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Spiele-Heftli im Test
14. Dezember 2011 21:26; Akt: 14.12.2011 23:18 Print
Der langsame Tod der Game-Magazine
von Jan Graber - Die einst beliebten Zeitschriften für Gamer verkaufen sich immer schlechter. Einer der Gründe: Die meisten Hefte schreiben seit Jahren am Publikum vorbei. Eine Bestandsaufnahme.
Eigentlich müsste die Welt rosig aussehen – zumindest diejenige der Videospiel-Magazine: Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit mit Games, das Interesse an Berichten über die Pixeluniversen wächst. Die Verkaufszahlen der Magezine sollten abheben wie Super Mario mit seinem Deltasegler im neusten «Mario Kart 7». Doch das Gegenteil ist der Fall, die Branche verliert ständig Leser.
Bildstrecken Gameratgeber: Action-AdventureGameratgeber: Jump'n'RunGame oder interaktiver Film? Jan Graber…… verschob die ersten Gamepixel mit «Space Invaders», «Leisure Suit Larry» sowie «King’s Quest» und entdeckte mit «System Shock» und «Rebel Assault» sein Flair für Actiongames. Heute gibt er sich am liebsten mit Krachern wie «Crysis», intelligentem Futter im Stil von «Fahrenheit und Gummischreddern à la «Forza Motorsport» ab. Derzeit vergnügt er sich mit «Battlefield 3» und «Skyrim». Game-Channel
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Das Netz ist schneller
In den letzten Jahren sind die Verkaufszahlen der Game-Zeitschriften so zuverlässig eingebrochen wie die Treppen unter Nathan Drakes Füssen im Spiel «Uncharted». In den letzten zehn Jahren sind die Auflagen um rund 40 Prozent gesunken. Woran liegts?
«Zu viele Magazine, die über dasselbe schreiben», konstatiert Moses Grohé, Chefredakteur des Spielmagazins GEE. Und fährt fort: «Das was viele Magazine bieten – Previews , Zahlen, Test, Wertungen – findet man heute viel schneller und aktueller im Netz.»
Ein Blick in die neusten Ausgaben der wichtigsten Magazine bestätigt Grohés Ansicht: Fast ausschliesslich Vorschauen und Tests gespickt mit Zahlen füllen die Spalten von Magazinen wie «GameStar», «GamePro», «M!Games» und Co.
Zur wichtigsten Zielgruppe werden offensichtlich Hardcore-Gamer gezählt. Oder wie der ehemalige stellvertretender Chefredakteur von «GameStar», Christian Schmidt, in einem Spiegel-Artikel süffisant schrieb: «28 Jahre nachdem sie mit den Happy-Computer-Zeitschriften ernsthaft begann, ist die deutsche Spielekritik in einem traurigen Zustand, nämlich im Grossen und Ganzen im gleichen wie vor 28 Jahren.»
«Ein Kniefall von dem Hardcore-Gamer»
Die Inhalte wurden den Gelegenheitsspielern und den Menschen, die im Medium vor allem gute Unterhaltung sehen, nicht angepasst. Da viele der ursprünglichen Leser den Hardcore-Schuhen entwachsen sind, fallen sie als Konsumenten weg. Schmidt im selben Artikel: «Als Computerspiele noch eine Domäne von Hobbyisten waren - über viele Systeme zersplittert, experimentierfreudig und häufig von mieser Qualität - leistete die junge Spielkritik mit ihren einordnenden Empfehlungen einen wertvollen Dienst.»
Heute interessieren sich aber nur noch die am härtest gesottenen Hardcore-Spieler für Framerates und Texturen; Begriffe, ohne die ein «ernsthafter» Game-Journalist indessen nicht auszukommen scheint. Christian Schmidt: «Es ist ein Kniefall vor dem Hardcore-Gamer, der Laientum wittert, wenn im Test nicht erwähnt wird, dass die Gegner bei Beschuss mit Glock-Pistolen manchmal nach links umfallen statt nach rechts.»
Selbsternannte Journalisten-Koryphäen
Für seine Kritik wurde Schmidt umgehend des Verrats bezichtigt. Die Gilde beschützt sich damit vor allem selbst: Analog zu anderen Fachthemen wie Auto, Wein oder Kunst ist auch die Welt des Game-Journalismus besetzt von selbsternannten Koryphäen, die ihre Existenzberechtigung einzig aus ihrem hochspezialisierten Fachwissen beziehen. Was zählt, ist nicht das Interesse der Leser, sondern das Demonstrieren der eigenen Fähigkeiten. Das Resultat: Schwindendes Interesse, schwindende Verkäufe.
