Mit Hamsterrad

24. Mai 2016 20:55; Akt: 24.05.2016 20:55 Print

Grundeinkommens-Spiel erklärt Pro und Kontra

Sebastian Imbach hat ein unparteiisches Spiel zur Abstimmung vom 5. Juni lanciert. Warum er trotzdem gern «Counterstrike» spielt, erklärt er im Interview.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Herr Imbach, wie sind Sie auf die Idee gekommen, politische Games zu entwickeln?
Ursprünglich war das eine Idee von Benjamin Lemcke, der mit mir und Christian Enzler OpinionGames gegründet hat. Es war meines Wissens eine Masterarbeit von ihm, mit der er einen Förderpreis gewonnen hat. Dabei hat sich der Gedanke konkretisiert, dass Spiele komplexe politische Inhalte einfach darstellen können – und dass das eine Business-Idee ist.

Umfrage
Was halten Sie von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens?
36 %
17 %
23 %
24 %
Insgesamt 76654 Teilnehmer

Gab es ein Vorbild? Die SVP nutzt Browser-Games schon länger.
Das stimmt, dieses Beispiel war uns natürlich bekannt. Aber wir haben von Anfang an einen eigenen Ansatz verfolgt: Unsere Spiele sind unparteiisch. Unsere Spiele machen keine Propaganda, sondern sie beleuchten beide Seiten.

Ist das nicht eine Illusion? Kann man wirklich unparteiische Spiele programmieren?
Es ist natürlich nicht ganz einfach. Unser Partner Easyvote beispielsweise hat ein ganzes Regelwerk, um als neutrale Institution Staatsgelder zu erhalten. Aber schlussendlich sind wir in etwa so unparteiisch wie beispielsweise die «Arena» – wir zeigen einfach die Argumente beider Seiten. Aber natürlich hat man bei Games schon allein durch die Interaktivität die Möglichkeit, gewisse Argumente stärker oder schwächer zu gewichten.

Könnten Sie die Wähler mit Ihren Spielen manipulieren?
Absolut, das könnten wir. Aber das ist natürlich nicht unser Ziel: Wir wollen Argumenten beider Seiten eine Plattform geben. Mittelfristig wollen wir mit den Initiativ-Komitees zusammenarbeiten, um die jeweiligen Argumente optimal darzustellen.

Das Spiel zur zweiten Gotthardröhre war Ihre Premiere. Welche Reaktionen hatten Sie?
Durchwegs gute. Wir hatten über 7500 Spieler und bekamen gute Feedbacks. Der integrierte Fragebogen wurde gut genutzt, und wir hatten den Eindruck, dass wir viele Leute für das Thema sensibilisiert haben.

Nun haben Sie ein Spiel zum Grundeinkommen lanciert. Inwiefern konnten Sie sich verbessern?
Beim Gotthard-Spiel fiel uns auf, dass viele Leute lieber direkt im Browser spielen, als die App herunterzuladen. Dem haben wir mit einer neuen Engine Rechnung getragen: Das neue Spiel kann direkt auch im Smartphone-Browser gespielt werden.

Beim Grundeinkommens-Spiel muss man beispielsweise im Hamsterrad rennen und hüpfen. Inwiefern hilft das beim Entscheid am 5. Juni?
Wir zeigen die Argumente natürlich jeweils etwas überspitzt. Man muss sehen: Unsere Games sind primär als Einstiegshilfe gedacht. Es geht nicht darum, das gesamte Argumentarium vollständig abzubilden. Dazu haben wir aber beispielsweise ein Video-Streitgespräch beigefügt.

Sie machen nicht zu jedem Thema ein Spiel. Ausgerechnet bei der hochemotionalen Durchsetzungsinitiative haben Sie ausgesetzt. Warum?
Das ist eine gute Frage. Wir wollten uns am Anfang nicht gleich die Finger verbrennen. Bei einem so emotionalen Thema muss man aufpassen, dass man als kleines Start-up nicht gleich unter die Räder kommt. Wobei – wir hätten auch mehr Impact gehabt. Sollten wir entsprechend finanziert werden, wäre es durchaus ein Wunsch, zu jeder Abstimmung ein Spiel anbieten zu können.

