Brillante Werke

05. Juni 2015 21:54; Akt: 05.06.2015 23:39 Print

Das sind die Schweizer Gamestars der Zukunft

von Jan Graber - Der ZHdK-Studiengang Gamedesign entpuppt sich als hochrangige Talentschmiede: An der Diplomausstellung sind brillante Arbeiten zu sehen.

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Meisterwerk: Das atmosphärisch brillante Spiel «Far» von Don Schmocker schickt Spieler zusammen mit einer herzigen Figur auf eine visuell packende Reise durch die Wüste. Mit einnehmenden Stop-Motion-Bildern wird das Adventure «Violet - Pale Noise» von Melanie Vetterli erzählt. Das Game packt ebenso durch die Stimmung wie die visuellen Effekte. Im visuellen Feuerwerk «Panakeia» von Martina Hugentobler und Alice Ruppert herrscht steter Sonnenuntergang. Ein sogenannter Segelhirsch und sein parasitärer Begleiter müssen die Insel und ihre Bewohner dennoch vor einer Seuche befreien. Grafisch ans Kultspiel «The Journey» erinnert die Bachelorarbeit «This World Ends» von Benjamin Poole und Laura Reber. Je nach Betrachtungswinkel im Spiel enthüllen sich unterschiedliche Dinge. Ein Panda frisst das letzte Bambusstück hinter dem Rücken seiner Freundin. Diese explodiert vor Wut und wird dadurch aus der Erdumlaufbahn ins Weltall katapultiert. Worauf sie der Panda retten muss. Das schräge «Panda Lost in Space» von Goran Saric. Simpel und komplex in einem: In der Masterarbeit «Crappy Cars» von Philipp Küderli, einem Multiplayer-Racinggame, das über Smartphone gespielt wird, steckt einige Programmierkunst. Auge und Hand: Die Masterarbeit «Lazarus Effect» von Denis Cliofas verstärkt die Immersion in ein Game mittels Verwendung der VR-Brille Oculus Rift sowie bewegungsbasierten Kontrollern zur Simulation der Hände. Spekulanten im Visier: Im Kampf- und Wettspiel «Black Monday» setzen Spieler Wetten auf sich oder ihre Mitstreiter und manipulieren das Resultat zu ihren Gunsten.

Zum Thema
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Seit über zehn Jahren werden an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Gamedesigner ausgebildet. Was aus der Talentschmiede hervorgeht, kann sich sehen lassen. Mittlerweile sind eine Reihe herausragender Designer und Designerinnen daraus hervorgegangen, die sich in der Gamewelt einen Namen gemacht haben oder bald machen werden, unter vielen anderen beispielsweise Mario von Rickenbach («Krautscape», «plug’n’play»), Daniel Lutz («Hitman: Go»), Jeremy Spillmann («First Strike»), Philomena Schwab («Niche»), Robin Bornschein («Tower Offense») und Thomas Frey («Landwirtschafts-Simulator»).

Die diesjährige Diplomausstellung der ZHdK im Toni Areal zeigt das Potenzial, das hier geschaffen wird, auf besonders eindrucksvolle Weise. Unter den gezeigten Bachelorarbeiten befinden sich Perlen wie «Far» des äusserst talentierten Don Schmocker, der bereits mit dem Game «Dur» für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Ein grafisches Stop-Motion-Meisterwerk ist «Violet – Pale Noise» von Melanie Vetterli. Ein visuelles Feuerwerk bietet auch das Actiongame «Panakeia» der Designerinnen Alice Ruppert und Martina Hugentobler. Und witziges Storytelling kommt von Goran Saric mit «Panda Lost in Space».

Der Toni-Effekt

Eine technische Hochleistung kann in der Masterarbeit «Crappy Cars» von Philipp Küderli bestaunt und vor allem gespielt werden: Das simple aussehende Racinggame wird von Spielern auf ihren eigenen Smartphones gespielt. Dazu loggen sie sich einfach ins extra eingerichtete Wi-Fi ein, wählen eine bestimmte Website und schon sind sie mitten im Rennen. Ebenfalls zu beeindrucken vermag die Masterarbeit «Lazarus Effect» von Denis Cliofas: Sie kombiniert die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift mit einer Steuerung, die wie die eigenen Hände funktioniert.

