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12. Januar 2012 10:49; Akt: 12.01.2012 17:13 Print
Die Stadt Zürich wird Game-Level
von Jan Graber - Das Augmented Reality Game «Der Polder» will die Stadt Zürich in eine Adventure-Spielwiese mit heimlichen und unheimlichen Orten verwandeln - und die Gamer so vom Bildschirm weglocken.

Tausendsassa: Samuel Schwarz ist Mitbegründer der Künstlergruppe 400asa. Mit dem Augmented Reality Game «Der Polder» wollen sie die Stadt Zürich in einen begehbaren Gamelevel verwandeln. Mit politischem Hintergrund. (Bild: Jan Graber)
Eine IT-Firma namens Neuroo lässt sich in Zürich nieder. Das mysteriöse Unternehmen ist bekannt für seine Gameentwicklungen und hat eine brandneue Technologie erfunden, die direkt aufs neurologische Gewebe der Spieler zugreift. Das Game katapultiert Spieler in eine virtuelle Welt, die sich von der Realität nicht mehr unterscheiden lässt. Das reale Zürich verwandelt sich in einen märchenhaften Raum voller fantastischer Wesen. Der Traum jedes Gamers wird wahr: selbst Teil des Spiels zu werden.
Gamezentrale: Die Galerie Perla-Mode an der Zürcher Langstrasse dient dem Künstlerkollektive 400asa als Hauptquartier für die Entwicklung des Augmented Reality Games «Der Polder».
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GPS-App mit Augmented Reality
Samuel Schwarz und 400asa
Der 40-jährige Samuel Schwarz ist Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Mitbegründer der Künstlergruppe 400asa. Nach einer Ausbildung an der Schauspielakademie Zürich arbeitete er an diversen Theatern in der Regie bevor er 1999 zusammen mit Partnern das Kollektiv 400asa gründete. Weithin bekannt wurde 400asa mit dem Stück «Willhelm Tell», das am Stadttheater St. Gallen aufgeführt wurde und für Empörung sorgte, weil Tell in Gestalt des Amokläufers von Zug, Friedrich Leibacher, auftrat. Ebenfalls für Diskussionen sorgte «B. – ein Stück über Sport und Behinderung». Zuletzt gearbeitet hat Schwarz am Kinofilm «Mary & Johnny» der an den Filmfestival Zürich im September 2011 Premiere feierte.
Für «Der Polder» und weitere Produktionen hat 400asa sein Camp in der Galerie Perla-Mode an der Zürcher Langstrasse aufgeschlagen und dazu das Format stadttheater.tv gegründet.
www.stadttheater.tv Mitarbeit an «Der Polder»
Das Augmented Reality Game lebt nicht nur von den Ideen von 400asa und der technischen Umsetzung durch die Gamedesigner Millform, sondern auch von Interessierten, die an der Entwicklung der Geschichte und der Figuren mithelfen wollen. Bewerben können sie sich vom 23. bis 31. Januar direkt vor Ort: Perla-Mode, Langstrasse 84/Brauerstrasse 37, Zürich oder via E-Mail über stadttheater.tv@gmail.com
Doch die Technologie macht süchtig: Sie weckt den Glauben an einen real existierenden mystischen Ort - in diesem Fall eine kleine Hütte am Stadtrand Zürichs. Die Hütte wird zum Ort des Widerstands gegen die Bürokratie, ein romantischer Platz der heilen Natur und des freien Denkens – ein mythisches Shangri-La. Kurz, die Hütte ist ein «Polder»: ein magischer Ort wie Oz oder das Auenland – oder ein Sehnsuchtsort.
Zürich zwischen Realität und Fantasie
Die Hütte an Zürichs Stadtrand existiert tatsächlich. Der Rest der Geschichte ist erfunden, entsprungen aus der Feder von 400asa, einer siebenköpfigen Künstlergruppe um den Regisseur, Produzenten und Drehbuchautoren Samuel Schwarz. Die Geschichte liefert den Hintergrund für das Augmented Reality Game «Der Polder», das derzeit in Zusammenarbeit von 400asa mit den Zürcher Gamedesignern der Millform AG (Gbanga) entwickelt wird und Zürich ab Ende 2012 in einen realen Gamelevel verwandeln soll.
