Gut oder gaga?

28. April 2018 20:20; Akt: 28.04.2018 20:20 Print

Petas Hassliebe mit der Game-Industrie

Die Tierschutzorganisation Peta nimmt mit Vorliebe Videogames ins Visier. Neustes Kapitel: ein nicht gänzlich durchdachter Protest gegen «Far Cry 5».

Im Visier von Peta: «Far Cry 5». (Ubisoft)
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Man kann fast schon die Uhr danach stellen: In schöner Regelmässigkeit knüpft sich die Tierrechtsorganisation Peta Titel aus dem Game-Bereich vor und beschuldigt sie des Missbrauchs von Lebewesen. Der neueste Fall betrifft «Far Cry 5».

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In einer offiziellen Pressemeldung wird das Angeln im Open-World-Spiel kritisiert. Laut Peta werde das Fischen «unethisch und gewaltverherrlichend» dargestellt. Die Tierrechtsorganisation plädiert dafür, keine Videospiele mehr in Deutschland zu vermarkten, die «das Jagen und Töten von Fischen oder anderen Tieren glorifizieren und banalisieren». Hersteller sollten lieber Spiele mit «frei lebenden Tieren» entwickeln.

Qualvoller Todeskampf

Bei der Wortwahl gibt sich Peta wenig zimperlich. So bedeute Angeln, dass Fische «in eine Falle gelockt werden, sie minuten- bis stundenlang Angst und Atemnot sowie einem oft qualvollen Todeskampf ausgesetzt werden, bevor sie erschlagen oder oft noch lebendig aufgeschnitten werden».

Heute wisse man, dass ein Fisch «ein Jemand ist – und kein Etwas». Es sei deshalb ein Armutszeugnis, das Angeln zu bewerben», schreibt Peta in ihrem Protest.

Ubisoft liess sich ein paar Tage Zeit, reagierte dann aber doch: «Far Cry 5» spiele in der «fiktionalen, offenen Welt Hope County, Montana». Diese Erfahrung soll «originalgetreu die atemberaubende Schönheit des echten Montana, seiner Einwohner und natürlich auch seiner Tierwelt wiedergeben», so der Hersteller. In «Far Cry 5» könne man deshalb «jagen, angeln, mit Dynamit um sich werfen oder mit Schaufeln um sich schlagen».

«Wir bei Ubisoft haben grossen Respekt für alle Lebewesen.» Darum biete «Far Cry 5» auch Alternativen zum Jagen und Angeln, so der Hersteller. Dass man beim Open-World-Titel auch Bären, Stinktiere und Schlangen jagen und sogar ihr Fell beziehungsweise ihre Haut verkaufen kann, wurde von Peta übrigens nicht kritisiert.

PR-Gag oder echtes Anliegen?

Tatsächlich wirkt die Peta-Aktion nicht nur wenig konsequent, sondern auch ein wenig durchschaubar. Man weiss, dass man mit Protesten gegen Videogames – in der Vergangenheit waren bereits Titel wie «Assassin’s Creed» oder «Call of Duty» ins Visier geraten – einfache PR in eigener Sache machen kann, ohne jemandem wehzutun. Denn wie zuvor wird auch die Kritik an «Far Cry 5» kaum Folgen haben – weder für das Game noch für die Fische respektive die Wahrnehmung davon, ob Angeln besonders brutal ist oder nicht.

Die Tierrechtsorganisation bewegt sich mit ihrer Kritik denn auch öfter am Rand der Selbstparodie. Etwa als man ein Melkspiel bei «1-2-Switch» kritisierte oder in Zusammenhang mit «Pokémon Go» behauptete, das Game verharmlose das Fangen von Tieren. Bei «Starcraft 2: Heart of the Swarm» forderte man sogar eine sanftere Behandlung der insektoiden Alienrasse Zerg. Immerhin: Beim Indie-Game «Super Meat Boy» zeigte Peta Humor. Man machte sich für vegane Ernährung stark – und produzierte mit «Super Tofu Boy» eine Alternativversion.

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jroh am 29.04.2018 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen und Fische

    Menschen weiterhin in Games töten ist kein Problem? Aber wehe einer geht virtuell fischen!

    einklappen einklappen
  • Just Do It am 28.04.2018 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig irrsinnig

    Man hätte definitiv grössere Probleme auf dieser Welt, als das Fischen in Spielen.

  • Morlem am 29.04.2018 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das heilbar?

    Welches Leiden trebt den Menschen zu solch irrationalem Verhalten?

Die neusten Leser-Kommentare

  • ace ventura am 29.04.2018 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ökofaschisten

    Diese Selbstdarsteller profilieren sich auf Kosten der Tierwelt um sich selber dabei gut fühlen zu können. Wenn ihr Tiere liebt, dann zieht aufs Land!

  • Anne-Marie M. am 29.04.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Peta disqualifiziert sich laufend selbst

    Wie wäre es, wenn ihre Energie in echte Probleme fliessen würde. Und wie wäre es, wenn diese seriös und nicht reisserisch und oft falsch dargestellt rübergebracht würden?

  • Mike am 29.04.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsverlust bei PETA?

    Oh mein Gott; ich hoffe mal das denen von PETA niemand erzählt, dass Wildtiere wie Bären die armen Fische sogar bei lebendigem Leib auffressen. Ohne vorherige Betäubung wohlgemerkt und im sogenannten "Reallife". Denn ich befürchte sonst wird PETA die Erschiessung der bösen, tierquälenden Bären fordern... (Ironie off)

  • Jroh am 29.04.2018 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen und Fische

    Menschen weiterhin in Games töten ist kein Problem? Aber wehe einer geht virtuell fischen!

    • Nurein Spiel am 29.04.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Nur ein Spiel

      Beides sollte kein Problem sein. Schliesslich ist es ein Spiel und es wird sowieso niemand verletzt.

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  • Morlem am 29.04.2018 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das heilbar?

    Welches Leiden trebt den Menschen zu solch irrationalem Verhalten?

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