Erstmals findet die Diplomausstellung im Toni Areal statt, etwas versteckt im fünften Stock. «Der Umzug ins Toni Areal hat den Studierenden der Studienvertiefung Game Design gut getan», sagt Maike Thies, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Game Design. Die Studierenden der einzelnen Semester hätten viel mehr Kontakt untereinander. Der Austausch inspiriere und fördere die fachübergreifende Zusammenarbeit, so Thies.

Grosse Zeiten

Fazit: Zur Gilde der Schweizer Gamedesigner stossen mit den gelungenen Abschlüssen einige talentierte Köpfe, die in Zukunft wohl von sich reden machen. Zusammen mit der Gründung des «Game Technology Centers» der ETH, den Förderprogrammen der Pro Helvetia und dem politischen Willen, die einheimische Gameindustrie verstärkt zu fördern, stehen dem hiesigen Videospieldesign bedeutsame Zeiten bevor.

Die Diplomausstellung der ZHdK im Toni Areal dauert noch bis am 13. Juni 2015. In der Bildstrecke sehen Sie die besten diesjährigen Abschlussarbeiten des Gamedesign-Studiums an der ZHdK.

Gametrailer «Far»

Gametrailer «Panakeia»

Gameplay «Panda Lost in Space»

Gametrailer «This World Ends»

Gametrailer «Black Monday»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • IT am 05.06.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Games

    werden das Verständnis für die Realität komplett verändern. Content und Interaktion sind die Zukunft. TV hat bald ausgesorgt.

  • !@nErd*' am 06.06.2015 03:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DerbTitel

    Nein Hans, nein. Schiessereien kommen auch nicht von übermässigem Energy Drink trinken! Lass Entwickler frei programmieren, gute Games!

  • Mike am 06.06.2015 03:00 Report Diesen Beitrag melden

    Überzeugt mich nicht wirklich

    Interessanter Artikel aber ich finde die Resultate verglichen mit Abschlussarbeiten an amerikanischen Design Instituten eher mager. Klar steckt viel Arbeit dahinter aber mit den aktuell erhältlichen Games und Technologien würde niemand nur einen Stutz für so ein Game locker machen. An Top Games (AAA Titel) arbeiten natürlich auch riesige Teams. Dabei gibt es viele verschiedene Jobs wie Concept Artist, 3D Modeler, Texturing Artist, Matte Painter, Engine Developer, etc. Generalisten-Wissen ist da nicht gefragt. Hoffentlich werden die dazu benötigten Skills an den Schweizer Schulen vermittelt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yanick F. am 06.06.2015 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    games

    dise games sind ja alle schön und gut trotzdem finde ich die games von den grossen firmen besser z.B. der landwirtschaftssimulatorvon giants .

  • Tony Berger am 06.06.2015 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    bestenfalls free-to-play

    Leider alles bestenfalls free-to-play-Games für Smartphones. Kein A-Titel dabei, von AAA so weit weg wie Schwamendingen von Proxima Centauri. Solche Games gibt's wöchentlich hunderte in den App Stores. Eine etwas ausgefallene Grafik mit dünnster Gamemechanik lockt keine potentiellen Gamer mehr an.

    • Reto Widmer am 06.06.2015 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Hier gehts nicht um A's.

      Du weisst hoffentlich, dass die Studenten nur ein Semester für ihr BA Projekt haben und diese in maximal einem Zweier-Team gemacht wird? Bei den Arbeiten gehts nicht drum einen Triple-A Titel zu machen, sondern sein Skillset voll einzusetzen.

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  • !@nErd*' am 06.06.2015 03:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DerbTitel

    Nein Hans, nein. Schiessereien kommen auch nicht von übermässigem Energy Drink trinken! Lass Entwickler frei programmieren, gute Games!

  • Mike am 06.06.2015 03:00 Report Diesen Beitrag melden

    Überzeugt mich nicht wirklich

    Interessanter Artikel aber ich finde die Resultate verglichen mit Abschlussarbeiten an amerikanischen Design Instituten eher mager. Klar steckt viel Arbeit dahinter aber mit den aktuell erhältlichen Games und Technologien würde niemand nur einen Stutz für so ein Game locker machen. An Top Games (AAA Titel) arbeiten natürlich auch riesige Teams. Dabei gibt es viele verschiedene Jobs wie Concept Artist, 3D Modeler, Texturing Artist, Matte Painter, Engine Developer, etc. Generalisten-Wissen ist da nicht gefragt. Hoffentlich werden die dazu benötigten Skills an den Schweizer Schulen vermittelt.

