Game Review

17. August 2017 09:28; Akt: 17.08.2017 09:28 Print

«The Long Dark»: Survival in der gnadenlosen Natur

Der Tod kommt in «The Long Dark» nicht von Monstern, sondern von der Natur. Die ersten beiden Episoden bringen Spieler an ihre Grenzen.

Game-Reviews
«The Long Dark»: Überleben in der erbarmungslosen Natur
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Der Tod kommt in «The Long Dark» nicht von Monstern, sondern von der Natur. Die ersten beiden Episoden bringen Spieler an ihre Grenzen.

Ein Flugzeugabsturz. Pilot Will Mackenzie erwacht in eisiger Kälte mit einem Metallsplitter in der Hand, seine Passagierin ist verschwunden. Wills Kräfte lassen rapide nach: Wenn er nicht umgehend die Wunde versorgt und für Wärme sorgt, ist sein Ende besiegelt. So beginnt das knüppelharte Survival-Exploration-Game «The Long Dark», dessen Titel bezeichnet, was stets droht: das lange Dunkel, der Tod. Während das Game ab 2014 in verschiedenen Vorstufen spielbar war, sind nun die ersten beiden offiziellen Episoden erschienen; Ende August folgt die Fortsetzung.

«The Long Dark» setzt Spieler der vollen Wucht einer erbarmungslosen Natur aus. Zunächst nur mit dem Rudimentärsten ausgerüstet durchforschen sie die Umgebung nach Brenn- und Essbarem. Allein schon ein Feuer am Leben zu erhalten, erweist sich als Herausforderung. Bald kommen Hunger und Durst hinzu.

Indem Spieler die Umgebung erforschen, Überlebensnotwendiges sammeln und selbst herstellen, versuchen sie, Mackenzie am Leben zu erhalten. Scheitern gehört dabei zum Spiel. Mit jedem neuen Versuch lernt man, die früheren Fehler zu vermeiden, und bald kann sich Mackenzie auf die Suche nach der verschollenen Frau machen.

«The Long Dark» ist atmosphärisch dicht und animiert Spieler geschickt, trotz Misserfolgen weiterzumachen und den Helden immer weiter hinaus in die erbarmungslose Natur zu schicken. (Jan Graber, 17. August 2017)

«The Long Dark» für PS4, Xbox One, PC, Mac, Linux; Hinterland Studio. Wertung: ★★★★☆

Multiplayer-Schlacht, die in die Luft geht: «Lawbreakers»
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«Lawbreakers» stammt von einem bekannten Namen und bietet blitzschnellen Multiplayer-Ballerspass.

Ursprünglich sollte «Lawbreakers» free-to-play sein, jetzt kostet das Multiplayer-Game trotzdem. Macht nichts, denn der durchgeknallte Shooter aus der Feder von Cliff Bleszinski («Unreal Tournament», «Gears of War») ist das Geld wert. Im Online-Shooter treten zwei Teams in schwerelosen Arenen gegeneinander an. Neun unterschiedliche Klassen stehen für den Kampf bereit, jede verfügt über Spezialfähigkeiten, um die Gegner im Nahkampf, aus der Ferne, blitzschnell von oben oder mit geballter Feuerkraft aus dem Verkehr zu ziehen. «Lawbreakers» ist ultraschnell: Wer während den Gefechten zu lange nachdenkt, wird ins binäre Nirvana geblasen – um beim Respawn auf Wunsch mit einer anderen Klasse zurückzukehren. Fünf Modes und acht Karten warten auf die Spieler. Das cool gestaltete Multiplayer-Game ist nichts für Zauderer und macht wegen des Speeds und der unkomplizierten Gefechte eine Menge Spass. (jag, 17. August 2017)

«Lawbreakers» für PS4, PC; Boss Key, Nexon. Wertung: ★★★★☆

Indie-Game «Tacoma» – Entschleunigung auf der Geisterstation
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PUZZLE / SCI FI. Kein Geballer, keine Aliens: «Tacoma» ist eine intelligente Sci Fi-Spurensuche, bei der das Gameplay auf ein Minimum reduziert wird.

Ist das noch ein Spiel oder doch eher eine spielgewordene Sozialstudie? Eines ist sicher: In «Tacoma» kann man die Laserkanone ruhig stecken lassen. Die Handlung spielt sich zwar auf einer verlassenen Raumstation ab, doch Aliens muss man keine killen. Auch aufregende Weltall-Action in Form von Sonnenstürmen oder Meteoritenschwärmen bleibt gänzlich aus.