Welche Games spielen Sie privat?
Mich interessieren Games quer durchs Beet. Mich fasziniert einfach, wie sie funktionieren. Am regelmässigsten spiele ich «Counterstrike 1.6», das ominöse Killer-Game ...

Politisch überaus korrekt.
Total (lacht). Aber vom Gameplay her ist dieses Spiel einfach grandios. Ich muss auch sagen: Als Gamedesigner käme es mir nie in den Sinn, ein Spiel mit Gewalt zu entwickeln.

(rtl)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philipp Maloney am 24.05.2016 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkt nach!

    Sehr schön gezeigt, wie das Spiel vorbei ist sobald man das Grundeinkommen annimmt ;)

  • Troll am 24.05.2016 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mässig begeistert

    Auf dem Smartphone schlecht bedienbar, oder beide möglichkeiten funktionieren einfach nicht wirklich.

  • Sven am 24.05.2016 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Einstieg

    Recht praktisch wenn man vorher noch nichts über die Abstimmung weisst. Man sollte sich natürlich nicht nur auf diese Informationen verlassen, aber hoffentlich können sich ein paar Leute ein besseres Bild machen und sich dann richtig über die Abstimmung informieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 25.05.2016 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ziel verfehlt

    Anstatt zwei Games zu machen hätte man eins machen sollen bei dem man das Spiel bei beiden Antworten beenden kann. Dafür die Konsequenzen aufzeigen. Bei Annahme weniger materiellen Wohlstad dafür mehr Freizeit. Einsparungen bei Renten respektiveanziegungskraft für Ausländern wurde ebenfalls nicht dargestellt

  • Mario am 25.05.2016 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    verstehe ich jetzt nicht

    Du hast dir alle Mühe gegeben und CHF 1540602.-verdient, bevor dich die Arbeit unweigerlich erdrückt hat. Vielleicht hättest du doch das Grundeinkommen annehmen sollen? WAS? ha ok

    • amüsierter Leser Z am 25.05.2016 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      witzig

      Ah genau, die Arbeit erdrückt einen? Evtl. sollte man dann einen anderen Beruf suchen, der Spass macht. Ohne Arbeit gibt es auch kein Grundeinkommen. Das Spiel ist einfach nur "witzig" ...

    einklappen einklappen
  • Zogger am 25.05.2016 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Game?

    Hmm, sowas als Game zu bezeichnen ist eigentlich eine Beleidugung für alle Games dies sonst so gibt. Und ich meine jetzt vor allem die homemade Flash-Games, die locker 1000 mal besser sind wie dieses " im Hamsterrad rumrennen".

    • richtiger Spieler Z am 25.05.2016 15:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Zogger

      Sehe ich auch so. Als Erstes kam mir da "Little Big Planet" in den Sinn. Dort gibt es auch so ein Rad, massiv schwieriger, aber das dürfte wohl als Vorlage gedient haben. Naja, was soll's, lieber so was "Witziges" machen als sonst irgend etwas sinnloseres... meine Meinung.

    einklappen einklappen
  • Dalmatinac HR am 25.05.2016 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundeinkommen

    Grundeinkommen wird bestimmt abgelehnt werden. Heutiges System ist viel besser als das Grundeinkommen. Bei dem Arbeitsamt bekommt man 70-80% vom Lohn und bei Sozialhilfe wird die Wohnung, Krankenkasse bezahlt und es gibt 150 Franken pro Woche für Verpflegung. Das Spiel macht finde ich eine gute Idee.

  • Naith am 25.05.2016 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reich und Arm

    Ständig wird über die ungleichheit beim der verteilung der Reichtümer gejammert. Wenn aber mal was un dieser richtung passiert sind (fast) alle dagegen. Sind wir alle zu reich?

    • OdinX am 25.05.2016 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Unsinn!

      Das BGE ändert die Verteilung der Reichtümer kaum. Alle die Arbeiten bekommen immer noch gleich viel, zahlen aber mehr MWSt und dem entsprechend würden die Armen ärmer und die Vermögensschere würde sich ausweiten.

    einklappen einklappen
Sudoku
Kreuzwortraetsel
Bubble Shooter