    • Ehemalige Absolventin am 06.06.2015 06:26 Report Diesen Beitrag melden

      Erwartungen?

      An der ZHdK haben die Studenten 3 Monate Zeit für die Bachelorarbeit. Das beinhaltet nebst der gesamten Entwicklung des Spiels (Konzept, interaction Design, Charakter Design, Level Design, Sound Design, Musik, Programmierung und Testing) auch die Schriftliche Dokumentation der Arbeit, sowie das Vorbereiten der Ausstellung. Für eine einzige Person all diese Aufgaben in drei Monat zu schaffen, arbeitet man mehr als 8h pro Tag, 5 Tage die Woche. Die Entwicklungen von AAA-Titeln dauert bei viel grösseren Teams meist über Jahre. Und dennoch geben Leute Geld für Bachelorprojekte aus. ;)

    • Kwisso am 06.06.2015 07:23 Report Diesen Beitrag melden

      Man dürfte schon was erwarten

      Die Spiele überzeugen halt wirklich nicht, es fehlt einfach an den zündenden Ideen, mehr als nett sind Schweizer Games im Moment halt kaum. So weit ich annehme ist der Farming Simulator die aktuell erfolgreichste Schweizer Produktion =)

    • Supporter am 06.06.2015 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      Grosses Lob an die Studenten

      Leute, das sind Abschlussarbeiten von Studenten! Ein Game zu entwickeln ist unglaublich aufwändig und bezieht sehr viele verschiedene Bereiche mit ein. Das ein einzelner Student in drei Monaten so ein Produkt schafft, ist eine gewaltige Leistung! Die haben sich den Hintern wund gearbeitet! Ich habe verschiedenste Game Schulen auf der ganzen Welt besucht und glaubt mir, die Zürcher sind sehr weit vorne mit dabei. Seid mal ein bisschen stolz auf den tollen Nachwuchs :)

    • EinerDersWeiss am 06.06.2015 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      Naja Mike

      Naja Mike, Du musst es ja wissen. Darum könntest Du uns ja sagen, welche Games von Ami-Instituten besser sind. Ich kenne nämlich keine. Sie bewegen sich im selben Rahmen der Spiele, die man seit Jahren an der ZHdK bewundern kann. Der Vergleich mit AAA ist auch Schwachsinn, damit wollen oder können Kleinproduktionen nicht konkurrieren. Ausserdem machen Leute sehr wohl Geld für solche Spiele locker. Schau mal Steam Early Access an. Die dort angebotenen Spiele sind meist weit unter dem Niveau der hier gezeigten Produktionen.

    • Supporter2 am 06.06.2015 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin stolz auf euch!

      Da kann ich dir voll und ganz zustimmen. Ich spiele seit Jahren fast nur noch Indie Games, weil mir die grossen AAA Spiele einfach zu langweilig wurden. Bei den Early Access ist das Game Play manchmal auch noch dünn, aber haben Potential, nach Fertigstellung sind sie oft zehn mal innovativer und spannender zu spielen als viele grosse Titel. So sollte man auch die Studentenprojekte anschauen, sowas in 3 Monaten zu leisten ist der Hammer, man stelle sich vor was dabei rauskommt, wenn schon nur eine Handvoll mehr Leute hat und etwas mehr Zeit...chapeau von meiner Seite!

    • USC am 06.06.2015 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EinerDersWeiss

      Echt jetzt, kannst gerne bei uns an der USC vorbeikommen. Mal schauen ob du dann immer noch gleicher Meinung bist. Sorry, aber wen ich mir die arbeiten der ZHdK so anschaue kann ich nur schmunzeln. Da seit ihr Jahre hintendrein. Wer wirklich Interesse an Game Development hat geht an die USC in LA.

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  • Pesche Klett am 06.06.2015 02:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube..

    Games erfinden die Welt neu und testen Konzepte von Augmented Reality, Informationsdesign, Motivationsforschung und architektonischer Zukunft. Alles andere ist ein netter Nebeneffekt.

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