Ein Spiel für Langweiler ist «Tacoma» dennoch nicht. Das Indie-Game reduziert lediglich das Gameplay auf ein absolutes Minimum – und schafft damit Raum für die Emotionalität der Geschichte. «Walking Simulator» nennt man die Spielausrichtung im Fachjargon. Ein Genre, das sich derzeit grosser Beliebtheit erfreut.
Die Story: Im Jahr 2088 besucht man in Person von Amy Ferrier die Raumstation Tacoma. Deren Crew ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Wurden die Astronauten evakuiert oder getötet? Mussten sie flüchten oder hat sie gar eine unbekannte Krankheit dahingerafft? Das gilt es herauszufinden.

Zeitverzögert erlebt man die letzten Momente der Crew mit – nicht etwa als Schattenspiel, sondern als Simulation. Diese kann der Spieler selber starten, stoppen, und sogar vor- und zurückspulen. Eine besonders clevere Idee. Denn dank dem kontrollierbaren Augmented Reality-Programm schafft man sich sein eigenes Spieltempo – und man kann die Spiel-Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln miterleben.
Nach nur etwa drei Stunden intensiver Spurensuche endet das Indie-Game mit einem Finale. Auch dabei bleibt sich «Tacoma» treu: Die Auflösung ist clever, aber nicht übermässig spektakulär. Sie passt zum realistischen Ton, der schon das ganze Game bestimmt hat. Ein etwas anderes Spielerlebnis – Entschleunigung per Videogame quasi. (rtl)

«Tacoma», Fullbright, für PC und Xbox, bereits erschienen
Wertung: ★★★★☆
«The Enemy Within» – Batman trifft auf den Riddler
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ACTION / FANTASY. Neues von Telltales beliebter Batman-Geschichte: In Staffel zwei mit dem Titel «The Enemy Within» bekommt es der schwarze Rächer unter anderem mit dem Riddler zu tun.

Doch der Reihe nach: In der ersten Episode, «Enigma», trifft man auf Edward Nigma, alias den Riddler und seine makaberen Spässchen. Doch der ist in «The Enemy Within» nicht der einzige Feind des Dunklen Ritters: Auch ein mysteriöser Regierungsagent und sein alter Erzfeind, der Joker, machen dem Batman das Leben schwer. Der Joker ist zwar geschwächt, aber immer noch sehr gefährlich. Deshalb muss man sich schnell neue Verbündete suchen. Fordernde Puzzles, dynamische Entscheidungen und schnelle Konsequenzen – auch bei diesen Telltale-Teil ist alles wie gehabt. Cool jedoch: Nach jeder Episode zeigt ein Bildschirm, wie sich die Beziehungen zu den Figuren verändert haben. Eine spannende und oftmals überraschende Geschichte, bei der nur die öden Prügeleien den Spielspass ein wenig trüben. (srt)

«Batman: The Enemy Within», für PC, PS4, Xbox One, Telltale, erschienen.

Wertung:★: ★: ★: ★: ☆:

«Fortnite»: Aufbauendes, aber zu komplexes Ballerfest
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«Fortnite» bringt mehrere Spielgenres auf witzige, aber auch unübersichtliche Weise unter einen Hut.

98 Prozent der Menschheit sind ausgelöscht. Stattdessen beherrschen monsterähnliche Wesen die Erde, die während elektronischen Stürmen auftauchen, um den letzten Überlebenden auf der Erde den Garaus zu machen. Diese versuchen, sich mit aller (Feuer-)Kraft und allem Erfindungsgeist zu retten, während ihnen schnippische Roboter zur Seite stehen, die bisweilen an den Knuddel-Müllroboter Wall-E erinnern. Willkommen im Actiongame «Fortnite»!

Eigentlich vereint «Fortnite» drei Spielgenres in einem Game: Rollenspiel, Tower-Defense und Third-Person-Shooter. Spieler sammeln Ressourcen wie Holz, Steine und Metallteile, um Verteidigungsstrukturen wie schützende Wände, Fallen und Selbstschussanlagen zu bauen. Ist die Bauphase abgeschlossen, greifen die Helden zu den Waffen, um die Monster, die nun in Wellen angreifen, ins Nirvana zu pusten. Bei bestehender andere Spieler mit ins Game ein, um am Ballerfest und an der Bauorgie teilzuhaben.

