werden, diese aber entweder nur auf Mobilgeräten verfügbar sind oder sehr schnell wieder in der Versenkung verschwinden, da sie entweder zu eintönig sind oder zu wenig Inhalt/Spielstunden garantieren.

    • köbi am 27.01.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Fabio

      Sie haben recht. Nur sehe ich keine Alternative dazu. Oder hat die Gameindustrie etwas philosophisch ausgedrückt 'Singularität' erreicht, wo das letzte Suchtpotential der Gamern ausgereitzt ist?

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  • Johnny Cash am 27.01.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer für alle und alle für einen..

    Bitte hört auf solch einen schund "game" zu nennen, sollen sich doch lieber alle zusammen tun und was gescheites heraus bringen so das es den namen "game" würdig ist.

    • Fabio am 27.01.2017 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      Schund ist so ein starkes Wort

      Obwohl ich auch enttäuscht bin, dass hier eher Spiele für mobile Plattformen nominiert sind, kann ich die SGDA verstehen. Meiner Meinung nach ist die Schweizer Entwickler Szene noch nicht ausgereift genug, um komplexere/aufwändigere Spiele für Konsolen/PC zu entwickeln. Als passionierter PC Spieler hoffe ich allerdings das Beste für die Zukunft der Schweizer Gameindustrie.

    • Johnny Cash am 27.01.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fabio

      In der heutigen Zeit wird alles vollgespamt mit 0815 Titel die niemanden interessieren zumndest mich nicht. Wie gesagt sollen sich doch die zusammen tun und gemeinsam was entwickeln da das Potenzial sicherlich vorhanden ist oder lernt man im Studium nur Däumchen drehen? Die Schweizer Gameindustrie wird sich auf keinen fall durchsetzen können, wenn alle nur für sich arbeiten. Durch das ist es vorprogrammiert,dass schlussendlich "games" für den mobilen bereich entwickelt werden ;) cheers

    • Fabio am 27.01.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Johnny

      Die Schweizer Gameindustrie kann sich nicht mit Einzelspielern durchsetzen, da geb ich dir recht. Aber zusammen könnten sie etwas kreieren, das auf dem grossen Markt bestand haben könnte. Zusammenschliessen der Studios ist ein nettes Gedankenexperiment! Als folglich grösseres Unternehmen mit mehr Angestellten und grösserem Budget sollte auch mehr drin liegen (e.g. CD Project mit 370 Mitarbeitern hat mit dem Epos von Witcher etwas Einmaliges geschaffen). Aber dazu muss man Risiken eingehen und Investitionen tätigen...

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