Profi-Gamen

06. April 2017 07:33; Akt: 06.04.2017 07:33 Print

Eine neue Heimat für Schweizer E-Sportler

von Jan Graber - Im Profi-Gamen steckt eine Menge Geld. Ein Team will den Markt zurück in die Schweiz holen und den hiesigen E-Sport fördern.

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Vor wenigen Jahren noch herrschte in der Schweiz Dürre, was professionelles Gamen betraf: Profigamer, die mit E-Sport ihr Leben verdienen wollten, mussten ihr Brötchen im Ausland – zuvorderst bei deutschen Ligen – verdienen. In den letzten beiden Jahren ist auch Bewegung in die einheimische E-Sportszene gekommen. Ambitionierte Verbände haben sich gebildet, es fanden vermehrt Turniere mit Preisen statt. Selbst Fussballclubs wie der FC Sankt Gallen und der FC Basel sowie Unternehmen wie UPC engagieren sich für E-Sport.

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Der Grund: Auf dem Spielfeld der Profigames liegt viel Geld. Dieses aber wird – was die Schweiz betrifft – derzeit vor allem von deutschen Verbänden wie der Electronic Sports League (ESL) verdient. In der ESL sind über fünf Millionen Spieler mit über einer Million Teams organisiert; sie ist sozusagen die Fifa des E-Sports. Auch Schweizer Profigamer, die an wichtigen Turnieren mit hohen Preisgeldern teilnehmen wollen, schliessen sich in der Regel der ESL an. Zwischen 10'000 und 20'000 ESL-Nutzer sollen aus der Schweiz stammen.

Zweistelliger Millionenbetrag

Diese Zahl nennt der ehemalige Devisenhändler und IT-Berater Dean Lamberti. Er ist Mitbegründer und CEO von The Head of Games. Zusammen mit einem achtköpfigen Team hat er die gleichnamige Plattform mit dem Zweck aufgebaut, Schweizer E-Sportlern eine Förder-, Turnier- und Vernetzungs-Plattform zu bieten. Finanziert hat Lamberti die Plattform mit eigenen Mitteln. The Head of Games will den einheimischen E-Sport fördern, aber auch das Geld, das sonst nach Deutschland fliesst, im eigenen Land behalten. «In der Schweiz sollten heute schon 2,5 Millionen Franken Umsatz generiert werden», sagt Lamberti und ergänzt: «Bis 2020 rechnen wir mit einem Umsatz im zweistelligen Millionenbereich.»

Damit der Umsatz in der Schweiz generiert werden kann, müssen sich aber einheimische E-Sportler auf einer hiesigen Plattform organisieren können, wo sie sich vernetzen, auf eigenen Servern gegeneinander spielen und trainieren und so ihre Skills für internationale Turniere schärfen. The Head of Games organisiert dazu lokale Turniere mit Preisen für die Sieger. Diese bestehen aus Sach- und Geldpreisen, abhängig von Sponsoren und Investoren sollen diese auch grösser ausfallen. Das Team will zudem aktiv Talente fördern und sie an Profi-Clans vermitteln; dazu beobachten sie laufend die Spielresultate und Rankings.

«Offensichtliches Bedürfnis auf dem Markt»

Obwohl The Head of Games ohne viel Aufheben an den Start gegangen ist, haben sich bereits über 200 Gamer auf der Plattform eingeschrieben. «Es besteht ein offensichtliches Bedürfnis auf dem Markt», sagt Lamberti, der nicht ganz uneigennützig ist: «Ich will möglichst viele Racing-Gamefans kennen lernen, um mich selbst mit ihnen zu messen», sagt er. Für Schweizer Gamer seien die Einstiegshürden bisher generell sehr hoch gewesen, sich im Profibereich zu messen war schwierig. Mit dem Senken der Hürden hofft The Head of Games, dass einheimische E-Sportler neu ihre Spielheimat zu Hause in der Schweiz finden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BloomberJunior am 06.04.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Finde ich super, dass dir kleine Schweiz auch etwas moderner wird. :)

  • EGamer am 06.04.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich super!!

    Finde ich super, dass der E-Sport nun auch in die Schweiz kommt! Kann man sich da anmelden?

  • bini Spieler am 06.04.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    mal eine coole Truppe die die schweizer E-Sportler förderet! Weiter so!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • vect9r am 18.04.2017 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    An sich ist die Idee von HoG gut,..

    jedoch sehe ich derzeit ein grosses Problem, welches sich eigentlich exakt gegen ihren Plan entwickelt: Wir haben derzeit 2 relativ neue Vereinigungen, welche genau den Bereich von HoG schon abdecken. Zum einen ist dies SAEG, welche sich für die Professionalisierung des Schweizer eSports einsetzt und schon an einigen grossen Projekten beteiligt ist (in engster Zusammenarbeit mit dem Dachverband der professionelleren schweizter Teams ond Organisationen, SESF) und zum anderen gibt es Prefire (Nationale Liga mit grossen Sponsoren). Zu viele Köche sind gefährlich...

  • Flu am 10.04.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Ein verspäteter Aprilscherz. Sehr lustig.. Kann mir jemand ein Event sagen das sie gehostet haben?

  • E-Sportlichkeit am 07.04.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schwer in der Schweiz...

    ...denn die Lebenserhaltungskosten sind viel höher, hier können weniger erfolgreiche oder solche die gerade erst einsteigen wollen nicht von den Preisgeldern leben. Somit gibt es auch kaum jemanden der sich da reinhängt und Zeit investiert gut zu werden, deshalb wird die Schweiz NIE wichtig für E-Sports sein.

    • Caspar am 07.04.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      ... nein ist es nicht...

      Seoul Korea, Singapur,Hong Kong sind auch sehr günstig und doch Trainieren und verdienen E-sportler dort ihr Geld.

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  • gamez am 06.04.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mein ja nur

    Wenn man tatsächlich gut werden will im internationalen Vergleich ist wohl das Hinderlichste, was man tun kann, sich im Wettkampf auf ein winziges Land zu beschränken.

    • Kein Fan von P.H am 06.04.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      ganz anderer Meinug

      Au contraire mon amis... du musst zuerst in einer regionalen Meisterschaft kämpfen, bevor du nur an die Champions League denken darfst.. Träumen scho, unbedingt, aber es ist harte Arbeit nach oben... und alle müssen klein anfangen. Ich sehe die Chancen hier

    • Tayir Agan am 06.04.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein Fan von P.H

      sehr gut geschrieben! :)

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  • MikeyS. am 06.04.2017 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the future

    Anhand der Kommentare könnte man Rückschlüsse auf das alter der verfasser ziehen. Der E-Sport war vor 10 Jahren mit Lanforce, Mysterylan oder vielen weiteren Events in der Schweiz schon sehr etabliert. Gamebase oder danach gamersNet haben dies gefördert und es gab etliche tolle E-Sports Teams die auch international erfolge feierten. Es wäre schön wenn wir dieses Level wieder erreichen oder sogar übertrumpfen. Ich wünsche dieser neuen Plattform viel Erfolg und hoffe, dass sie Ihre Millionenbeträge erhalten werden ;)

    • Tayir Agan am 06.04.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Danke dir vom ganzen Herzen

      Ich danke dir für diesen liebevollen und informativen Kommentar!! Wir werden unser Bestes geben!

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