Mit Skill-Trees lassen sich sowohl die Fähigkeiten der Helden wie auch der Nebenfi guren verbessern. Zusätzlich erhalten Spieler so viele Power -ups, Waffen- und Struktur-Upgrades plus weitere Goodies, dass die Übersicht bald verloren geht. So unterhaltsam «Fortnite» zu spielen ist, so unübersichtlich gestaltet sich das Skill- und Aufbau-System, und man ist bisweilen versucht, eigene Verteidigungsstrategien gegen das Game zu entwickeln. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. (Jan Graber, 3. August 2017)

«Fortnite» für PS4, Xbox One, PC, Mac; People Can Fly, Epic. Wertung: ★★★★☆

Abgefahrenes Racing-Spiel mit Durchschlagskraft
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Der Arcade-Racer «Pressure Overdrive» macht Spass, ist aber kein Spiel für Gamestick-Spastiker.

Vor allem bei älteren Spielern, die auf Arcadekästen ihre Ballertaufe erlebt haben, dürfte das Rennspiel «Pressure Overdive» nostalgische Gefühle auslösen. Wie in den alten Ar cade-Shootern steuern Spieler einen mit Feuerkraft ausgestatteten Rennwagen mit Sicht von oben, während Gegner auftauchen, die es abzuknallen gilt, während diese einen selbst beharken. In den schwierigeren Leveln erscheinen bald die unvermeidlichen Bossgegner, die einem das Racerleben dann so richtig schwer machen. Die Steuerung des witzig gestalteten Shootem-up-Racers ist so simpel wie knifflig: Mit dem linken Stick des Gamepads wird das Vehikel gesteuert, der rechte Stick dient dazu, Gegner vom Feld zu pusten. Mit gewonnener Knete kann die Karre aufgerüstet werden. «Pressure Overdrive» macht wegen des simplen Spielprinzips Spass, kann wegen des schnell ansteigenden Schwierigkeitsgrads aber die Geduld fordern. (jag, 3. August 2017)

«Pressure Overdrive» für PS4, Xbox One PC; Chasing Carrots, Steam. Wertung: ★★★★☆

«Albion Online»: Verloren in den Weiten des Rollenspiels
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Das Multiplayer-Rollenspiel «Albion Online» bietet so viele Freiheiten, dass sich Spieler überfordert fühlen können. Was Teil des Spasses ist.

Mit «Albion Online» ist ein Massively Multiplayer Online-Rollenspiel erschienen, das Spieler ins Dilemma unendlicher Freiheiten schickt. Das Sandbox-MMORPG spielt in einer mittelalterlichen Welt und lässt Spieler ihre Spielweise weitgehend selbst definieren: Sie können sich als Krieger in Kämpfe gegen den Computer oder andere Spieler stürzen, Ressourcen sammeln und Handel betreiben, sich in Gilden organisieren und gemeinsam mit anderen Online-Spielern an einer florierenden Wirtschaft bauen.

Im einfach, aber ansprechend gestalteten Game stehen keine vordefinierte Klassen zur Verfügung, sondern es gilt: Du bist, was du trägst. Die Werkzeuge und Waffen, die Heldinnen und Helden gerade auf sich tragen, bestimmen über deren Fähigkeiten – mit der Möglichkeit, die Klasse jederzeit wie einen Handschuh zu wechseln.

Die unendlich vielen Spielvarianten können aber vor allem zu Beginn nerven: Kein Tutorial begleitet auf den ersten Schritten, stets müssen die Spieler selbst herausfinden, was zu tun ist und wie sie weiterkommen. Da auch Wegpunkte von aktuellen Missionen fehlen, verbringt man bisweilen viel Zeit mit dem Durchforschen der unendlichen Weiten. Passionierte Rollenspieler dürften an den grenzenlosen Freiheiten hingegen ihre Freude haben. Grenzenlos ist «Albion Online » ausserdem auch deshalb, weil es das gleichzeitige Spiel über mehrere Plattformen hinweg erlaubt. (Jan Graber, 27. Juli 2017)

«Albion Online» für PC, Mac, Linux, Android; Sandbox Interactive. Wertung: ★★★★☆

«Yonder»: So freundlich sind Rollenspielwelten kaum je
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Entspannung pur lautet das Motto im Rollenspiel «Yonder: The Cloud Catcher Chronicles», das vor allem Kinder und Erwachsene mit kindlichem Gemüt ansprechen dürfte.

