GDC in San Francisco

03. März 2017 16:33; Akt: 03.03.2017 16:33 Print

Schweizer Entwickler stürmen Game-Messe

von J. Graber - An der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco sind so viele Schweizer Entwickler präsent wie noch nie. Ein Grund ist das grössere Budget der Pro Helvetia.

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Das Augmented-Reality-Game «Opticale» des Westschweizer Studios Furinkazan enthüllt im Handy eine Parallelwelt mit fantastischen Wesen. «Strukd» des Zürcher Start-ups Strukd AG lässt Spieler ihre eigene Gamewelt bauen. «Strukd» wird auch an der SXSW im texanischen Austin gezeigt. «Oniri Island» ist ein Tablet-Game mit realen Spielfiguren und stammt vom Genfer Studio Tourmaline. Das prozedural generierte Simulationsgame «Nimbatus» ist das neuste Werk des Zürcher Stray Fawn Studios (Micha Stettler und Philomena Schwab). Vom Westschweizer Team KwaKwa stammt das durchgeknallte Multiplayer-Game «Splash Blast Panic». Fabraz mit Wohnsitz in New York zeigt an der GDC in San Francisco zwei Arcade-Spiele: «Planet Diver» und ... ... «Slime-San», ein Jump'n'Run-Spiel, in dem Gamer den Weg aus dem Magen eines Wurms finden müssen. Yuck! Das Studio Sycoforge aus Zürich hat das First-Person-Adventure-Game «Arafinn» an die GDC gebracht. Ein alter Bekannter an der GDC ist das genetische Experimentierfeld «Niche» von Philomena Schwab und ihrem Team Niche. An der GDC ebenfalls zu sehen ist «Far» von Don Schmocker respektive dem Mr. Whale's Game Service. Als Mischung zwischen «Brothers: A Tale of Two Sons» und «Geometry Wars» bezeichnet der Basler David Canela das Spiel «Modsork». «Mars Colony», ein extraterrestrischer Egoshooter, stammt vom Baarer Studio Zugsoft. An der GDC Play zu sehen ist auch das Kartentauschspiel «Spells of Genesis» des Genfer Studios Everdreamsoft. «Kids» von Playables (Michael Frei und Mario von Rickenbach) wird sowohl an der GDC wie auch an der SXSW zu sehen sein. Ebenfalls von Playables stammt das an der GDC gezeigte kontemplative Spielerlebnis «Mikma», in dem Spieler in mikroskopische Welten reisen. «HellElujah» ist ein asynchrones Virtual-Reality-Multiplayer-Horrorgame und wurde vom Freiburger Studio Oniroforge entwickelt. Das Genfer Studio Karios Games ist mit drei Spielen an der GDC vertreten: Mit «BenBones», einem Schatzsuchspiel, ... ... dem Panzer-Multiplayer-Shooter-Game «Arena 5» und ... ... dem Monster-Fussballspiel «Monster Striker Eleven». Ebenfalls zu sehen an der GDC ist das mehrfach ausgezeichnete Game «Deru» (vormals «Schlicht») des Zürcher Studios Ink Kit. Nicht fehlen dürfen die alten Hasen von Blindflug, Zürich, die an der GDC das neuste Werk «Airheart - Tales of Broken Wings» zeigen. N-Dream aus Zürich stellt an der Entwicklermesse ihre Mobilegame-Plattform «AirConsole» vor. Das Genfer VR-Studio Apelab hat seinen Sitz mittlerweile in Los Angeles und zeigt an der GDC wie auch an der SXSW das Game «Break a Leg». Ebenfalls an der SXSW ausprobiert werden können der «Birdly»-Vogelflugsimulator von Somniacs, wie auch ... ... die Augmented-Reality-Games des Genfer Studios Transmii.

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Seit 2011 die erste Delegation von Schweizer Entwicklern mit Unterstützung der Pro Helvetia nach San Francisco an die Game Developers Conference (GDC) gereist ist, hat sich die internationale Wahrnehmung des hieseigen Videospiel-Schaffens merklich verbessert. Die GDC als wichtiger Treffpunkt, um eigene Ideen zu präsentieren, mit Gleichgesinnten Probleme und Lösungen zu diskutieren und wichtige Business-Kontakte zu knüpfen, hat es Schweizer Entwicklern erlaubt, eine Saat zu streuen, die in den letzten Jahren aufgegangen ist.

Oder anders gesagt: Der Ruf in die Welt führt mittlerweile zu einem Echo, das sich immer deutlicher vernehmen lässt – Schweizer räumen Auszeichnungen ab wie kaum ein anderes Land. Am Ziel sind sie damit aber nicht.

So ist auch dieses Jahr eine Delegation nach San Francisco gereist – die bislang grösste. Rund 20 Entwicklerteams mit insgesamt 60 Leuten sind vor Ort. Vier der Teams werden anschliessend zum ersten Mal ans South by Southwest Festival (SXSW) in Austin, Texas, weiterreisen. Das SXSW gehört zu den wichtigsten Treffen der modernen Unterhaltungsindustrie: Musik und Filme werden ebenso zelebriert wie interaktive Medien wie Games.

Newcomer sollen von alten Hasen lernen

Dass mehr Entwickler denn je an die GDC reisen, hat mit den Folgen der letztjährigen Neuausrichtung innerhalb der Pro Helvetia zu tun. Während Game-Förderung früher unter dem Mobile-Programm lief, wurde sie nun in den Schwerpunkt Kultur und Wirtschaft überführt. Mit der Folge, dass für die Förderung mehr Geld zur Verfügung steht.

Genutzt wird dieses auch für den Nachwuchs. «Dieses Jahr unterstützen wir neben den alten Hasen auch jüngere Entwickler, die an die GDC reisen», sagt Sylvain Gardel, Leiter Impulsprogramme der Pro Helvetia. So erneuere sich die Szene und Newcomer könnten von der Erfahrung der bereits etablierten Entwickler profitieren.

Das Problem bestehe darin, dass hierzulande immer noch zu viele Leute zu lange im eigenen Kämmerchen an eigenen Projekten werkeln und kein Feedback für ihre Arbeit erhielten. Es sei auch Aufgabe der Förderung, sie hinaus ins Feld zu schicken, mit Anforderungen der Industrie zu konfrontieren und ihnen eine Möglichkeit zu geben, wahrgenommen zu werden, so Gardel.

Neues Festival im Visier

Einen «Versuchsballon» nennt Gardel den Besuch des SXSW-Festivals. «Letztes Jahr hatten wir das Festival ausgekundschaftet und fanden anschliessend heraus, dass auch Greater Zurich Area (die Marketingorganisation zur Wirtschaftsförderung des Standorts Zürich, Anm. d. Red.) Interesse daran hat, eine Präsenz zu unterstützen», sagt Gardel. Deshalb haben sich die Pro Helvetia, Swissnex SF, Engagement Migros und die Greater Zurich Area zusammengeschlossen. Die vier Teams, die ans SXSW Festival geschickt werden, stellen keine klassischen Games her: «Wir haben Projekte gewählt, die entweder technologisch sehr innovativ oder sehr kunstvoll und originell sind.»

Die Präsenz an der GDC und am Festival wird indessen nicht allein von der Pro Helvetia, Swissnex SF und den anderen Partnern getragen. Gardel: «Den grössten Brocken tragen die Entwickler selbst.» So bleibe das Engagement höher, das Maximum aus der Reise in die USA herauszuholen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pack Man am 03.03.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na endlich und auch toll

    Wird ja auch Zeit;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pack Man am 03.03.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na endlich und auch toll

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