Ebenso wie sich in der fiktiven Geschichte Realität und Spiel vermischen, soll dies auch in Wirklichkeit geschehen. Spieler, die mitspielen wollen, laden sich ein kleines GPS-fähiges Programm auf ihr Smartphone. Je nach Ort, an dem sie sich aufhalten, hören sie akustische Informationen, Musik oder Anweisungen. Die Spieler werden so schrittweise durch die Stadt geführt, lösen Rätsel, entdecken verborgene Orte, die mit einer realen oder erfundenen Geschichte verknüpft sind und treffen auf echte Menschen sowie mysteriöse Fantasiegestalten. Alle Plätze und Figuren stehen auf irgendeine Weise in Beziehung zu der zwielichtigen IT-Firma Neuroo.
Spielend lernen
Das Stück soll jedoch nicht zum reinen Vergnügen des Spielers entstehen: «Gamen führt vielfach zu einer Vereinzelung, denn Spieler sitzen alleine am Bildschirm und geben die öffentlichen Räume preis», sagt Schwarz. Der Raum würde in der Folge von Grosskonzernen in Beschlag genommen. Mit «Der Polder» sollen diese Räume auf spielerische und sinnliche Weise zurückerobert werden. Gamer sollen, anders gesagt, weg vom Bildschirm hinaus in die Realität gelockt werden – ohne dabei das Spielen aufgeben zu müssen.
Es gehe aber auch um die Entwicklung von Medienkompetenz, sagt Schwarz. Hochtechnologie soll mit dem Archaischen der sinnlichen Erfahrungen vermengt werden. Oder in Schwarz' Worten: «Wir sind auf der Suche nach dem Erlebniskern der IT und wollen die Sinne für das Relevante in der digitalen Technologie schärfen.»
Schwarz zieht denn auch Analogien zu Kulturhistorikern und Philosophen. Wie zum Beispiel dem Niederländer Johan Huizinga, dessen Werk «Homo Ludens» die Wichtigkeit des Spieltriebs für die Entwicklung unserer Zivilisation herausstreicht. Auf reiner Theorie basiert das Stück indessen nicht: Als zusätzliche Vorbilder dienten die dunklen Geschichten von H.P. Lovecraft sowie das Online-Rollenspiel «World of Warcraft» und das Adventurespiel «Grand Theft Auto».
Noch steht der Verlauf des Spiels nicht restlos fest. Schwarz und die Macher des Games suchen deshalb Interessierte, die am Spiel mitarbeiten wollen. «Wir suchen Ideensammler, Co-Autoren, reale Exponenten der Stadt, aber auch Statisten, die in die Rolle von Rittern, Superhelden und Detektiven schlüpfen», sagt Schwarz. Bewerben könnten sich alle, die eine Affinität zum Spielen haben.
Nach einer ersten Testphase im Herbst 2012 soll das vollständige Reality Game «Der Polder» 2013 beginnen. Während es zunächst die Kreise 4 und 5 umfasst, soll es bald an den Stadtrand und später darüber hinaus wachsen.
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Alle 11 Kommentare



















































Geocaching hat das schon
Naja, ganz neu hört es sich nicht an. Kling wie eine weiterentwickling der Wherigo - eine 'spielerische' Form von Geocaching. :-)
lieber zuhause
tönt intressant aber der richtige gamer geniesst es zuhause im dunkeln auf seinem stuhl/couch/bett zu spielen. die chancen, dass man dann trozdem wieder in die reale welt geht sind eher klein. vieleicht wird die junge generation das aufnehmen oder neue gamer wie z.b. frauen, wobei ich da wieder glaube das es zu viel zeit braucht und frauen spielen vorallem facebook spiele gerade deswegen weil sie nicht viel zeit brauchen bzw. während der arbeitszeit gespielt werden können. ich freue mich aber jetzt auf gemütliche stunden swtor in der wärme und hätte keine lust nach draussen zu gehen.
Öhm...
"und hat eine brandneue Technologie erfunden" - Also mein Gameboy 3DS kann schon lange augmented Reality. Und das in 3D...