Ein junger Held strandet im Land Gemea, das von einer mysteriösen Dunkelheit bedroht wird. Um sie zu vertreiben, muss er sich auf die Suche nach Lichtgeistern machen und nebenbei Missionen erfüllen. Er trifft auf äusserst freundliche Menschen, die ihm von ihren Sorgen erzählen und ihn mit Aufgaben versehen. Der Held durchstreift das Land, sammelt Gegenstände, Pflanzen und Lebensmittel, um daraus nützliche Handelswaren herzustellen, die er wiederum bei Händlern gegen Werkzeuge und Hilfsmittel eintauscht. Ein Himmelskompass hilft dem jungen Helden bei der Orientierung.

«Yonder» ist farbenfroh und herzig gestaltet und bietet atmosphärische Wetter- und Tageszeitenwechsel. Zudem ist das Game komplett gewaltfrei, gestorben wird in «Yonder» nicht. (jag, 27. Juli 2017)

«Yonder: The Cloud Catcher Chronicles» für PS4, PC; Prideful Sloth, Steam. Wertung:★★★★☆

«Splatoon 2»: Kunterbunter Actionspass für die Switch
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Mit «Splatoon 2» kommt die Farbkleckserei auch auf die Switch. Damit kann auch unterwegs ums Revier gekämpft werden.

Ungehemmt mit Farben zu kleckern, gehört zu den befriedigendsten Vergnügen der Kindheit. Später hält man sich hier zwar etwas mehr zurück, der Reiz des Kleckerns geht wohl aber nie ganz verloren. Auch deshalb wurde das kunterbunte Actiongame «Splatoon», das 2015 für die Wii U erschien, für Nintendo zu einem kleinen Hit: Das Game verkaufte sich weltweit über vier Millionen Mal.

Mit «Splatoon 2» ist die Fortsetzung des Party-Actiongames erschienen – allerdings nur für die Switch-Konsole, Wii-UBesitzer gehen leer aus. Ausgangspunkt ist eine zentrale Plaza, von der die verschiedenen Spielmodi gestartet werden, nebenbei wartet ein Shop mit Up-grades und Stylings auf den Helden. Erneut gehts farbenfroh zur Sache: Sowohl in den Multiplayer-Modi als auch in der Einzelkampagne, in der es elektrische Aale zu befreien gilt, müssen Spielfelder und Gegner mit möglichst viel eigener Farbe beschossen werden. Spezialangriffe räumen mehrere Opponenten gleichzeitig aus dem Weg. Nicht restlos zu überzeugen vermag dabei die wackelige Steuerung.

Am meisten Spass macht «Splatoon 2» beim Spiel gegen andere, die Möglichkeiten der Switch erlauben unterschiedliche lokale und weltweite Multiplayer-Modi. Mit «Splatoon 2» hat Nintendo einen würdigen Nachfolger des Farbenspasses herausgebracht, sich aber auch nicht viel Neues einfallen lassen. (Jan Graber, 20. Juli 2017)

«Splatoon 2» für Nintendo Switch; Nintendo. Wertung:★★★★☆
Strategie «Blitzkrieg 3»: Im Nu ist der Zweite Weltkrieg vorbei
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Das Strategiespiel «Blitzkrieg 3» bietet viel Liebe fürs Detail, aber die Schlachten sind auch blitzartig gewonnen.

Stalingrad, DDay, Wüstenkriege: Das Echtzeit-Strategiespiel «Blitzkrieg 3», das zwölf Jahre nach «Blitzkrieg 2» erscheint, wartet mit grossen WW2-Ereignissen auf. Über 200 Kampfeinheiten, 60 Karten in drei grossen Kampagnen und vor allem das historische Wissen zahlloser Spieler, die zur Authentizität beigetragen haben sollen, warten auf die Kriegsgurgeln.

Das Strategiespiel fackelt indessen nicht lange mit Aufbau und Vorbereitungen: Es wirft Spieler mitten ins Gefecht und vor das Kreuzfeuer der Feinde. Die Schlachten der Single-Player-Kampagne sind allerdings zu leicht zu meistern, der eingeschränkte Zoom-Faktor setzt dem Eintauchen in die Gefechte Grenzen. Dafür bietet «Blitzkrieg 3» Echtzeit-Online-Multiplayer-Möglichkeiten, und wer sich die Complete-Edition leistet, kann auch an «Blitzkrieg 1», «Blitzkrieg 2» und allen Add-ons teilhaben. (jag, 20. Juli 2017)

«Blitzkrieg 3 Complete Combat-Edition» für PC, Linux; Nivel, Steam. Wertung: ★★★☆☆

(rtl)

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