Nur wenige Marken wagen es, das Muster zu durchbrechen. Eine der wenigen deutschsprachigen Ausnahmen bildet das Heft GEE, eine Game-Magazin, in dem immer auch ungewöhnliche Themen Platz finden und das sich durch ein unaufgeregtes, stilvolles Design vom Rest abhebt. Ausgerechnet GEE aber hat entschieden, sich aus dem Printgeschäft weitgehend zurückzuziehen und vor allem aufs iPad zu setzen: Monatlich erscheint «GEE Display» als iPad-App. Ganz auf den Print wird nicht verzichtet: «Die Printversion ist als Best-of von je zwei bis drei iPad Ausgaben zu sehen», sagt Chefredakteur Moses Grohlé.
Mehr Kurzfutter
Die Zukunft des Game-Journalismus sieht Grohlé einerseits im Kurzfutter: «Es wird sich in die Richtung von kurzen Buch- und Filmrezensionen entwickeln, die einfach zu konsumieren sind und nur kurze Kaufempfehlungen abgeben.»
Als neue Magazine könne er sich höchstens solche vorstellen, die, ähnlich wie GEE, Nischen abdecken. Ganz verschwinden würden die Fachzeitschriften mit ausführlichen Gametests dennoch nicht. Aber: «Es werden mit Sicherheit noch einige der aktuellen Magazine eingehen.»
20 Minuten Online hat einige deutschsprachige Game-Magazine in der obenstehenden Bildstrecke einem Check unterzogen. Welches Heft ist Ihr Favorit? Und welche Themen wünschen Sie sich im Game Channel von 20 Minuten Online?
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Alle 55 Kommentare



















































Zu teuer
Ich kaufe auch keine Hefte mehr. Die Preispolitik welche in der Schweiz betrieben wird, ist einfach nur eine frechheit. Ausserdem kann ich im Internet gleichwertige Infos bekommen ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Wenn eine Zeitschrift in D 5 kostet, wird in der CH gerne mal 12.-- bis 15.-- sFr. verlangt. Mir ist auch klar dass hier noch Transportkosten und sonstige Logistik zum Kaufpreis dazu kommt, aber trozdem finde ich das überteuert. Ausserdem sind die Konsumenten der Gamezeitschriften keine Grossverdiener und werden daher auch zweimal überlegen so viel Geld aus zu geben.
Wenig Ahnung von vielem....
Ob der Einstufungen kann man nur lachen. Natürlich braucht's für "Pausenfüller" wie AngryBirds und ähnliches keine professionellen Tests und Vergleiche, genauso wenig wie es für selbst ins Netz gestellte YouTube-Filmchen eine Filmkritik braucht. Obwohl Gamestar vor Fehlern auch nicht gefeit ist, bringt das Magazin immer wieder Artikel zu Themen und Spielen, die im unverbindlichen Mainstream des ansonsten vorherrschenden Beliebigkeitsjournalismus (..."das muss jeder für sich entscheiden"....) untergehen. Immer wieder lustig, solche Werbetexte...
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genau deine Meinung!
Befangen
Gott sei Dank gibt es Hefte wie PCG Hardware, Gee, Edge etc. Gamestar war noch nie gut. Offensichtlich war vor allem bei der deutschen Presse dass sie für deutsche Entwicklungen immer befangen waren. Ghotic 3 war so verbugt und schlecht, und dennoch schaffte es Gamestar und Co nicht das Spiel zurecht zu zerreissen. Einfach weil es auf deutschen Landen stammte. Benotungen von Spielen, etwas emotionalem und individuellem wie Spielerfahrung kann man nicht benoten, sind so 90er Stil.
Etwas gar einseitige Kritik...
Das mit Gothic 3 ist teilweise korrekt, deswegen dem meistverkauften Games-Magazin "GameStar" zu unterstellen, es sei "...noch nie gut..." gewesen ist hingegen völlig unsachlich. Würden gleiche Massstäbe bei allen anderen Magazinen - inkl. Online - angewandt, würde wohl keines über das Urteil "katastrophal" hinauskommen. Im übrigen sind Gothic und andere "verbuggte" Spiele - auch aus deutschen Landen - im kritisierten Magazin sehr scharf kritisiert worden. Die "Vorschau" dagegen war wohl etwas zu euphorisch. Aber eben, an diesem Umstand gleich alles aufhängen zu wollen, ist etwas einseitig.