Hemisches Schaffen

27. März 2018 22:01; Akt: 27.03.2018 22:01 Print

Kommen nun Schweizer Blockbuster-Spiele?

von Jan Graber - Der Bundesrat hat in einem Bericht erstmals Games als Kulturgut anerkannt. Was bedeutet das für das einheimische Game-Design?

Diese elf Schweizer Games sorgten weltweit für Aufsehen.
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Die Schweiz ist klein und ebenso klein war lange das Vertrauen, dass Game-Design ein ernst zu nehmender Beruf ist. Wie ein zartes Pflänzchen wurde das einheimische Schaffen zwar von Bundesseite und einigen verwegenen Start-up-Investoren gehegt und gepflegt – doch nur zaghaft begann es, über sich selbst hinauszuwachsen. Mittlerweile aber sorgen die Schweizer Game-Designer für internationale Aufmerksamkeit. Hierzulande ernten sie dagegen noch immer viele hämische Leserkommentare. Die Schweizer Designer sollten endlich mal einen Blockbuster schaffen, so die landläufige Meinung.

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Sollen Schweizer Games stärker gefördert werden?

Das ist aber nur möglich, wenn die Strukturen und Mittel dazu da sind. Dass Schweizer Game-Design eine treibende Wirtschaftskraft werden könnte, wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, ahnte 2015 Alt-Nationalrätin Jaqueline Fehr. Sie gab dem Bundesrat zusammen mit anderen Parlamentarierinnen und Parlamentariern den Auftrag, einen Bericht zum Stand der Game-Industrie in der Schweiz zu erstellen. Dieser ist nun erschienen.

Ein Meilenstein

«Das Ergebnis des Berichts ist für uns eine tolle Überraschung», sagt Matthias Sala, Präsident des Schweizer Game-Entwicklerverbands SGDA. Denn erstmals würden einheimische Games von offizieller Seite als Kulturgut anerkannt. Der Bericht ist für Sala ein Meilenstein. «Vorher war unklar, ob es sich bei Games um ein technologisches, wirtschaftliches oder kulturelles Gut handelt», sagt er. Auch Tobias Kopka, Direktor des Ludicious Game Festival, ist erfreut: «Games werden nun auch von politischer Seite als Kultur- und Wirtschaftsgut mit Förderungswert wahrgenommen. So können Weichen gestellt werden, um Entwickler noch besser zu unterstützen und weltweit sichtbar zu machen.»

Richtigerweise kommt der Bericht zum Schluss, dass die Förderung interdisziplinär erfolgen soll – also dass nicht zwischen künstlerischem und wirtschaftlichem Schaffen unterschieden wird. Die Hoheit wird dennoch dem Bundesamt für Kultur BKA zugeordnet. «Der Bundesrat bestätigt damit, dass Pro Helvetia bisher auf dem richtigen Weg war», sagt Sala, denn die Kulturstiftung hat von Beginn weg den Spagat zwischen Wirtschafts- und Kulturförderung gewagt. Im Bericht wird denn auch festgehalten, dass das Fördersystem der Pro Helvetia langfristig etabliert und weitergeführt werden soll. «Ich wünschte mir aber auch eine Antwort von wirtschaftlicher Seite», sagt Sala.

Massnahmen noch wenig konkret

Ebenfalls stellt der Bericht die Schwierigkeiten klar, mit denen Schweizer Entwickler zu kämpfen haben: dem harten internationalen Markt, dem Marktzugang und fehlenden Strukturen innerhalb der Branche. Die vorgeschlagenen Ziele und Massnahmen sind vorerst aber noch vage: Die Schweizer Produktion quantitativ und qualitativ zu verbessern, die bestehenden Förderprogramme der Pro Helvetia langfristig zu etablieren sowie den Austausch mit den Förderinstitutionen der Kantone, Städte und Stiftungen zu verstärken. Die internationale Promotion soll gestärkt werden und die Berufsverbände gelte es zu unterstützen sowie andere Kulturbereiche wie Film oder Musik zu sensibilisieren, um Synergiepotenzial zu erkennen.

Rücken mit dem Bericht die von Game-Fans verlangten Blockbuster aus einheimischer Produktion in Griffnähe? Natürlich nicht. Doch der Weg dahin ist zumindest schon ein bisschen weniger steinig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • teemobiceps am 27.03.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freut mich :)

    Schön mal was positives zum Thema Gaming zu lesen! Dank E-Sport etc. wird in der Gamingbranchein nächster Zeit noch so einiges gehen.

  • Raupenonkel am 28.03.2018 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blockbuster....

    Also he mal ehrlich, vor 10 Jahren okay aber was erwarten denn bitte die Entwickler im Jahr 2018 mit solchen Spielen? Ich spiele seit gut 25 Jahren alle Bereiche aber das hat doch absolut keine Durchsetzung. Ich kann da leider nichts Revolutionäres erkennen, geschweige denn Blockbuster....

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  • Blerim Blero am 27.03.2018 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auweia!

    Ich sage da: Warum nicht! Ist sicher interessant. Mal schauen was rauskommt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • M. K. am 28.03.2018 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Welche inländischen Game Studios denn bitte sehr? Ist das wieder einer dieser typischen humorvollen Beiträge der EU Freunde? Es gibt gerade mal EIN Unternehmen, welches mir bekannt ist und in der Schweiz entwickelt. Wo wurde bisher gefördert?

  • Adrian Müller am 28.03.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Landwirtschaftssimulator?

    Der Landwirtschaftssimulator ist doch ein deutsches Produkt? Es kann sein, dass Schweizer mitarbeiten, aber dies kommt aus Deutschland

    • Jan Graber am 28.03.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Nope

      Stimmt nicht: Der LS ist von Giants Software, Ur-schweizerische Bude, Sitz in Schlieren. Wird lediglich von einer deutschen Firma vertrieben.

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  • Daniel Bär am 28.03.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transport Fever

    Train Fever / Transport Fever von Urban Games, das beste Game aller Zeiten Wer das nicht hat, verpasst was

  • AberSie am 28.03.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentarsektion

    Generell ist mir aufgefallen, wie pessimistisch die hiesige Kommentarsektion ist. Viele 'Gamer' erwarten nur AAA Titel, aber ich schätze es wenn Gamedesigner mehr Wert auf Gameplay als Grafik setzen. Die wunderschönen Walkingsimulatoren, die es doch so oft, gibt kann ich nicht mehr ernst nehmen.

  • erfahrener Spieler am 28.03.2018 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Einfache Antwort: Nein

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